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Das Monster, die Hoffnung und ich Wie ich meine Depression besiegte von Brampton, Sally (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.06.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe E-Books
eBook (ePUB)
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Das Monster, die Hoffnung und ich

Sally ist nicht verrückt. Sie ist traurig. Ihre Trauer kennt weder Maß noch Grund, denn Sally leidet an Depression. Früher war sie voller Lebenslust, doch die Krankheit zieht sie in einen Abgrund, aus dem sie glaubt, nicht entkommen zu können. Sally Brampton erzählt ihre Geschichte aufrichtig und mit bewundernswertem Humor. Sie hat die Krankheit überlebt. Und wie sie darüber spricht, macht Mut und gibt Hoffnung. Es gelingt ihr, einen unsichtbaren Gegner greifbar werden zu lassen, und sie gibt Betroffenen und Angehörigen die Kraft, um sich der Krankheit zu stellen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 442
    Erscheinungsdatum: 21.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838746586
    Verlag: Bastei Lübbe E-Books
    Originaltitel: Shoot the damn dog: A Memoir of Depression
    Größe: 613 kBytes
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Das Monster, die Hoffnung und ich

EINLEITUNG

Sieh nicht hinab

Der Geist ist selbst sein eigner Ort und macht
Aus Himmel Hölle sich, aus Hölle Himmel.

John Milton

Dies ist der Erfahrungsbericht einer Depression. Und es ist meine Geschichte, denn ich glaube, dass wir aus Geschichten lernen.

Wir lernen, dass wir nicht allein sind.

Meine Geschichte ist nicht besser oder schlechter als jede andere auch, genau wie meine Depression nicht besser oder schlechter war, auch wenn es mir damals so vorkam. Ich glaubte, keine Hoffnung mehr zu haben, jemals an den Ort zurückzukehren, den ich Leben nannte. Und ich glaubte, die Einzige zu sein, die sich so fühlte. Die Depression erscheint einem wie der abgelegenste Ort der Erde. Kein Wunder, dass man sie auch eine Krankheit der Einsamkeit nennt.

Wenn Sie dieses Buch lesen und sich genauso fühlen, dann sind Sie nicht allein. Ich verstehe, wie Sie sich fühlen. Ich glaube, dass jeder, auch wenn er nur an einer leichten Depression gelitten hat, versteht, wie es sich anfühlt. Und doch vergessen wir, dass andere sich in unsere Lage versetzen können. Wir ziehen uns zurück, kapseln uns ab oder verschließen uns völlig. Wir verlieren uns in uns selbst und in der Krankheit.

Das muss nicht so sein. Wenn wir nur zu einem einzigen Menschen Verbindung aufnehmen, der es wirklich versteht, dann tun wir einen ersten Schritt aus der Krankheit. Im Leben geht es um Verbindung. Es gibt sonst nichts. Die Depression ist das Gegenteil, denn sie ist eine Krankheit, die durch Entfremdung definiert ist. Daher biete ich dieses Buch als Verbindung an. Es soll eine Quelle der Hoffnung sein. Mein Anliegen ist es, dass dieses Buch, indem ich darüber berichte, wie ich war, was passiert ist und wie ich jetzt bin, anderen Menschen vielleicht Trost spendet.

Ich bin keine Expertin, aber ich habe aus Erfahrung gelernt. Fast vier Jahre lang habe ich Tag und Nacht mit der Depression gelebt. Ich glaubte, ich würde sie nicht überstehen. Ich glaubte, ohne es dramatisieren zu wollen, ich würde sterben. Ich wollte sterben. Eine Zeit lang war das alles, was ich wollte.

Das ist nichts, was man bereuen oder wofür man sich schämen muss. Sterben zu wollen (oder die "suizidale Ideation", wie es Fachleute gern nennen) geht Hand in Hand mit der Krankheit. Es ist ein Symptom einer schweren Depression, kein Charakterfehler oder moralischer Makel. Ebenso wenig ist es wirklich das Bedürfnis zu sterben als vielmehr ein brennender Wunsch, nicht mehr weiterzuleben. Alle Depressiven verstehen diesen Unterschied.

Inzwischen will ich nicht mehr sterben. Es geht mir gut. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich glücklich bin. Es heißt, dass Glück nicht messbar ist. Vielleicht nicht. Wie die Depression ist es bei jedem Menschen anders. Aber genau wie wir die Depression in den Hintergrund drängen können, können wir auch das Glück zum Vorschein bringen. Anfangs hatte ich keine Ahnung, wo ich danach suchen sollte. Ich war kaum geübt in der Kunst oder der Erfahrung des Glücks, und der letzte Ort, an dem ich es zu finden glaubte, war in mir selbst.

Meine Genesung schritt nur langsam voran. Ich hatte das Gefühl, als würde ich wieder laufen lernen. Sehr oft bin ich gestolpert und gestürzt. An manchen Tagen konnte ich nicht mehr als ein paar Schritte bewältigen. Aber jeden Tag habe ich es versucht, und ganz allmählich bin ich aus dem Loch völliger Verzweiflung herausgekrabbelt. Es gibt keine Wunder. Gesund zu werden und gesund zu bleiben erfordert Zeit, Hingabe und ungeteilte Aufmerksamkeit. Es bedeutet, die Verantwortung für unsere eigene emotionale Gesundheit und unser Glück zu übernehmen. Absolute Ehrlichkeit und ständige Selbstprüfung sind dabei unerlässlich, genauso wie Demut, Geduld und Bereitschaft. Das hört sich nach harter Arbeit an, und das ist es auch. Aber es ist nicht annähernd so hart, wie mit einer schweren Depression zu leben.

Man könn

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