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Ich und du und Müllers Kuh Kleine Charakterkunde für alle, die sich selbst und andere besser verstehen wollen von Schirach, Ariadne von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2016
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
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Ich und du und Müllers Kuh

Sechs pointierte Charakterskizzen helfen dabei, andere und sich selbst besser einzuschätzen. Wie ist die emotionale Grundstruktur, wie der kommunikative Stil, wie das typische Verhalten in Beruf und Privatleben? Jeder Mensch ist ein Kosmos, und keiner ist ganz auslotbar. Dennoch können wir einander verstehen, und zwar umso besser, je genauer wir die eigene Charakterprägung und die unseres Gegenübers erfassen. Das Buch entwickelt die "Grundcharaktere" von Fritz Riemann und Karl König weiter und beschreibt sie hinsichtlich ihrer hervorstechendsten Merkmale, ihrer privaten und beruflichen Kommunikationsweisen, ihrer Stärken und Schwächen. Ziel ist ein tieferes Verständnis von uns selbst und unseren Mitmenschen. - Besser kommunizieren im privaten Umfeld - Besser verhandeln im Berufsleben - Eine ebenso lehrreiche wie faszinierende Lektüre Dieses Buch richtet sich an: - Alle, die gut mit ihren Mitmenschen umgehen möchten - Psychologie-Interessierte - Studierende der Psychologie - PsychologInnen und PsychotherapeutInnen Ariadne von Schirach lehrt Philosophie und chinesisches Denken an der Berliner Universität der Künste, der HFBK in Hamburg und an der Donau-Universität Krems. Sie arbeitet als freie Journalistin und Kritikerin und wurde bekannt als Autorin der Sachbuch-Bestseller "Der Tanz um die Lust" und "Du sollst nicht funktionieren".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 27.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608100600
    Verlag: Klett-Cotta
    Größe: 2362 kBytes
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Ich und du und Müllers Kuh

Einleitung

"Wie kommt es, dass wir alle in Bezug auf unsere Persönlichkeit verschieden sind, obwohl ganz Griechenland unter einem Himmel liegt und alle Griechen gleich erzogen werden?", fragt Theophrast, ein Schüler des Aristoteles, im 3. Jahrhundert vor Christus. Obwohl wir heute alle recht unterschiedlich erzogen werden, ist die Frage so aktuell wie eh und je. Warum ist dieser so und jene anders? Warum mag Helena Gesellschaft und ihr Bruder Torsten nicht? Warum ist Julia so gefräßig und woher kommt Alis Putzfimmel?

Ich glaube, diese Fragen kann man nicht letztgültig beantworten; kein Mensch ist durchsichtig, kein Mensch kann ausgemessen werden. Der Philosoph Sören Kierkegaard schreibt in seinem 1843 erschienenen Buch Furcht und Zittern : "Der Mensch ist inkommensurabel, es bleibt ein Geheimnis zurück." Dem Respekt vor diesem Geheimnis, das jeder Mensch ist, steht jedoch die Möglichkeit des Verstehens gegenüber. Solche widersprüchlichen Wahrheiten müssen wir bei dieser Einführung in die Charakterkunde im Auge behalten. Denn nur so lässt sich erfassen, dass der Mensch nicht nur ein Sein hat, sondern auch ein Werden ist.

Ich und Du und Müllers Kuh ist ein konzentriertes Kompendium von sechs Persönlichkeitsstrukturen oder Charakteren: dem Narzissten, dem Schizoiden, dem Depressiven, dem Zwanghaften, dem Phobiker und dem Hysteriker. Es beruft sich auf Fritz Riemanns Grundformen der Angst , erschienen 1975, und Karl Königs Kleine psychoanalytische Charakterkunde von 1992, die Riemanns Typologie aufgreift, erweitert und aus anderen Perspektiven beleuchtet.

Ich und Du und Müllers Kuh entspringt jedoch nicht nur der imaginären Begegnung zweier Psychoanalytiker, sondern verdankt sich vor allem einer echten Begegnung zwischen mir und Ingo Offermanns, Professor für Gestaltung an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Während ich seit vielen Jahren Riemann-Leserin und -Bewunderin bin, wird er schon lange von Karl König begleitet. Dabei schätzt er besonders dessen Ansatz, das Verhalten der verschiedenen Charaktere auch im Arbeitsleben oder in Institutionen zu beschreiben: wie jemand als Chef oder als Mitarbeiter ist, wie er reagiert und worin seine Stärken und Schwächen liegen. Diesen Blick wollte er seinen Studenten vermitteln, die als junge Gestalter zwar lernen, Kommunikation zu visualisieren und zu lenken, aber im Prozess der Gestaltungsarbeit immer auch mit sozialer Kommunikation zu tun haben.

Wir waren uns schnell einig - ich würde für seine Studenten ein Seminar halten. Für das Skript begann ich, Riemann und König zusammenzudenken und mit meinem eigenen Blick zu aktualisieren. Daraus entstand ein kurzes Kompensat, das die sechs Charaktertypen idealtypisch vorstellt und anhand ihres emotionalen, kommunikativen und beruflichen Verhaltens beschreibt. Der Fokus liegt auf dem Umgang - das betrifft sowohl den Umgang mit sich selbst als auch den Umgang mit anderen.

Das Ganze wird getragen von Empathie, Solidarität und Verständnis. Kein Charakter ist besser als der andere, und jede Persönlichkeitsstruktur bzw. jede individuelle Ausprägung hat etwas zur Mannigfaltigkeit der Welt beizutragen. Wir realen Menschen sind ohnehin meist Mischtypen.

Ein paar Monate später habe ich diese verdichtete Zusammenfassung den Hamburger Studenten vorgetragen. Kurz darauf begannen die gut dreißig Seiten, auf denen ich das Wichtigste zu den sechs Charaktertypen dargestellt hatte, die Runde zu machen. Leser fanden sie auch außerhalb der Uni nützlich, und immer wieder sagte jemand: "Daraus müsste man ein Buch machen." Hier ist es, in vielen Einzelaspekten erweitert und um grundsätzliche Gedanken zur Charakterkunde ergänzt.

Was hat es also mit der Charakterkunde auf sich, und warum spricht Riemann von den Grundformen der Angst? Und was haben Angst und Char

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