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Gewaltfreie Kommunikation: Das 14-Wochen-Übungsprogramm Ein praktischer Leitfaden für Übungsgruppen und GFK-Kurse von Leu, Lucy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.09.2016
  • Verlag: Junfermann
eBook (ePUB)
21,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Gewaltfreie Kommunikation: Das 14-Wochen-Übungsprogramm

Viele Menschen, die ihre GFK-Kenntnisse festigen und vertiefen möchten, finden sich mit anderen in Übungsgruppen zusammen. Für solche Gruppen bietet Lucy Leus Buch (mehr als 10.000 verkaufte Exemplare) das notwendige Hintergrundwissen und viele Anregungen und Übungen für die Praxis. In seiner Kapitelstruktur folgt es dem Grundlagenwerk und enthält in der überarbeiteten Auflage auch praktische Anleitungen für das neu hinzugekommene Konfliktlösungskapitel. Lucy Leu wuchs in Taiwan auf und interessierte sich schon früh für Sprachen und die Überbrückung kultureller Unterschiede. Seit 1986 beschäftigt sie sich mit Mediation und Friedenspädagogik. Nach einer persönlichen Begegnung mit Marshall B. Rosenberg wurde sie Trainerin für das Center for Nonviolent Communication. Derzeit arbeitet sie mit ehemaligen Strafgefangenen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 218
    Erscheinungsdatum: 16.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955715878
    Verlag: Junfermann
    Originaltitel: Nonviolent Communication Companion Workbook
    Größe: 1613 kBytes
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Gewaltfreie Kommunikation: Das 14-Wochen-Übungsprogramm

G. Konflikte in der Übungsgruppe

Ein Teil der Herausforderung und der Bereicherung, die sich aus dem Lernen und Arbeiten in einer Übungsgruppe ergeben, liegt darin, stets sehr präsent und bewusst zu sein. Die meisten von uns werden wahrscheinlich Konflikte oder zumindest eine gewisse Spannung wahrnehmen, die sich mit der Zeit einstellen. Unsere wichtigste Aufgabe im Sinne der GFK ist es dann, unsere Aufmerksamkeit und unsere Wahrnehmung darauf zu richten, was wir fühlen und brauchen resp. welche Bedürfnisse wir haben. Gleichzeitig wissen wir auch, dass wir eine bewusste Wahl treffen können, wie wir z. B. diese Bedürfnisse einbringen können, um eine größtmögliche Zufriedenheit zu erlangen.

In anderen Übungsgruppen kann es uns vielleicht passieren, dass wir die Spannungen, die wir gegenüber anderen Gruppenmitgliedern spüren, unbewusst unterdrücken oder ignorieren. In GFK-Übungsgruppen dagegen reagieren wir manchmal auf unangenehme Situationen, indem wir unsere Gruppenmitglieder jeder Frustration, jedem Ärger und jeder Wut aussetzen, die sie bei uns auslösen, in der Annahme, dass dies der "Weg der GFK" sei. Wenn wir zum ersten Mal die aufregende Entdeckung machen, was es heißt, wenn wir mit unseren Bedürfnissen verbunden sind, vergessen wir vielleicht, dass wir auf lange Sicht unsere eigenen Bedürfnisse nicht auf Kosten anderer befriedigen können. Konflikte wirken sicherlich manchmal wie Wasser auf unsere Mühlen, aber trotzdem können wir immer noch üben, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, die Menge des Wassers zu dosieren oder die Geschwindigkeit des Mühlrads zu regulieren. Eine "gereifte" Übungsgruppe kann so möglicherweise einen heftig entflammten Konflikt, der die Gruppe einige Monate früher noch gesprengt hätte, auffangen. Wir sollten uns auch daran erinnern, dass es ein äußerst geeigneter Moment ist, GFK zu üben, wenn ungelöste Konflikte Teilnehmerinnen dazu bringen, die Übungsgruppe zu verlassen, oder wenn sich die Gruppe selbst auflöst.

Die Situationen, die in den nachfolgenden Abschnitten geschilderten werden, zeugen von Konflikten und Unzufriedenheit. Sie treten in GFK-Übungsgruppen immer mal wieder auf. Die kursiv und in Anführungsstrichen gesetzten Worte kommen in der Regel von den Teilnehmern selbst. Die Kommentare erfolgen in Normalschrift. Wenn euch eine der im Folgenden dargestellten, schwierigen Situationen widerfährt, nutzt die Zitate der Gruppenteilnehmer als Hilfe, mit euren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen in Kontakt zu kommen. Die nachfolgende Auflistung kann auch dazu verwendet werden, Rollenspiele oder spontane Dialoge in der Übungsgruppe zu initiieren.
1. Frauen, Männer und andere Unterschiede

"Manchmal, wenn eine Frau in der Übungsgruppe spricht, bin ich verstimmt, weil ich auch gerne das gleiche Niveau des Verständnisses und die gleiche Aufnahmebereitschaft für die Feinheiten erleben würde, wie dies die Frauen in der Übungsgruppe offenbar alle miteinander und untereinander teilen. Ich fürchte, dass ich einen wesentlichen, lebendigen Teil des Gesprächs nicht mitbekomme. Ich möchte vollumfänglich teilnehmen und gleichzeitig gesehen und akzeptiert werden für all das, was ich bin und weiß."

Dieser Mann drückt sein Bedürfnis nach Einbezogensein aus, einem Wert, der häufig im Vordergrund steht, wenn wir in Gruppen üben. Er könnte sich fragen, was er beobachtet, das ihn zu dem Gedanken führt, dass die Frauen etwas wahrnehmen, was ihm entgeht. Hat er Blickkontakte zwischen einzelnen Frauen bemerkt? Wurde gelacht, wenn er selbst nichts Lustiges finden konnte? Wenn er den Frauen diese Art von Beobachtungen "anbieten" könnte, würde er ihnen vielleicht helfen, sich ihrer eigenen, bisher unbewussten Verhaltensweisen bewusst zu werden. Noch wichtiger aber ist, dass er seine Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken und die Frauen um Einfühlung bitten kann. Wenn es möglich wäre, dass er die Versicherung erhält, dass die Frauen verstehen und

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