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Die Sucht gebraucht zu werden von Beattie, Melody (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.09.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Sucht gebraucht zu werden

Die Freunde und Angehörigen von Alkoholikern, Drogenabhängigen und anderen Süchtigen haben es oft schwerer als die Betroffenen selbst. Sie werden von den Problemen ihrer Partner erdrückt und fühlen sich meist nicht in der Lage, mit der veränderten Situation umzugehen. Melody Beattie hat einige Klassiker der Selbsthilfe-Literatur verfaßt. Nimm dich endlich, wie du bist schließt inhaltlich an ihren größten Erfolg 'Codependent no more' an, allerdings handelt es sich hier, wie schon bei dem Vorgängertitel 'Kraft zur Selbstfindung', um ein Reisetagebuch, das auch die Reise nach innen beschreibt. Beatties neues Buch entspricht der persönlichen Entwicklung und dem menschlichen Wachstum einer Frau, die erkannt hat, daß es meist keine einfachen Lösungen gibt im Leben. 'In mancherlei Beziehung ist 'Nimm dich endlich, wie du bist' der Folgeband oder auch eine Ergänzung zu Codependent No More. Es ist ein Guide für all diejenigen, die dem Geistigen auf der Spur sind, wenn man so will ein Handbuch der Jahrtausendwende.' (Melody Beattie) Die Autorin, die vor acht Jahren ihren Sohn verlor,lebt in Malibu, Kalifornien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 08.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641146856
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 8520
    Originaltitel: Codependent
    Größe: 803 kBytes
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Die Sucht gebraucht zu werden

Einleitung

Meine erste Begegnung mit Co-Abhängigen fand Anfang der sechziger Jahre statt. Damals nannte man Menschen, die durch das Verhalten anderer in Mitleidenschaft gezogen wurden, noch nicht Co-Abhängige, ebensowenig wie man Menschen, die nach Alkohol und anderen Drogen süchtig waren, als Abhängige bezeichnete. Obwohl ich nicht wußte, wie Co-Abhängige waren, so wußte ich doch, wer sie waren. Als Alkoholikerin und Süchtige stürmte ich durchs Leben und trug dazu bei, daß weitere Menschen co-abhängig wurden.

Co-Abhängige waren ein notwendiges Übel. Sie waren feindselig, kontrollierend, beeinflussend, Schuldgefühle verursachend. Es fiel schwer, mit ihnen zu reden, erst recht mit ihnen übereinzustimmen, manchmal waren sie direkt zum Hassen und ein Hindernis für meinen Zwang, high zu werden. Sie sprachen mich an, versteckten meine Pillen, machten ein böses Gesicht, schütteten meinen Alkohol in den Ausguß, versuchten mich daran zu hindern, mir Drogen zu beschaffen, wollten wissen, warum ich ihnen das antat, und fragten, was mir denn fehle. Aber sie waren immer da, bereit, mich aus meinen selbstgeschaffenen Katastrophen zu retten. Die Co-Abhängigen in meinem Leben verstanden mich nicht, und dieses Mißverstehen beruhte auf Gegenseitigkeit. Ich verstand mich nicht, und ich verstand sie nicht.

Beruflich begegnete ich Co-Abhängigen erstmals Jahre später, 1976. Zu dieser Zeit waren Süchtige und Alkoholiker in Minnesota im Sprachgebrauch zu Suchtkranken geworden, ihre Familien und Freunde galten als Sonderlinge, die Hilfe brauchten, und ich war eine genesende Süchtige und Alkoholikerin. Inzwischen arbeitete ich als Beraterin in der Suchtkrankenhife, diesem Netzwerk von Institutionen, Programmen und Vermittlungsstellen, das Suchtkranken bei der Genesung hilft. Weil ich eine Frau bin und die meisten "wichtigen anderen" zu dieser Zeit Frauen waren und weil ich das niedrigste Dienstalter hatte und keine meiner Kolleginnen diese Aufgabe übernehmen wollte, beauftragte mich mein Chef im Behandlungszentrum in Minneapolis, innerhalb des Programms Gruppen für Frauen von Süchtigen zu organisieren.

Ich war auf diese Aufgabe nicht vorbereitet. Ich hielt Co-Abhängige noch immer für feindselig, kontrollierend, beeinflussend, Schuldgefühle verursachend, schwer erreichbar und mehr.

In meiner Gruppe sah ich Menschen, die sich für die ganze Welt verantwortlich fühlten, die sich aber weigerten, Verantwortung dafür zu übernehmen, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen und zu leben.

Ich sah Menschen, die anderen ständig gaben, aber nicht wußten, wie man nahm. Ich sah Menschen, die gaben, die wütend, erschöpft und völlig leer waren. Ich sah manche geben, bis sie aufgaben. Ich sah sogar eine Frau geben und so leiden, daß sie im Alter von 33 Jahren eines natürlichen Todes starb – "am Alter". Sie war Mutter von fünf Kindern und Frau eines Alkoholikers gewesen, den man zum dritten Mal ins Gefängnis gesteckt hatte.

Ich arbeitete mit Frauen, die Expertinnen darin waren, sich um alles zu kümmern, jedoch ihre Fähigkeit anzweifelten, sich um sich selbst zu kümmern.

Ich sah bloße Hüllen von Menschen, die sich kopflos von einer Aktivität in die nächste stürzten. Ich sah Helferinnen, Märtyrerinnen, Stoikerinnen, Tyranninnen, verwelkende Reben, anklammernde Reben und – um H. Sacklers Satz aus seinem Stück The Great White Hope ("Die große weiße Hoffnung") zu entlehnen – "verkniffene Gesichter, die das Elend verrieten".

Die meisten Co-Abhängigen waren auf andere M

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