text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Ratgeber Schlafstörungen Informationen für Betroffene und Angehörige von Riemann, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.04.2016
  • Verlag: Hogrefe Verlag
eBook (PDF)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ratgeber Schlafstörungen

Etwa 5% aller Deutschen leiden unter einer ausgeprägten, schweren oder chronischen Form des nicht erholsamen Schlafs, welche durch Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen entsteht. Die Neuauflage des Ratgebers wendet sich an alle Menschen, die unter vorübergehender oder chronischer Schlaflosigkeit leiden und mit Hilfe des Ratgebers versuchen können, gegen ihre Schlafstörung erfolgreich anzugehen. Der Ratgeber stellt wirkungsvolle verhaltenstherapeutisch orientierte Maßnahmen zur Reduktion von Schwierigkeiten mit dem Ein- und Durchschlafen dar. Dazu gehören Entspannungstechniken, die Aufklärung über Schlaf und Schlafhygiene, Regeln zur Schlaf-Wach-Rhythmusstrukturierung sowie kognitive Techniken, um nächtliches Grübeln zu vermeiden. Neben spezifischen Techniken zur Behandlung der Schlaflosigkeit bietet dieser Ratgeber auch einen Überblick über die Physiologie und Psychologie des Schlafes sowie über andere Schlafstörungen, wie etwa die ruhelosen Beine und das Schlaf-Apnoe-Syndrom. Die aufgezeigten Methoden sind vielfach wissenschaftlich überprüft und in ihrer Effektivität gut belegt.

Produktinformationen

Weiterlesen weniger lesen

Ratgeber Schlafstörungen

18 2 Wie entstehen Schlafstörungen und welche Ursachen und aufrechterhaltende Faktoren gibt es dafür?

Im Folgenden wird auf die verschiedenen Ursachen einer Insomnie eingegangen. Es handelt sich dabei um organische und psychische Faktoren.
2.1 Organische Ursachen

Fast jede organische Erkrankung (vgl. Kasten) kann den Schlaf in der Nacht stören. Dies gilt besonders für Erkrankungen, die mit Schmerzen einhergehen, da diese auch nachts auftreten können und somit den Schlaf verhindern. Zudem gibt es eine Vielzahl von hormonellen Erkrankungen, wie z.B. Schilddrüsenstörungen, die den Schlaf beeinträchtigen. Bei Klagen über chronische Schlafbeschwerden muss auf jeden Fall der Gesundheitsstatus erfasst werden. Er umfasst eine körperlich-medizinische Untersuchung, Bestimmung von Laborwerten (insbesondere Schilddrüsendiagnostik) sowie die Ableitung eines Elektrokardiogramms (EKG). Damit kann grob geklärt werden, ob eine körperliche Erkrankung vorliegt. Sollte dies der Fall sein, ist der erste therapeutische Schritt die Behandlung der Grunderkrankung.

Organische Erkrankungen, die die Schlafqualität beeinträchtigen

Herz- und Lungenerkrankungen

Chronische Nierenerkrankungen/Magen-Darmerkrankungen

Endokrinologische (z.B. hormonelle) Erkrankungen

Chronischer Schmerz z.B. bei rheumatischen Erkrankungen

Maligne (= bösartige) Erkrankungen und chronische Infektionen

Epilepsien (Anfallsleiden)

Extrapyramidal-motorische Erkrankungen (z.B. Morbus Parkinson)

Polyneuropathien (Nervenschädigungen z.B. als Folge von Diabetes)

Restless legs/Periodische Beinbewegungen im Schlaf

19 Oft ist dadurch alleine jedoch eine Besserung oder Heilung der Insomnie nicht zu erzielen, z.B. bei unheilbaren Krebserkrankungen. Hier müssen dann darüber hinaus spezifische Maßnahmen zum Einsatz kommen, um die Schlafstörung positiv zu beeinflussen.

Eine besonders wichtige organische bzw. neurologische Erkrankung, die den Schlaf stört, ist das Syndrom der nächtlichen Beinunruhe ("restless legs") und die häufig damit in Verbindung stehenden nächtlichen periodischen Beinbewegungen. Bei dieser Krankheit tritt vor allen Dingen nachts, wenn die Betroffenen sich zur Ruhe begeben, ein Bewegungsdrang in den Beinen, manchmal auch in den Armen auf. Häufig sind dieser Bewegungsdrang und die damit verbundenen Unruhegefühle schwer zu beschreiben, manchmal handelt es sich um ein Jucken, Kribbeln, oder um schmerzhafte Phänomene. Der Bewegungsdrang führt dazu, dass die Betroffenen so unruhig werden, dass sie aufstehen und umherlaufen. Erst dadurch klingen die Beschwerden ab. Beim Wiederhinlegen wiederholt sich die Symptomatik und die quälende Bewegungsunruhe tritt wieder auf. Die Betroffenen führen oft die verschiedensten Versuche aus, um diese Beschwerden zu lindern, wie etwa die Beine kalt und warm abzuduschen oder sie zu massieren. Manchmal scheuen sich die Betroffenen, ihrem Arzt von diesen Unruhegefühlen zu berichten, weil sie Angst davor haben, etwa für psychisch gestört oder verrückt gehalten zu werden. Die entsprechenden Beschwerden klingen oft erst in der Nachtmitte ab, so dass die Betroffenen nicht vor 3.00 oder 4.00 Uhr morgens Schlaf finden. Bei Menschen, die noch im Berufsleben stehen, bedeutet das einen massiv reduzierten Nachtschlaf und daraus resultierende Müdigkeit oder Schläfrigkeit tagsüber. Bei vielen von ihnen ist nicht nur das Einschlafen gestört, sondern der gesamte Nachtschlaf ist "zerstückelt". Ursache hierfür sind nächtliche periodische Beinbewegungen, d.h. in Serien auftretende Zuckungen der Beine oder Arme, die den Schlaf nicht tief und fest werden lassen. Diese Beschwerden treten nicht selten (aber zum Glück nur vorübergehend) im letzten Drittel der Schwangers

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen