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Die Psychologie der Dummheit

  • Erscheinungsdatum: 11.11.2019
  • Verlag: riva Verlag
eBook (ePUB)
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Die Psychologie der Dummheit

Ist eine Welt ganz ohne Dummköpfe möglich? Leider nein. Und dennoch sollte man über die Dummheit nachdenken, denn jeder kennt sie und jeder muss sie täglich ertragen. Die Dummheit ist - und zwar seitdem es den Menschen gibt - eine Bürde, von der wir uns nach Kräften befreien sollten. Obwohl Spezialisten für menschliches Verhalten, haben Psychologen noch nie den Versuch unternommen, der Dummheit auf den Grund zu gehen. Das Phänomen will allerdings erst verstanden werden, bevor wir den Kampf dagegen aufnehmen können. Und so versammelt dieser Band einige der namhaftesten Psychologen aus aller Herren Länder sowie Philosophen, Soziologen und Schriftsteller, die ihre Lesart dieses grundlegenden Wesenszugs des Menschen präsentieren. Eine Weltpremiere! Jean-Françios Marmion ist Psychologe und Chefredakteur von Le Cercle Psy. Er arbeitet als Journalist für das Magazine Science Humaines und hat verschiedene Bücher bei Éditions Sciences Humaines herausgegeben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 11.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745306927
    Verlag: riva Verlag
    Größe: 8323 kBytes
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Die Psychologie der Dummheit

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"Der gesunde Menschenverstand ist die am besten verteilte Sache auf der Welt", heißt es bei René Descartes. 1 Doch wie steht es mit der Dummheit?

Ob sie nur tröpfelt oder trieft, ob sie dümpelt oder tost, sie ist allgegenwärtig und kennt weder Grenzen noch Schranken. Manchmal nur ein leises, beinahe schon angenehmes Plätschern, manchmal ein ekliger, stehender Schlammpfuhl, dann wieder ein Beben, eine stürmische Bö, eine alles auf ihrem Weg verschlingende, zertrümmernde, verhöhnende, besudelnde Flut, übergießt die Dummheit alles und jeden mit ihrem Schmutz. Und schlimmer noch - es wird gemunkelt, wir selbst seien die Quelle. Ich jedenfalls habe so ein Gefühl, als wäre ich nicht ganz dicht.
Die unerträgliche Schwerfälligkeit des Seins

Jeden Tag sieht, hört oder liest man unweigerlich von irgendwelchen Dummheiten. Zugleich begeht, denkt, erbrütet und verzapft ein jeder selbst auch immer wieder Dummheiten. Wir alle sind Gelegenheitsdummköpfe, die mal eben schnell Unsinn anstellen, der aber nicht gleich das Ende der Welt bedeutet. Der entscheidende Punkt dabei ist, dass man sich bewusst macht, falsch gehandelt zu haben, und das zu bedauern. Irren ist nun einmal menschlich, und seinen Fehler ehrlich zuzugeben ist schon die halbe Vergebung. Irgendwer hält einen ja immer für einen Esel, auch wenn man allzu selten selbst diese Person ist ...

Aber abgesehen von solchen auf eher leisen Sohlen einherwandelnden, alltäglichen Torheiten hat man es unglücklicherweise auch immer mit dem lautstarken Getrampel von Dummköpfen erster Ordnung zu tun: selbstherrlichen, ihre eigene Dummheit herausschreienden Dummköpfen. Diese Sorte Dummkopf ist nun, egal, ob sie im Beruf oder in der Familie unseren Weg kreuzt, ganz und gar nicht belanglos. Diese Menschen machen einen fassungslos. Sie martern dich mit obstinatem Beharren auf ihrer haarsträubenden Blödheit und ihrer durch nichts gerechtfertigten Arroganz. Welche sie zementieren und betonieren, während sie deine Meinung, deine Gefühle, deine Würde am liebsten mit einem Federstrich vom Tisch fegen würden. Diese Leute vergiften dein Gemüt und machen es einem schwer, an eine Form von Gerechtigkeit auf Erden zu glauben. Selbst mit einem gerüttelt Maß an Nachsicht mag man in ihnen nicht seinen Nächsten erkennen.

Dummheit ist ein Versprechen, das nicht eingelöst wurde: das Versprechen von Verstehen und Vertrauen, preisgegeben vom Dummkopf, dem Verräter an der menschlichen Natur. Darum belegt man ihn auch gerne mit Schimpfworten aus dem Tierreich. Wir würden ihn gern nett finden, ihn zu unseren Freunden machen, doch dafür ist der Dummkopf nicht zu gebrauchen - er ist mit uns nicht auf Augenhöhe. Er leidet an einer Krankheit, gegen die kein Kraut gewachsen ist. Und da er sich ohnehin weigern würde, sich mit einem solchen Kraut kurieren zu lassen, aus der festen Überzeugung heraus, der einzige Einäugige in einer Welt voller Blinder zu sein, ist die Tragikomödie perfekt. Es verwundert nicht, wenn von diesem Zombie eine gewisse Faszination ausgeht, von seiner Scheinexistenz, seiner geistigen Nichtigkeit, seinem großspurigen, wesenhaften Anspruch, alle Menschen, alle, die etwas Großes geleistet haben, alle, die einfach nett sind, auf sein Niveau hinunterzuziehen. Schließlich möchte auch der Dummkopf aus Ihnen einen Hirnamputierten machen: Der Versager wird es sich nicht versagen, sich zum Richter über Sie aufzuwerfen. Der Dummkopf ist in seiner höchsten Form manchmal sogar intelligent, gebildet zumindest: Er würde so manches Buch (und seinen Verfasser gleich dazu) auf den Scheiterhaufen werfen - im Namen eines anderen Buches, einer anderen Ideologie oder im Namen dessen, was große Meister (ob nun ihrerseits Dummköpfe oder nicht) gelehrt haben. So sehr liegt es ihm im Blut, das Raster, das er über den Text legt, zu Gitters

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