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Sprache ohne Worte Wie unser Körper Trauma verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt von Levine, Peter A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.07.2011
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
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Sprache ohne Worte

Dr. Peter A. Levine, soeben für sein Lebenswerk ausgezeichnet vom amerikanischen Verband der Körpertherapeuten, ist einer der bedeutendsten Traumaforscher unserer Zeit. Seine Bücher sind internationale Bestseller. "Sprache ohne Worte" stellt den Gipfelpunkt seines Schaffens dar. "Traumatisiert zu sein bedeutet, verdammt zu sein zu einer geistigen Endlosschleife unerträglicher Erfahrungen. In diesem fesselnden Buch erklärt Peter Levine, was bei einem Trauma in unserem Körper und unserer Psyche geschieht, und zeigt, wie die Weisheit des Körpers hilft, es zu überwinden und zu transformieren." Dr. Onno van der Hart, Prof. für Psychopathologie und Trauma, Universität Utrecht Dr. Peter A. Levine, geboren 1942, Biologe, Physiker und Psychologe, ist einer der anerkanntesten Trauma-Therapeuten. Seine Methode Somatic Experiencing®, ein ganzheitlicher Ansatz zur Trauma-Heilung, unterrichtet er weltweit. Im Oktober 2010 erhielt er den Lifetime Achievement Award der amerikanischen Vereinigung der Körperpsychotherapeuten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 26.07.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641061234
    Verlag: Kösel
    Originaltitel: In an Unspoken Voice
    Größe: 2525 kBytes
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Sprache ohne Worte

Kapitel 1

Die Macht einer Sprache ohne Worte

"Wenn man innerlich gelernt hat, was Furcht und
Zittern ist, so ist man gegen den Schrecken durch
äußere Einflüsse gesichert."

I Ging, Hexagramm 51, Das Erregende
(Das Erschüttern, der Donner)

Wie selbstsicher wir auch sein mögen, unser Leben kann im Bruchteil einer Sekunde völlig zerstört werden. Wie in der biblischen Geschichte von Jona können die bislang unbekannten Mächte von Trauma und Verlust uns völlig verschlingen. Gefangen und verloren in ihrem kalten, dunklen Bauch, erstarren wir vor Entsetzen und Hilflosigkeit.

Zu Beginn des Jahres 2005 verließ ich an einem milden Morgen in Südkalifornien mein Haus. Die angenehme Wärme und die leichte Meeresbrise beschwingten meine Schritte. Dieser Wintermorgen weckte wahrscheinlich bei allen Menschen im Land den Wunsch, ihre Schneeschieber beiseite zu stellen und sich an die warmen, sonnigen Strände Südkaliforniens zu begeben. Es versprach einer jener vollkommenen Tage zu werden, an denen wir das sichere Gefühl haben, dass nichts falsch laufen und nichts Böses passieren kann. Aber es passierte.
Ein Augenblick der Wahrheit

Voller Vorfreude auf meinen lieben Freund Butch, dessen 60. Geburtstag wir feiern wollten, lief ich die Straße entlang.

Ich betrat einen Fußgängerüberweg ... und im nächsten Augenblick liege ich völlig erstarrt und betäubt auf der Straße, unfähig mich zu bewegen oder zu atmen. Mir ist absolut unklar, was da gerade passiert ist. Wie bin ich hier hingeraten? Durch den dichten Nebel meiner Verwirrung und Ungläubigkeit eilen Menschen auf mich zu. Sie bleiben stehen, entsetzt. Ziehen einen immer engeren Kreis um mich, beugen sich abrupt über mich, starren auf meinen gelähmten, verrenkten Körper. Aus meiner hilflosen Lage da am Boden kommen sie mir vor wie eine Schar gefräßiger Raben, die im Begriff sind, sich auf ein verletztes Opfer zu stürzen - mich. Langsam gewinne ich die Orientierung zurück und erkenne den tatsächlichen Angreifer. Wie in einer altmodischen Blitzlichtaufnahme sehe ich einen beigefarbenen Wagen, der mit seinem zahnähnlichen Frontblech und einer zersplitterten Windschutzscheibe über mir lauert. Die Tür schlägt plötzlich auf. Eine junge Frau, fast noch ein Mädchen, springt mit weit aufgerissenen Augen heraus. Sie starrt mich benommen und entsetzt an. Auf eigenartige Weise weiß ich, was passiert ist, und weiß es zugleich nicht. Die Puzzlestücke fügen sich zusammen zu einer furchtbaren Gewissheit: Als ich den Fußgängerüberweg betrat, muss mich dieses Auto angefahren haben . Verwirrt und ungläubig sinke ich zurück in eine vernebelte Zwischenwelt. Ich bin unfähig, auch nur einen einzigen klaren Gedanken zu fassen oder willentlich aus diesem Alptraum zu erwachen.

Ein Mann eilt auf mich zu und kniet sich neben mich. Er stellt sich als Rettungssanitäter außer Dienst vor. Als ich versuche herauszufinden, woher seine Stimme kommt, ermahnt er mich streng: "Nicht den Kopf bewegen!" Der Widerspruch zwischen seinem scharfen Befehl und dem natürlichen Impuls meines Körpers, sich der Stimme zuzuwenden, versetzt mich in angstvolle, lähmende Angespanntheit. Meine Wahrnehmung ist seltsam gespalten, und ich erlebe, wie ich auf unheimliche Weise meinen Körper verlasse. Es ist, als schwebte ich über ihm und schaute hinab auf die Szene, die sich da unter mir abspielt.

Ich schnelle zurück in den Körper, als der Mann neben mir grob nach meinem Handgelenk greift und meinen Puls prüft. Dann ändert er seine Haltung und hockt jetzt direkt über mir. Ungeschickt greift er mit beiden Händen nach meinem Kopf und hält ihn fest, damit er sich nicht mehr bewegt. Sein abruptes Verhalten und seine scharfen Kommandos versetzen mich in Panik, sodass ich noch mehr erstarre. Die Angst sickert langsam in mein verwirrtes, vern

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