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Postnatale Depressionen und andere psychische Probleme Ein Ratgeber für betroffene Frauen und Angehörige von Rohde, Anke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.05.2014
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Postnatale Depressionen und andere psychische Probleme

Baby blues, postnatale Depressionen, traumatisch erlebte Geburt - betroffene Frauen und ihre Angehörigen können psychische Probleme oft nicht richtig einordnen. Wenn Frauen nach der Geburt eines Kindes unglücklich sind, stellt sich die Frage, ob dies noch ''normal'' ist oder ob sich Symptome einer Depression oder einer anderen psychischen Störung zeigen. Dazu besteht großer Informationsbedarf. Der Ratgeber bietet Wissen zu Symptomatik und Ursachen postnataler Depressionen, Psychosen, Angst- und Zwangserkrankungen sowie zu Behandlungsmöglichkeiten, Hilfs- und Unterstützungsangeboten. Fallbeispiele und Erfahrungsberichte runden das Werk ab. Prof. Dr. med. Anke Rohde, Psychiaterin und Psychotherapeutin, Gynäkologische Psychosomatik, Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Universitätsklinikum Bonn.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 202
    Erscheinungsdatum: 15.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170259683
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 2179 kBytes
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Postnatale Depressionen und andere psychische Probleme

1 Welche Probleme können nach einer Geburt auftreten?

"Ich hatte eine wundervolle Schwangerschaft, war stolz auf meinen Bauch, führte eine glückliche Ehe, und dieses Kind, mit dem wir fast schon nicht mehr gerechnet hatten, war ein sogenanntes Wunschkind. Auch die Entbindung war nicht schwer. Deshalb habe ich die Welt nicht mehr verstanden, als es mir bereits 36 Stunden nach der Entbindung psychisch sehr schlecht ging. . . . . "

So begann ein Brief, den ich zu Beginn meiner Tätigkeit an der Universitätsfrauenklinik in Bonn und der Einrichtung der Abteilung "Gynäkologische Psychosomatik" von einer betroffenen Frau bekam. Sie berichtete in ihrem Brief über die schwere Depression nach ihrer ersten Entbindung und den Versuch, ihrem Leben ein Ende zu setzen, der nur mit viel Glück nicht zum Ziel geführt hatte. Wir werden diese betroffene Mutter bei den Fallbeispielen noch einmal wiedertreffen.

In der Zwischenzeit haben meine Mitarbeiterinnen und ich in der Gynäkologischen Psychosomatik der Universitätsfrauenklinik in Bonn über tausend Patientinnen mit Depressionen und anderen psychischen Störungen nach der Entbindung gesehen. Fast immer berichten sie über bestimmte Symptome und Erlebnisweisen; und auch die daraus entstehenden Probleme in der Familie sind sich sehr ähnlich. Immer wieder hören wir von Veränderungen in der Selbstwahrnehmung, von Verunsicherung, von Problemen im sozialen Umfeld bis hin zu dauerhaften Familienkrisen. Es werden fast immer die gleichen Fragen gestellt, wie etwa nach den Ursachen, nach Behandlungsmöglichkeiten oder auch nach der Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Depression bei einer weiteren Schwangerschaft noch einmal auftreten kann. Diese und ähnliche Fragen zu beantworten, Hintergründe zu erhellen und damit Ängste zu nehmen, ist das Ziel der folgenden Kapitel. Die Lektüre ersetzt nicht die Behandlung, wenn eine solche erforderlich ist. Vielmehr soll damit Unterstützung beim Erkennen von Art und Ausmaß bestehender Probleme geboten werden. Und es sollen Wege aufgezeigt werden, wie und wo man sich frühzeitig Hilfe holen kann.

Im Mittelpunkt dieses Buches stehen die postnatalen Depressionen, weil sie das häufigste Problem rund um die Geburt darstellen und oftmals einen erheblichen Leidensdruck erzeugen. Aber um postnatale Depressionen verstehen und richtig einordnen zu können, ist es sinnvoll, auch verwandte Störungsbilder zu kennen, die ebenfalls in der Zeit nach einer Entbindung zu starken Einschränkungen in der Lebensqualität führen können. Nicht selten kommt es übrigens auch zur Mischung verschiedener Problembereiche.
Postnatale Störungen - ein Überblick

Psychische Störungen nach der Geburt eines Kindes können bereits ab dem ersten Tag nach der Entbindung beginnen; rückblickend erkennt man dann nicht selten, dass bereits in der Schwangerschaft erste Symptome da waren. In solchen Fällen ist der Zusammenhang mit der Geburt für Betroffene viel einfacher herzustellen, als wenn die Symptome erst Wochen und Monate nach der Entbindung beginnen.

Für die einzelnen Arten von Störungen gibt es unterschiedliche Zeitpunkte, zu denen sie typischerweise auftreten. So ist für die "Heultage" ("Baby blues") typisch, dass sie zwischen dem 3. und 5. Tag nach der Entbindung ihren Höhepunkt haben, nämlich dann, wenn die Hormonumstellung die stärksten Auswirkungen hat ( S. 17 ). In den ersten 14 Tagen nach der Entbindung beginnen insgesamt etwa aller postnatalen Psychosen. Postnatale Depressionen beginnen dagegen eher schleichend in den ersten Wochen und Monaten. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die häufigsten psychischen Probleme nach der Entbindung, den Zeitpunkt ihres Auftretens, den üblichen Verlauf und typische erste Symptome.
Baby blues - störend, aber harmlos

Wir beginnen deshalb mit dem sogenannten "Baby blues", weil der im Ge-gensatz zu den f

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