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Ratgeber Kinder psychisch kranker Eltern Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher von Lenz, Albert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.08.2016
  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (ePUB)
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Ratgeber Kinder psychisch kranker Eltern

Zahlreiche Eltern, die selbst unter einer psychisch Erkrankung leiden, machen sich Sorgen darüber, dass ihre Kinder ebenfalls erkranken könnten. Wie sehen die Belastungen für Kinder psychisch erkrankter Eltern aus? Wie erleben Kinder und Eltern die Situation? Wie können andere Bezugspersonen helfen? Welche Hilfen gibt es? Der Ratgeber liefert Antworten auf diese und weitere Fragen. Der Ratgeber beschreibt die genetischen, individuellen, psychosozialen und familiären Belastungsfaktoren und das subjektive Belastungserleben der Kinder und Eltern. Den Schwerpunkt des Ratgebers bilden Informationen dazu, was resiliente Kinder auszeichnet und wie die Widerstandskräfte der Kinder durch Eltern, Lehrer und Erzieher gestärkt werden können. Der Ratgeber zeigt zudem auf, wie Eltern Hilfen für ihr Kind finden und welche Anlaufstellen, den richtigen Weg für die Betroffenen weisen können. Der Ratgeber liefert Informationen dazu, was resiliente Kinder auszeichnet, und zeigt auf, wie die Widerstandskräfte von Kindern psychisch kranker Eltern gestärkt werden können.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 82
    Erscheinungsdatum: 23.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783844425901
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 2000 kBytes
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Ratgeber Kinder psychisch kranker Eltern

2 Was Sie über die Belastungen von Kindern wissen sollten, deren Eltern an einer psychischen Störung leiden (S. 13-14)

Psychisch erkrankte Eltern machen sich Sorgen, dass sich ihre Störung auf die Kinder überträgt und ihre Kinder ebenfalls erkranken. Wie die Ergebnisse der sogenannten Risikoforschung zeigen, sind die Sorgen nicht ganz unberechtigt. Kinder von Eltern mit einer psychischen Störung sind nicht nur in vielfältiger Weise von der elterlichen Erkrankung betroffen, sondern haben ein deutlich erhöhtes Risiko im Verlaufe ihrer Entwicklung mit Verhaltensauffälligkeiten zu reagieren und selbst an einer psychischen Störung zu erkranken. Sie stellen somit eine besondere Risikogruppe dar, die eine sehr viel höhere Rate psychischer Störungen aufweist als Kinder aus Vergleichsfamilien mit psychisch gesunden Eltern.

In Studien konnte nachgewiesen werden, dass 1 % der Allgemeinbevölkerung im Verlauf des Lebens an einer psychotischen Störung (z. B. an einer Schizophrenie) erkrankt. Bei einem Kind, bei dem ein Elternteil an einer psychotischen Störung leidet, ist das Erkrankungsrisiko, im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung, um mehr als das Zehnfache erhöht. Im Durchschnitt liegt das lebenslange Erkrankungsrisiko für die betroffenen Kinder bei etwa 13 % (siehe Plass & Wiegand-Grefe, 2012; Lenz, 2014). Trotz dieser deutlichen Risikoerhöhung kann man aber feststellen, dass die überwiegende Mehrzahl der Kinder, deren Eltern unter einer psychotischen Störung leiden, nämlich ca. 90 %, im Verlaufe ihres Lebens keine derartige Störung entwickeln. Bei schweren affektiven Störungen (z. B. Depressionen) beträgt das Lebenszeitrisiko in der Allgemeinbevölkerung etwa 6 % (siehe Lenz, 2014; Mattejat & Lisofsky, 2014). Das Erkrankungsrisiko ist bei Kindern von Eltern mit einer affektiven Störung, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, verdoppelt. Wiederum können wir also feststellen, dass die große Mehrheit der Kinder von Eltern mit einer depressiven Störung im Verlaufe ihres Lebens selbst nicht erkrankt.

Bislang sind wir am Beispiel der psychotischen und affektiven Störungen der Frage nachgegangen, wie sich das Risiko für Kinder erhöht, dieselbe Störung wie ihre Eltern zu entwickeln. In der Wissenschaft spricht man in diesem Zusammenhang vom "spezifischen Erkrankungsrisiko".

Untersuchungen zeigen, dass Kinder psychisch kranker Eltern im Verlauf der Kindheit und Jugendzeit auch ganz andere psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Dieses "allgemeine Erkrankungsrisiko" soll im Folgenden, am Beispiel affektiver Störungen, veranschaulicht werden. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass bei Kindern, bei denen ein Elternteil an einer affektiven Störung (z. B. Depression) leidet, das Risiko für die Entwicklung von psychischen Störungen allgemein um das ca. Vierfache höher ist als bei Kindern von gesunden Eltern (siehe Plass & Wiegand- Grefe, 2012; Lenz, 2014). Was die Art der Störungen betrifft, lässt sich eine Vielzahl an psychischen Auffälligkeiten und Problemen beschreiben.

Häufig weisen die Kinder soziale Auffälligkeiten, wie z. B. Aggressivität, sozialer Rückzug, Kontaktstörungen, Angststörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schulprobleme, auf oder es zeigen sich spezielle Auffälligkeiten, wie z. B. eine verstärkte Neigung zu Schuldgefühlen. Das erhöhte Erkrankungsrisiko bei Kindern von Eltern mit einer psychischen Störung führt zu der Frage nach den möglichen Ursachen für diese Risiken. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnten verschiedene Einflussfaktoren identifiziert werden, die uns in die Lage versetzen, die Wirkzusammenhänge besser zu verstehen. Es handelt sich hierbei zum einen um genetische Einflüsse und zum anderen um Umweltfaktoren. Der Frage, welche Rolle die Vererbung und welche Rolle die Umwelt spielt, soll im Folgenden nachgegangen werden.

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