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Warum Burnout nicht vom Job kommt Die wahren Ursachen der Volkskrankheit Nr. 1 von Heinemann, Helen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Warum Burnout nicht vom Job kommt

Erschöpft, überarbeitet, ausgebrannt - die Diagnose "Burnout" steht für viele im Zusammenhang mit zu starker Belastung am Arbeitsplatz. Der wachsende Druck sei schuld, immer mehr Aufgaben sollen in kürzerer Zeit erledigt werden. Doch die bisherigen Lehrmeinungen zum Thema greifen oft zu kurz. Bessere Organisation kann Burnout nicht verhindern. Auch Stress, Zeitnot und ständige Erreichbarkeit sind nicht die alleinige Ursache. Wieso brennen die einen aus, während die anderen in der Lage sind, weitaus größere Belastungen wegzustecken? Woher rührt diese besondere Schwäche, die Unfähigkeit, Nein sagen zu können? Helen Heinemann, vielfach gefragte Expertin zum Thema, deckt die wahren Gründe für ein Phänomen auf, das wie kaum ein anderes unsere Zeit prägt: Nur, wer bereits tief aus dem Gleichgewicht ist, gerät irgendwann in den Strudel eines Burnouts. Doch soweit muss es gar nicht kommen. In diesem Buch finden Sie völlig neue Wege zur Vorbeugung, die eigene Belastungsgrenze nicht zu überschreiten und die eigene Widerstandskraft zu stärken.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 01.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678650
    Verlag: HarperCollins
    Größe: 683 kBytes
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Warum Burnout nicht vom Job kommt

Kapitel 2 Wer ausbrennt und wer nicht

Ich wartete auf meine neue Gruppe. Während ich den Raum noch ein wenig herrichtete, trafen nach und nach die ersten Männer ein, grüßten freundlich und suchten sich ihre Plätze. Mir fiel besonders ein etwa 40 Jahre alter Mann auf. Eine auf den ersten Blick vitale Erscheinung, nur bei genauerem Hinsehen erkannte man die Müdigkeit in seinen Augen. Er war sehr gut angezogen - nicht auffällig, aber jemand, der sich auskannte; ich sah sofort, wie gut sein Sakko geschnitten war und dass das Hemd nicht aus einem Kaufhaus stammte. Mit seiner Ausstrahlung von Autorität, Erfolg und Stil erfüllte er den ganzen Raum. Was hatte der bei mir im Kurs zu suchen?

In der Vorstellungsrunde erzählte er, dass er ein promovierter Ingenieur sei und in der Fotovoltaik-Branche arbeite. Er hatte Führungsverantwortung für eine ganze Abteilung und stellte seinem Unternehmen Tag für Tag Bestleistungen zur Verfügung. Aber auch im privaten Bereich war er hochengagiert. Ehrenamtlich arbeitete er bei der Siedlungsvereinigung, er spielte fast konzertreif Klavier und sorgte liebevoll für seine Familie.

Die Zuhörer in der Runde konnten dem Mann ebenso wie ich selbst vom ersten Moment an viele positive Fähigkeiten attestieren: ein ausgeprägtes Organisationstalent, gelassene Weitsicht, gut entwickeltes Selbstbewusstsein sowie das Talent, seine Bedürfnisse und Interessen zu formulieren. Er konnte vorhandene Probleme benennen und sein analytischer Verstand verschloss sich keinem Denkansatz.

Als er von seiner Arbeit berichtete, war es das Übliche: Ärger, Druck, Stress - von allen Seiten zerrte es an ihm. Der lange Anfahrtsweg, die unflexiblen Arbeitszeiten, die endlosen Sitzungen, all das machte ihm zu schaffen. Sein direkter Vorgesetzter fürchtete ihn als Konkurrenten und machte ihm deshalb das Leben schwer. Auch die räumlichen Verhältnisse waren alles andere als optimal. Das Unternehmen wuchs rasant, platzte aus allen Nähten. Obwohl er schon weit oben in der Hierarchie angekommen war, musste er sich seit ein paar Monaten mit vier anderen Managern ein Büro teilen. In dem ständig unruhigen Umfeld konnte er nicht in Ruhe arbeiten, seine nächtlichen Schlafprobleme verschärften die Situation nur noch. Ganz nebenbei erzählte er auch von seiner Familie, den zwei Kindern und dem neuen Haus. »Eigentlich müsste ich mich mehr um meine Familie kümmern«, sagte er.

Vor einiger Zeit hatte ihn dann ein Warnschuss auf physischer Ebene aufgeschreckt. Er war allein im Auto auf der Autobahn unterwegs, als er beunruhigende Schmerzen in der Brust spürte. Das Herz raste und stolperte. Ein unkontrollierbares Zittern erfasste seinen ganzen Körper und eine rasch einsetzende Atemnot löste in ihm das Gefühl aus, gleich ersticken zu müssen. Glücklicherweise konnte er noch rechtzeitig anhalten. Erst nach etwa 30 Minuten sah er sich in der Lage, ganz langsam weiterzufahren und die Autobahn zu verlassen. Am selben Tag noch ging er zum Arzt und ließ sich gründlich durchchecken, weil er Sorge hatte, einen leichten Herzinfarkt gehabt zu haben. Doch die Untersuchungen endeten ohne Befund. Autobahnen - und nach Möglichkeit auch das Autofahren - meidet er seither.

Trotz allem war die Stelle bei dem Solarenergie-Unternehmen für den Ingenieur immer noch sein Traumjob und er identifizierte sich in hohem Maße mit seinem Betrieb. Aber er litt darunter, dass er unter den gegebenen Bedingungen nicht das leisten konnte, was er leisten wollte.

Damit wäre die Sache eigentlich erledigt gewesen, die Diagnose klar: Die Arbeit frisst ihn auf, der Chef macht ihn fertig, unter diesen Arbeitsbedingungen kann doch kein Mensch vernünftig arbeiten ... Doch ich war misstrauisch. Ich sah einen erschöpften Menschen, der aber augenscheinlich noch vollkommen Herr der Situation war. Oder ließ er uns - unbewusst - nicht in seine Karten gucken und verbarg das eigentliche Problem vor sich selbst un

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