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Psychopathen Was man von Heiligen, Anwälten und Serienmördern lernen kann von Dutton, Kevin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.07.2014
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Psychopathen

Sind Sie ein Psychopath?

Natürlich nicht. Vielleicht sind Sie eine Führungskraft oder ein sehr spiritueller Mensch. Sie haben Charme, Sie sind unerschrocken und risikofreudig, können harte Entscheidungen treffen. Sie sind sehr aufmerksam und können sich gut auf ein Ziel konzentrieren. Sie werden feststellen, dass das Eigenschaften sind, die Sie mit Psychopathen teilen. Selbstredend sind diese Eigenschaften nützlich, wenn man ein Serienmörder werden will. Aber auch im Gerichtssaal, in der Wirtschaft oder im OP. Oder im Leben eines Heiligen. Jede Medaille hat zwei Seiten.

"Eine meisterhafte, sehr lesbare und unterhaltsame Darstellung der Psychopathie und ihrer Manifestationen im Alltag. Manche seiner Ideen werden kontrovers diskutiert werden, aber es ist ein höchst anregendes Buch für alle, die die "psychopathische" Welt, in der sie leben, besser verstehen wollen." Prof. Dr. Robert Hare, Erfinder der Psychopathy Checklist

Kevin Dutton ist promovierter Psychologe und Professor am Calleva Research Centre for Evolution and Human Science der Universität Oxford. Er ist Mitglied der Royal Society of Medicine und der Society for the Scientific Study of Psychopathy. Zahlreiche Veröffentlichungen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 24.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423417785
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Originaltitel: The Wisdom of Psychopaths. Lessons in Life from Saints, Spies and Serial Killers
    Größe: 3357 kBytes
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Psychopathen

1 Stich der Skorpione

Groß und gut sind selten dasselbe.

Winston Churchill

Ein Skorpion und ein Frosch sitzen am Ufer eines reißenden Flusses. Beide müssen hinüber auf die andere Seite.

"Hallo, Herr Frosch!", ruft der Skorpion durch das Schilf. "Wären Sie so nett, mich auf Ihrem Rücken über das Wasser zu bringen? Ich habe auf der anderen Seite wichtige Geschäfte zu führen. Und ich kann bei so starker Strömung nicht schwimmen."

Der Frosch wird sofort misstrauisch.

"Herr Skorpion", erwidert er. "Ich verstehe, dass Sie auf der anderen Seite des Flusses wichtige Geschäfte tätigen wollen. Aber denken Sie mal einen Moment lang über Ihre Bitte nach. Sie sind ein Skorpion. Sie haben einen großen Giftstachel an Ihrem Schwanzende. Sobald ich Sie auf meinen Rücken lasse, werden Sie mich stechen. Sie können gar nicht anders."

Der Skorpion hat schon mit solchen Einwänden des Frosches gerechnet. Er antwortet:

"Mein lieber Herr Frosch, Ihre Vorbehalte sind absolut nachvollziehbar. Aber es liegt eindeutig nicht in meinem Interesse, Sie zu stechen. Es ist wirklich wichtig für mich, auf die andere Seite des Flusses zu gelangen. Und ich gebe Ihnen mein Wort, dass Ihnen nichts geschehen wird."

Der Frosch sieht ein, dass etwas dran ist an dem, was der Skorpion sagt, und gibt sein Widerstreben auf. Er erlaubt ihm, auf seinen Rücken zu klettern. Und hüpft ins Wasser.

Zunächst ist alles in bester Ordnung und läuft nach Plan. Doch nach der Hälfte der Strecke spürt der Frosch plötzlich einen stechenden Schmerz im Rücken. Aus dem Augenwinkel sieht er, wie der Skorpion den Stachel aus seiner Haut zieht. Ein tödliches Taubheitsgefühl kriecht ihm in die Glieder.

" Du Dummkopf!", quakt der Frosch. "Du hast gesagt, du müsstest auf die andere Seite, um Geschäfte zu tätigen. Jetzt werden wir beide sterben!"

Der Skorpion zuckt die Achseln und führt auf dem Rücken des ertrinkenden Froschs ein Tänzchen auf.

"Herr Frosch", antwortet er lässig, "Sie haben es selbst gesagt. Ich bin ein Skorpion. Es entspricht meinem Wesen, zu stechen."

Dann verschwinden der Skorpion und der Frosch im schmutzigen, trüben Wasser des Stroms.

Und keiner von beiden ward je wieder gesehen.
Bestandteil des Wesens

Im Jahr 1980 wurde dem Amerikaner John Wayne Gacy der Prozess gemacht. Bei der Gelegenheit erklärte er mit einem Seufzer, sein einziges Verbrechen sei es, dass er "einen Friedhof ohne Lizenz betrieben habe".

Es war wirklich ein Friedhof. Zwischen 1972 und 1978 hatte Gacy mindestens dreiunddreißig junge Männer und Jungen (mit einem Durchschnittsalter von etwa achtzehn Jahren) vergewaltigt und ermordet und dann in einen Kriechkeller unter seinem Haus geschafft. Eins seiner Opfer, Robert Donnelly, überlebte Gacys Aufmerksamkeiten, aber er wurde von ihm so gnadenlos gequält, dass er ihn anflehte, es "hinter sich zu bringen" und ihn zu töten.

Gacy war irritiert. "Dazu komme ich noch", erwiderte er.

Ich habe das Gehirn von John Wayne Gacy in den Händen gehalten. 1994 wurde er durch eine Todesspritze hingerichtet. Dr. Helen Morrison, eine Zeugin der Verteidigung bei seinem Prozess und eine der weltweit führenden Experten in Bezug auf Serienmörder, hatte bei seiner Autopsie in einem Chicagoer Krankenhaus assistiert. Anschließend war sie mit einem Konservenglas auf dem Beifahrersitz ihres Buick, in dem Gacys Gehirn hin- und herschwappte, nach Ha

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