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Depression und Angst bei Klein- und Vorschulkindern Ein Ratgeber für Eltern und Erzieher von Fuhrmann, Pia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.05.2015
  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
16,99 €
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Depression und Angst bei Klein- und Vorschulkindern

Auch Kinder im Kleinkind- und Vorschulalter können unter Depressionen und Angststörungen leiden. Die sozialen Beziehungen und das Alltagsleben dieser Kinder sind dadurch schwer beeinträchtigt. Im Gegensatz zu Kindern, die sich hyperaktiv oder aggressiv verhalten, fallen die Symptome dieser stillen Kinder jedoch oft lange Zeit nicht auf. Dieser Ratgeber wendet sich an Eltern und Erzieher von jungen Kindern, die sich Gedanken darüber machen, ob es sich bei der Traurigkeit und Ängstlichkeit ihres Kindes um normales Erleben und Verhalten handelt oder diese schon Zeichen einer schwereren Problematik sind. Der Ratgeber geht zunächst auf die Besonderheiten und die verschiedenen Entwicklungsphasen des Vorschulalters ein. Die Kennzeichen von Depressionen und verschiedener Angststörungen im Kleinkind- und Vorschulalter werden dargestellt. Es wird erläutert, wie sich normale Ausprägungen von Trauer und Ängsten von psychisch auffälligem Verhalten unterscheiden lassen. Die therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen und Angststörungen werden aufgezeigt. Schließlich erhalten Eltern und Erzieher zahlreiche praktische Hinweise dazu, wie sie betroffene Kinder im Alltag bei der Bewältigung ihrer Depression und beim Abbau von Ängsten unterstützen können.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 07.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840926273
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 1653 kBytes
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Depression und Angst bei Klein- und Vorschulkindern

2 Depression bei jungen Kindern (S. 45-46)

2.1 Normale Trauer - verlängerte Trauerreaktion - depressive Störung

Im Folgenden wird darauf eingegangen, wie sich normale Trauer von einer länger anhaltenden Trauer unterscheidet und wodurch eine depressive Störung gekennzeichnet ist.

2.1.1 Wenn Kinder traurig sind: normale Trauer

Traurig sein, sich niedergeschlagen und schlapp fühlen, wenig Lust haben und sich über nichts richtig freuen, das gehört bei allen Menschen zur alltäglichen Gefühlswelt. Normalerweise handelt es dich dabei nur um vorübergehende Stimmungen. Trauern ist eine angeborene und natürliche, seelische Reaktion. Sie muss nicht erst gelernt werden. Alle Menschen sind einmal traurig und niedergeschlagen, erschöpft, müde und gereizt.

Dagegen kann eine Depression im Vorschulalter bei Eltern vielfältige Gefühle auslösen. Eltern wünschen sich, dass ihr Kind fröhlich und glücklich ist. Wenn dies nicht der Fall ist und das eigene Kind depressiv ist, führt dies bei Eltern oft zu Schuldgefühlen und Selbstzweifeln (z. B. "Verbringe ich genug Zeit mit meinem Kind?", "Schadet es, wenn ich arbeiten gehe und das Kind zu einer Tagesmutter gebe?", "Bin ich zu viel unterwegs und zu wenig zu Hause?").

Eine Depression im Vorschulalter kann Eltern an ihren Fähigkeiten als Eltern zweifeln lassen. Sie kann Eltern auch selbst traurig machen. Eltern unterbreiten ihrem depressiven Kind ständig neue Hilfsangebote, erzielen aber damit keinen Erfolg. Infolgedessen fühlen sie sich dann erschöpft und entmutigt.

Ein depressives Kind zu haben, kann auch Ängste bei den Eltern auslösen. So befürchten sie beispielsweise, dass ihr Kind in seinem ganzen Leben nicht mehr glücklich und zufrieden sein wird. Eltern haben auch Angst vor sozialer Ächtung oder Mitleid. Depressionen im Vorschulalter sind als Störungsbild nicht bekannt, entsprechend reagiert die Umwelt häufig mit Unverständnis.

Es kommt auch vor, dass Eltern wütend auf ihr depressives Kind sind. Durch die Wut werden dann die eigenen Schuldgefühle der Eltern oft noch verstärkt, denn sie fragen sich, wie sie auf ihr trauriges Kind auch noch wütend sein können. Sich einzugestehen, dass das eigene Kind depressiv ist, kann sehr schmerzhaft für Eltern sein. Um sich vor diesem Schmerz zu schützen, leugnen Eltern manchmal die Depression ihres Kindes.

Die Diagnose Depression kann Eltern aber auch entlasten. Endlich haben sie eine Erklärung für die Verhaltensauffälligkeiten ihres Kindes und können sich gezielt Hilfe holen. Oft werden die stillen, zurückgezogenen Verhaltensweisen eines Kindes jedoch falsch interpretiert. Eltern denken, mit ihrem Kind sei alles in Ordnung. In Wirklichkeit ist es aber traurig. Auf diese Weise kann depressives Verhalten übersehen werden.

Erkennbar ist Traurigkeit meist am Weinen des Kindes. Die Gründe für Traurigkeit können vielfältig sein. Trauer tritt meist nach einem Trennungs- und Verlusterlebnis auf. Verluste gehören zum menschlichen Leben dazu. Jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens damit konfrontiert. Veränderungen und Verluste im Leben müssen betrauert werden. Traurig kann das Kind beispielsweise sein, wenn sein Haustier gestorben, sein bester Freund umgezogen oder seine Lieblingspuppe kaputt gegangen ist.

Traurigkeit in Folge eines solchen Erlebnisses ist eine natürliche und gesunde Reaktion. Es ist wichtig, dass sich das Kind mit dem Verlust auseinandersetzt, dass es weint und sich immer wieder an den Verlust erinnert und darüber redet. Dies hilft ihm bei der Verarbeitung des Verlusterlebnisses.

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