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Burnout und chronischer beruflicher Stress Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige von Hillert, Andreas (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (ePUB)
8,99 €
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Burnout und chronischer beruflicher Stress

Angesichts der aktuellen, von zunehmendem Druck dominierten Arbeitswelt, erleben viele berufstätige Menschen andauernden Stress, nicht wenige fühlen sich überlastet und 'ausgebrannt'. Chronischer beruflicher Stress und Erschöpfungszustände beeinträchtigen die Lebensqualität und sind u.a. ein Risikofaktor dafür, psychisch zu erkranken. Der Ratgeber informiert über die Zusammenhänge von beruflicher Belastung sowie von Stress- und Burnouterleben. Er stellt wissenschaftlich fundierte und praktisch bewährte Strategien vor, wie chronischem Stress begegnet werden kann. Chronischer beruflicher Stress weist darauf hin, dass etwas aus der Balance gekommen ist. Nach dem Modell der beruflichen Gratifikationskrise ist die Balance zwischen beruflichem Engagement und den dafür erhaltenen Gratifikationen, z. B. von Gehalt und Wertschätzung, für die körperliche und psychische Gesundheit von zentraler Bedeutung. Im Ratgeber werden die Leser anhand von Fallbeispielen und konkreten Anleitungen darin unterstützt, die eigene Gratifikationsbalance zu überprüfen und zu verändern. Es werden Strategien vorgestellt, wie mit Arbeitsbedingungen umgegangen werden kann, die zu hohe Verausgabung erfordern oder wie das eigene Engagement so angepasst werden kann, dass die Gesundheit einen höheren Stellenwert bekommt. Zur Balance tragen ebenso Anleitungen bei, wie mit ausbleibender Wertschätzung umgegangen werden kann, die Fähigkeit zur gedanklichen Distanzierung nach der Arbeit gestärkt und die Erholungskompetenz verbessert werden kann. Der Ratgeber eignet sich sowohl als persönlicher Einstieg in die Thematik als auch als Ergänzung zu Coaching oder ambulanter Psychotherapie.

Produktinformationen

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Burnout und chronischer beruflicher Stress

23 2 Beruflicher Stress

2.1 Was Sie über Stress wissen sollten ...

Alle reden vom Stress, fast alle sind im Stress. Wer nicht im Stress ist, setzt sich leicht dem Verdacht aus, man sei nicht richtig engagiert und nur mit halben Herzen bei der Arbeit. Insofern gehört Stress zum guten Ton in der Leistungsgesellschaft. Gleichzeitig ist der Wunsch nach weniger Stress regelmäßig auf dem Spitzenplatz der Wünsche der Deutschen, wenn ein neues Jahr anfängt. Zwar hat fast jeder eine intuitive Vorstellung davon, was Stress ist, aber bei genauerem Nachfragen wird es schnell schwierig, das Phänomen zu fassen. In der direkten Übersetzung bedeutet Stress zunächst Anspannung und die macht sich oft zuerst im Körper bemerkbar (zu Methoden zur körperlichen Entspannung: siehe Kapitel 3.1 ).
2.1.1 Woran merken Sie, dass Sie "im Stress" sind?

Welche körperlichen Symptome, welches Verhalten, welche Gedanken und Gefühle lösen berufliche Belastungssituationen ("Stressoren") bei Ihnen aus? Welche Überlastungssymptome treten bei leichter, welche bei mittlerer und welche bei starker Belastung auf?

Die Frage ist nicht trivial! Es ist nicht selbstverständlich, dass der Mensch biologische, also u.a. durch Stresshormone verursachte Reaktionen, von erhöhter Muskelanspannung bis zum Blutdruckanstieg, im Alltag als Warnsignal für Überlastung wahrnimmt. Es mag Menschen geben, die diesbezüglich besonders sensibel sind. Vielen, die unter chronischem Stress leiden, fällt es hingegen oft schwer, ihre Signale von Überlastung rechtzeitig wahrzunehmen, d.h. zu einem Zeitpunkt, zu dem sich der Stress noch vergleichsweise gut entschärften ließe. Maximale Stressreaktionen merkt irgendwann jeder. Dann braucht es jedoch zumeist mehr als eine Verschnaufpause. Tabelle 1 fasst Stresssymptome von Teilnehmern eines Stressbewältigungsseminars zusammen.

24 Tabelle 1: Stressreaktionen als Signale von Überlastung

Im Bereich des Körpers

häufige Kopfschmerzen

Nervosität, innere Unruhe

übermäßiges Schwitzen

trockener Mund, Schluckbeschwerden

gehäufte Verkühlungen, Infektionen, Fieberblasen

unerklärliche Ausschläge, Juckreiz, Gänsehaut

unerklärliche Allergieanfälle

häufige Blähungen

Schlaflosigkeit

Schwindel

schneller Puls und heftiges Herzklopfen

häufiger Harndrang

Atmennot, häufiges Seufzen

Rücken- und Genickschmerzen

unbeabsichtigte Gewichtsab- oder -zunahme

ständiges Schwächegefühl, schnelle Ermüdbarkeit

Sodbrennen, Brechreiz, Magenschmerzen

Durchfall oder Verstopfung

kalte und nasse Hände und Füße

Zucken der Lippe, des Augenlides oder der Hände

Im Bereich des Verhaltens

Kommunikationsschwierigkeiten

Stottern und Stammeln

nervöses Verhalten

Zähneklappern, Zähneknirschen

Zunahme von "kleinen Unfällen"

verringerte Arbeitsleistung

hastiges Sprechen oder Nuscheln

impulsive Einkäufe

Selbstmedikation

steigender Alkohol- und Nikotinkonsum

zunehmende Unpünktlichkeit

soziale Abkehr und Isolation

sich in die Arbeit stürzen, Mangel an Planung, Übersicht oder Ordnung

vermindertes sexuelles Verlangen

schlechte Leistungen werden mit Ausreden entschuldigt

schnelles aus d

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