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Ratgeber Borderline-Störung Informationen für Betroffene und Angehörige von Bohus, Martin (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag
eBook (ePUB)
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Ratgeber Borderline-Störung

Etwa fünf von hundert deutschen Jugendlichen und jungen Erwachsenen leiden heute unter einer Borderline-Störung: Heftige Schwankungen der Gefühle, suizidale Krisen, Selbstverletzungen und tiefe Verzweiflung gehen einher mit Problemen im zwischenmenschlichen Bereich. Diese betreffen insbesondere das Grundgefühl der "Zugehörigkeit" zu anderen, so dass tiefgreifende Einsamkeit und Verlorenheit sich oft mit Enttäuschung und Wut abwechseln. Der Ratgeber beschreibt in einer verständlichen Sprache die verschiedenen Merkmale der Störung und erklärt das derzeitige Wissen über deren Entstehung und Wirkweise. Vor allem aber ermutigt der Ratgeber zu einer wirkungsvollen psychotherapeutischen Behandlung: Der Schwerpunkt liegt hier auf der Dialektisch Behavioralen Therapie (DBT), weil dieses Behandlungsverfahren derzeit als das wirkungsvollste gilt und spezifisch für die Behandlung der Borderline-Störung entwickelt wurde. Die Struktur und Arbeitsweise dieser Therapie wird erklärt, drängende Fragen werden aufgegriffen und es werden erste Anleitungen zur Selbsthilfe gegeben. Hilfestellungen für Angehörige, Hinweise zu Selbsthilfegruppen und zur Vernetzung mit anderen Betroffenen sowie hilfreiche Internetadressen runden den Ratgeber ab.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 125
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783844417906
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 950 kBytes
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Ratgeber Borderline-Störung

3 Welche Möglichkeiten gibt es, die Borderline-Störung erfolgreich zu behandeln?

3.1 Grundsätzliches

Die allermeisten Betroffenen, die unter einer Borderline-Störung leiden, brauchen psychotherapeutische Behandlung. Bisweilen ist zusätzlich eine medikamentöse Behandlung hilfreich oder auch eine professionelle Unterstützung im sozialen Bereich. Je früher und je gezielter diese Behandlungen in die Wege geleitet werden, desto günstiger wird sich dies auf den weiteren Verlauf auswirken. Es ist jedoch nicht immer einfach, die richtige und passende Behandlungsform zu finden. Meistens ist dies sogar ausgesprochen schwierig.

Verschiedene Bedingungen erfordern unterschiedliche Maßnahmen: Das heißt, die Behandlung sollte sich daran orientieren, welche zentralen Probleme im Augenblick im Vordergrund stehen. Da gibt es etwa die 19-jährige Borderline-Patientin, die mit ihrem Elternhaus gebrochen und ihre Ausbildung zur Krankenschwester abgebrochen hat und auf der Straße lebt. Sie konsumiert Drogen und finanziert diese mit gelegentlicher Prostitution. Sie braucht eine andere Form der Unterstützung als etwa eine 30-jährige verheiratete Erzieherin, die sich durch die Auseinandersetzung mit verhaltensauffälligen Kindern und deren Eltern an ihre eigene Vergangenheit erinnert fühlt, sich überengagiert, Schlafstörungen und Alpträume entwickelt und nun Gefahr läuft, eine Medikamentenabhängigkeit zu entwickeln.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Betroffenen selbst die Planung der Behandlung so verantwortlich wie möglich gestalten. Dies ist nicht immer möglich, gerade unter Krisenbedingungen ergreift man oft den nahen Strohhalm, und begibt sich in die nächstbeste psychiatrisch/psychotherapeutische Behandlung. Dennoch: Spätestens nach Abflauen der akuten Krise sollten einige grundlegenden Fragen unbedingt geklärt werden:

Leide ich unter heftigen Emotionen und Selbstzweifeln und verhalte ich mich so, dass ich rasch in lebensbedrohliche Krisen gerate?

Gibt es äußere Umstände (Familie, Partner, Finanzen, Ausbildung, Beruf), die mich stark belasten und emotional verwundbar machen?

Benötige ich Unterstützung in der Bewältigung meines Alltags (Beruf, Wohnung, Kindererziehung, Finanzen)?

Neige ich dazu, Therapien oder Unterstützungsangebote immer wieder abzubrechen?

Bekomme ich die wichtigsten Abläufe des Alltags geregelt, fühle mich aber permanent davon überfordert bzw. an der Grenze dazu?

Benötige ich jemanden, der mir bei der Klärung von wichtigen Entscheidungen oder in der Aufarbeitung meiner belastenden Vergangenheit oder bei Problemen mit meinem Partner hilft?

Je nachdem, wie Ihre Antworten ausfallen, sollten Sie sich um die entsprechenden Behandlungsangebote kümmern: Mit entsprechender Häufigkeit, Dauer und Kompetenz.

Die Voraussetzung für jede vernünftige Behandlung ist eine fundierte Diagnose. Wenn Sie Ihren Verdacht auf eine Borderline-Störung abklären lassen wollen, so können Sie jederzeit einen Termin bei einem Psychiater, einem Psychologischen Psychotherapeuten oder an einer psychiatrisch/psychotherapeutischen Ambulanz vereinbaren. Es gibt sehr verlässliche standardisierte Interviews, die etwa 60 Minuten dauern. Ein erfahrener Kliniker kann die Diagnose auch aufgrund eines gründlichen Gespräches stellen. Sie sollten als Betroffene darauf bestehen, die diagnostischen Kriterien und die Begründung zu erfahren, auf die der Arzt oder Psychologe sein Urteil stützt. Manche unserer Kollegen können sich zu dieser Einstellung noch nicht durchringen - such

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