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Erste Hilfe für die Seele Einsatz im Kriseninterventionsteam von Mundt, Angélique (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.10.2016
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Erste Hilfe für die Seele

Wer hilft, wenn das Leben plötzlich auseinanderbricht? Wenn man gerade den liebsten Menschen verloren hat? Oder bei einem Unfall Schreckliches mitansehen musste? Angélique Mundt ist Psychologin und arbeitet für das Kriseninterventionsteam Hamburg. Sie steht Menschen unmittelbar nach einer Katastrophe zur Seite, spendet Ruhe, Kraft und Orientierung. Sie leistet erste Hilfe für die Seele. In diesem Buch erzählt sie von tragischen Unglücken und Schicksalsschlägen, von erschütternden Erfahrungen und Menschen, die größtes Leid erfahren haben. Und vor allem macht sie vor, wie Hilfe in den schlimmsten Momenten unseres Lebens möglich ist. Sie plädiert für ein aufmerksames und kraftvolles Leben. Sie zeigt, wie man sich Trauer und den eigenen Ängsten stellen und wie man schöne und besondere Momente intensiv erleben kann.

Angélique Mundt wurde 1966 in Hamburg geboren. Nach ihrem Studium der Psychologie arbeitete sie lange in der Psychiatrie, bevor sie sich 2005 als Psychotherapeutin mit einer eigenen Praxis selbstständig machte. Sie arbeitet ehrenamtlich im Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes, das Menschen bei potentiell traumatisierenden Ereignissen 'Erste Hilfe für die Seele' leistet. Stille Wasser ist nach Denn es wird kein Morgen geben und Nacht ohne Angst ihr dritter Roman in der Serie um die Psychotherapeutin Tessa Ravens und Hauptkommissar Torben Koster. Angélique Mundt lebt in Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 11.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641195939
    Verlag: btb
    Größe: 636kBytes
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Erste Hilfe für die Seele

Wie erstarrt

Es war ein Wochenende im November vor ein paar Jahren. Eigentlich ein Wochenende ohne besondere Ereignisse - Hamburg versank im Nebel, und ich entfloh dem tristen Grau, indem ich es mir auf dem Sofa gemütlich machte.

Bis Sonntagabend.

Um sieben Uhr war ich mit einem Mann verabredet, dem ich zuvor erst einmal begegnet war, als ich einen Vortrag bei der Wasserschutzpolizei gehalten hatte. Er hatte mich unbedingt wiedersehen wollen, und seine Einladung hatte sehr charmant geklungen. Wir wollten uns auf ein Glas Wein in einem kleinen Bistro treffen. Ich hatte mich schon das ganze Wochenende darauf gefreut, hatte eine Marlene-Hose und meinen Lieblingspullover angezogen und wollte gerade losgehen, als mein Handy klingelte.

Ich wusste sofort, dass aus meiner Verabredung nichts werden würde. Es war der besondere Klingelton. Dieser Ton, den ich nur den Anrufen von zwei Institutionen zugeordnet habe: der Polizei und der Rettungsleitstelle des Deutschen Roten Kreuzes.

Mit dieser Melodie beginnen alle meine KIT -Einsätze.

Der Disponent der Leitstelle rattert wie Dieter Thomas Heck: "Guten Abend, Frau Mundt, hier ist die Leitstelle, ich habe einen Einsatz für Sie. Ein Tötungsdelikt. Fahren Sie unverzüglich zum Polizeikommissariat 16. Die Telefonnummer lautet ..." Er holt nicht einmal Luft dabei.

Verdutzt antworte ich genauso schnell: "Verstanden. Ich bin unterwegs." Dabei habe ich keinen Bereitschaftsdienst, doch das fällt mir erst ein paar Schrecksekunden später auf.

Ich überlege, was ich mit meiner Verabredung machen soll. Schnell im Restaurant vorbeifahren und Bescheid sagen? Keine Zeit. Umziehen muss ich mich auch noch. Mit der Hose kann ich keinen KIT -Einsatz fahren. Während meine Gedanken rasen und ich überlege, wen ich zuerst anrufen soll, schlüpfe ich in eine Jeans, ein weißes T-Shirt und die dunkelblaue Fleece-Jacke mit dem DRK - KIT -Logo. Dabei fällt mir ein, dass ich gar keine Handynummer meiner Verabredung habe. Mist.

Ich greife nach der Einsatzjacke und werfe einen Blick in den Spiegel. Stimmt, der Lippenstift muss runter.

Ich schnappe mir den KIT -Ausweis, Einsatzmappe, Handy und Autoschlüssel von der Kommode im Flur und überlege, in welcher der nahen Anwohnerstraßen ich mein Auto geparkt habe. Ich muss wenigstens in dem Restaurant anrufen. Was soll ich sagen? Dass da gleich ein netter Mann kommt und ich leider auf dem Weg zum Schauplatz eines Tötungsdelikts bin und dass es deshalb heute Abend nichts wird mit einem Glas Rotwein? Klingt nicht gerade vertrauenserweckend ... Aber was kann ich dafür? Und tatsächlich, ich wähle, warte ungeduldig, und die Bedienung ist einigermaßen skeptisch, als ich ihr mein Problem in kurzen Sätzen zu erklären versuche, sie schreibt aber meine Handynummer auf. Ob sie ihm wirklich Bescheid geben wird?

Ich erinnere mich, dass mein Auto in der Nebenstraße schräg gegenüber steht, und mache mich auf den Weg. Das Polizeikommissariat 16 ist nicht weit von meinem Zuhause entfernt. Während ich ins Auto steige, überlege ich, welches Team der Mordkommission wohl Dienst hat. Im Laufe der Jahre habe ich einige Kriminalbeamte kennengelernt, und es ist immer gut, im Einsatz ein bekanntes Gesicht wiederzusehen. Auf den Straßen komme ich zügig voran, denn um diese abendliche Uhrzeit ist kaum Verkehr. Ich kann deshalb in Ruhe einen KIT -Kollegen anrufen, der sich ebenfalls sofort auf den Weg macht.

Als ich einen Parkplatz vor dem Polizeikommissariat suche, sind genau sechzehn Minuten seit dem Anruf aus der Leitstelle vergangen. Keine schlechte Zeit. Es sieht jedoch so aus, als bräuchte ich noch einmal so lange, um einen Parkplatz zu finden. Ich stelle mich ins Parkverbot. Zur Not darf ich das. Ich lege mein KIT -Schild gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe.

Drinnen schlägt mir das typische Klima e

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