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Liebe auf Dauer von Jellouschek, Hans (eBook)

  • Erschienen: 29.06.2010
  • Verlag: Kreuz-Verlag
eBook (ePUB)
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Liebe auf Dauer

Eine erfüllte, dauerhafte Partnerschaft muss kein Wunschtraum bleiben. Der bekannte Paartherapeut zeigt auf dem Hintergrund seiner 30jährigen therapeutischen Erfahrung, wie Partner ihre Beziehung so gestalten können, dass beide aus freien Stücken dauerhaft beieinander bleiben. Beständigkeit der Zuneigung und Liebe kann gelingen auch in Zeiten, in denen Scheidungen fast etwas Normales sind.

Dr. theol. Lic. phil. Hans Jellouschek, geb. 1939, ist Eheberater, Psychotherapeut und Lehrtherapeut für Transaktionsanalyse. Psychotherapeutische Praxis mit dem Schwerpunkt Paartherapie in der Nähe von Stuttgart. Langjährige Erfahrung in der Fort- und Weiterbildung von Therapeuten und Eheberatern.

Produktinformationen

    Größe: 1095kBytes
    Herausgeber: Kreuz-Verlag
    Untertitel: Was Partnerschaft lebendig hält.
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 192
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783783180282
    Erschienen: 29.06.2010
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Liebe auf Dauer

2 Lernen Sie einander gut kennen
Die Kunst, die Fremdheit zu überwinden

"Ich bin völlig überrascht, wie anders du bist!"

Ich erinnere mich an ein Paar in der Therapie, dem ich die Aufgabe gegeben hatte, sich einmal in der Woche zusammenzusetzen und ein Gespräch in der Form zu führen, dass der eine erzählen sollte, was ihn gerade innerlich bewegte, während der andere nur zuhören und nachfragen, nicht aber mit eigenen Aussagen dazwischenkommen durfte, und nach einer bestimmten Zeit sollten sie die Rollen wechseln. "Diskussionen" über das Gesagte sollten keine stattfinden. Das Paar hielt sich an diese Regel, und als ich sie wieder traf, rief die Frau aus: "Das war eine schwierige Übung! Ich bin völlig überrascht und hätte nie gedacht, wie anders mein Mann ist, als ich bin!"

Wenn zwei Menschen sich ineinander verliebt haben, besteht ein Teil ihrer Verliebtheit darin, dass sie sich einander so wunderbar vertraut fühlen. "Als hätten wir uns schon hundert Jahre lang gekannt", sagen sie manchmal. Dieses Gefühl der Vertrautheit ist in der Regel keine Täuschung. Verliebtheit besteht ja gerade darin, dass zwei sich in der Tiefe berühren, dass es eine Begegnung ihrer Herzen gibt, die sie tief miteinander verbindet. Oft wird erst viel später deutlich, was das war oder ist: ein ähnliches Schicksal zum Beispiel, das sie einander so nahefühlen lässt, eine Gemeinsamkeit in wesentlichen Lebenseinstellungen, die sie intuitiv erfassen, oder eine wunderbare Ergänzung, die sie wechselseitig fasziniert. "Die beiden verstehen sich", sagen dann die Leute bewundernd oder ein wenig neidvoll, wenn sie beobachten, wie sie miteinander umgehen. In der Verliebtheit erfassen wir tatsächlich Wesentliches von der Person des anderen und von den Möglichkeiten, die wir miteinander an Entfaltung und Entwicklung haben (Willi 2002, S. 137–146).

Das heißt allerdings noch nicht ohne Weiteres, dass wir den Weg der Realisierung dafür auch finden und gehen werden. Und noch weniger heißt es: Dass wir den anderen dadurch schon wirklich kennen. Wir kennen etwas von ihm, vielleicht etwas Wesentliches, aber ganz Vieles bleibt im Dunkel, im Verborgenen. In der Verliebtheit entdecken und erfassen wir, was vom anderen zu uns passt, das andere blenden wir aus. Wir bemerken es nicht, oder wir schauen bewusst ein wenig weg davon. Das lässt sich allerdings im Alltag des Zusammenlebens nicht durchhalten. Da zeigt sich dann, dass vieles am anderen neu, fremd, ja befremdlich ist. Diese Erfahrung bringt oft die ersten Enttäuschungen in die Liebe und läutet das Ende der Verliebtheitsphase ein. Ist das der Anfang vom Ende?

Er kann es sein. Dann nämlich, wenn ich daran festhalte, dass die Verliebtheit mit der in ihr erfahrenen genauen Passung zwischen dir und mir schon die Liebe schlechthin sein soll, und wenn ich die Fremdheit, auf die ich stoße, wenn auch die bisher unbekannten Seiten des anderen hervortreten, als einen Gegensatz dazu erlebe. Dann nämlich beginne ich, was M. L. Moeller (1988, S. 138 ff.) "den anderen kolonialisieren" nannte. Das heißt: Ich sperre mich dagegen, den anderen als anderen wahrzunehmen, ich hole ihn sozusagen in das Gebiet meines eigenen Ich herein und beginne zu bekämpfen, was sich am anderen dagegen sträubt, auf diese Weise "eingemeindet" zu werden. So stellt zum Beispiel Rilke in seinem berühmten Gedicht den Orpheus dar: Er nimmt Eurydike nur als seine bewunderte und ihn bewundernde Muse wahr, kann jedoch nicht akzeptieren, dass sie "in der Unterwelt" eine andere geworden und durch eine eigene Entwicklung gegangen ist. So dreht er sich nach ihr um, um sie wieder unter se

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