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Ist das Hirn vernünftig? Erkenntnisse eines Neuropsychologen von Jäncke, Lutz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.02.2016
  • Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
eBook (ePUB)
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Ist das Hirn vernünftig?

Ist das Hirn vernünftig? Die provozierende Frage stellt der renommierte Hirnforscher und Neuropsychologe Lutz Jäncke aus gutem Grund: Wir alle denken, dass wir als Menschen rationale Entscheidungen treffen. Unser Hirn fungiert dabei als eine Art Supercomputer, mit dessen Hilfe wir streng logisch das Für und Wider abwägen. Doch wir täuschen uns! Je mehr wir über die Funktionsweise jenes Denkorgans erfahren, desto plausibler wird die Frage, wie vernünftig wir denn eigentlich wirklich sind. Lutz Jäncke nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise und zeigt auf verständliche und unterhaltsame Weise, wie unser Hirn unser Denken, Handeln und Fühlen beeinflusst - und dass das manchmal nur am Rande mit Vernunft zu tun hat. Er zeigt uns, dass das Unbewusste tatsächlich existiert und wie es uns beeinflusst, wie wir richtige und falsche Entscheidungen treffen, wie unser Gedächtnis funktioniert und wie fragil es sein kann - aber auch wie robust. Anhand aufschlussreicher Experimente und neuester Forschungsergebnisse, aber auch mit vielen Beispielen aus seiner Praxis als weltbekannter Forscher kann er anschaulich darstellen, welch unglaublich beeindruckendes Denkorgan unser Hirn darstellt - auch wenn es keine reine "Vernunftsmaschine" ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 323
    Erscheinungsdatum: 09.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456756530
    Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
    Größe: 1902 kBytes
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Ist das Hirn vernünftig?

Descartes Erbe

"Das erste, das diese Reuter taten, war, daß sie ihre Pferd einstellten, hernach hatte jeglicher seine sonderbare Arbeit zu verrichten, deren jede lauter Untergang und Verderben anzeigte, denn obzwar etliche anfingen zu metzgen, zu sieden und zu braten, daß es sah, als sollte ein lustig Bankett gehalten werden, so waren hingegen andere, die durchstürmten das Haus unten und oben, ja das heimlich Gemach war nicht sicher, gleichsam ob wäre das gülden Fell von Kolchis darinnen verborgen;..."

"unser Magd ward im Stall dermaßen traktiert, daß sie nicht mehr daraus gehen konnte, welches zwar eine Schand ist zu melden! den Knecht legten sie gebunden auf die Erd, stecketen ihm ein Sperrholz ins Maul, und schütteten ihm einen Melkkübel voll garstig Mistlachenwasser in Leib, das nenneten sie ein Schwedischen Trunk, wodurch sie ihn zwangen, eine Partei anderwärts zu führen, allda sie Menschen und Vieh hinwegnahmen, und in unsern Hof brachten, unter welchen mein Knan, mein Meuder und unser Ursele auch waren."

(Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen:
Simplicius Simplicissimus) 1

Diese Szene aus dem Werk von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen beschreibt aus heutiger Sicht eigentlich merkwürdig distanziert eine Szene aus dem Dreißigjährigen Krieg. Dieser Konflikt ist eine unermessliche Katastrophe. Er produziert Menschen im Blutrausch, die sich wie Bestien verhielten. Da wird gemetzelt, niedergeschlagen, vergewaltigt, verbrannt, geschändet, Dörfer und Städte werden niedergebrannt. Ganze Landstriche werden durch die direkten und indirekten Folgen des Krieges verwüstet. Während geschätzt etwa 600000 Landsknechte ihr Leben lassen müssen, sind die Verluste bei der Zivilbevölkerung sogar wesentlich höher. Obwohl die Verlustschätzungen aus heutiger Sicht sehr schwierig sind, kann man davon ausgehen, dass etwa 20 Prozent der damaligen Zivilbevölkerung (20 Mio. Menschen) im Deutschen Reich ihr Leben ließen - das heißt, dieser Krieg forderte rund vier Millionen zivile Opfer. Kurzum: Im kollektiven Gedächtnis ist dieser Konflikt als eine Katastrophe für die Zivilisation haften geblieben.

In dieser apokalyptischen Zeit reist ein Mann quer durch die Kriegsgebiete, verdingt sich teilweise als Soldat in verschiedenen Armeen, um dann dem Soldatenleben den Rücken zu kehren. Als Adeliger hatte er eine hervorragende Ausbildung genossen, die seine Begabungen förderte. Die Kriegserlebnisse und das Soldatenleben lassen ihn jedoch erkennen, dass er zu etwas anderem berufen ist - nämlich zum Denken. René Descartes, Philosoph und Mathematiker, wird unsere Welt und unser Denken beeinflussen, ja sogar grundlegend verändern. Und das in einer Zeit, in der der Mensch seine dunkle Seite für jedermann und allzeit sichtbar offenbarte. Welch ein Anachronismus!

Der französische Philosoph markiert mit seinen Werken den Beginn einer Epoche, die wir Aufklärung oder das Zeitalter der Vernunft nennen. In dieser Epoche erwächst eine bis heute andauernde Überzeugung, gemäß derer die Vernunft für den Menschen eine herausragende Bedeutung hat. 1637 2 veröffentlichte er eine Abhandlung, in der er den berühmten Satz " cogito ergo sum" (ich denke, also bin ich) als Kerngedanken seiner Ideen formulierte. In diesem Werk macht Descartes den denkenden Menschen zum Mittelpunkt seiner Betrachtung. Alles was der Mensch weiß, weiß er vor allem durch sein Denken. Descartes ist unter anderem ein empirischer Naturwissenschaftler und - wenn man so will - ein Universalgelehrter. Er beschäftigt sich mit Botanik, Anatomie, Mathematik und Kosmologie. Er ist auch ein Verfechter des Experimentierens und wehrt sich bereits schon zu seiner Zeit gegen die "Sesselphilosophen", die der Überzeugung sind, alle Erkenntnisse könnten sich alleine durch Nachdenken ergeben. 3 Denken ist für Descartes Weltsicht zentral, a

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