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Wer falsch rechnet, den bestraft das Leben Das kleine Einmaleins der Alltagsmathematik von Hesse, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2014
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Wer falsch rechnet, den bestraft das Leben

Im modernen Alltag gibt es mehr Zahlen als Wörter. Big Data ist in aller Munde. Aber Daten muss man, um sie zu verstehen, genauso deuten wie Wörter. Mathe-Prof. und Zahlen-Guru Christian Hesse zeigt, wie. Er enthüllt die folgenreichsten Fehlerquellen bei Zahlen, Daten und Statistiken, erklärt, wie sie zustande kommen und wie hier Abhilfe zu schaffen ist. Zahlen lügen nicht, könnte man denken. Doch das stimmt nicht immer. Man kann aus Zahlen, Daten und Statistiken auf der Hand liegende Schlüsse ziehen und sich dennoch ins Unrecht setzen. "Lügen mit der Wahrheit" könnte man das nennen. Hätten Sie zum Beispiel gedacht, dass sich Ihre Situation verschlechtern kann, wenn Sie eine zusätzliche Handlungsmöglichkeit eingeräumt bekommen? Das ist nur eines von vielen Paradoxa mit Relevanz für das tägliche Leben, die Christian Hesses neues Buch mit intelligentem Witz aufspürt und auflöst. Wer richtig rechnet, lebt besser und im Zweifelsfall auch länger. Christian Hesse, geb. 1960, promovierte an der Harvard University (USA) und lehrte an der University of California, Berkeley (USA). Seit 1991 ist er Professor für Mathematik an der Universität Stuttgart.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 217
    Erscheinungsdatum: 11.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406662508
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 5652 kBytes
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Wer falsch rechnet, den bestraft das Leben

2. Warum es weniger gut sein kann, mehr gute Möglichkeiten zu haben

Die Mehr-ist-besser-Falle

Abenteuer Alltag

Leben ist Wettbewerb, und Alltag ist Abenteuer. Unzählige Begebenheiten des Lebens lassen sich als Wettbewerb zwischen Akteuren verstehen, die miteinander in Wechselwirkung stehen. Die Akteure haben ihre individuellen Interessen. In den Wettbewerbsspielen handelt jeder Einzelne, um ein von ihm verfolgtes Ziel zu erreichen. Dabei müssen ständig Entscheidungen getroffen werden: Was soll ich als Nächstes tun? Was soll ich als Übernächstes tun? Was soll ich besser nicht tun?

Welche Aktion jemand in die Wege leiten soll, hängt natürlich auch davon ab, über welches Reservoir von Handlungsalternativen er überhaupt verfügt. Wenn jemand wenige Optionen hat, dann kann er nur aus diesen wenigen die für ihn optimale Option auswählen. Wenn jemand zusätzliche Optionen hat, ist sein Entscheidungsspielraum größer, und er kann aus Vollerem schöpfen. Was halten Sie vor diesem Hintergrund von der Aussage:

Je mehr Handlungsmöglichkeiten jemand hat, desto besser ist es für ihn .

Daran lässt sich nicht herumkritteln. Sie werden nicht annehmen, dass ich mit diesem Satz an meinem logischen Apparat vorbeirede. Es gibt an dieser Aussage scheinbar nichts zu zweifeln.

Für jeden Einzelnen ist dieser Satz individuell gültig. Und wenn er für jeden Einzelnen gilt, dann sollte er doch auch global gültig sein. Dieser Gedanke ist im Umlauf. Der Philosoph und Physiker Heinz von Foerster hat ihn sogar zur Grundlage einer Maxime gemacht, als er sagte: "Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird."

Ein an sich schöner Satz, der nicht aneckt. An ihm fällt aber auf: Die Maxime macht nur dann Sinn, wenn es besser ist, mehr Wahlmöglichkeiten zu haben als weniger. Auch Heinz von Foerster scheint wie selbstverständlich davon auszugehen: Mehr Optionen sind besser. Das ist eine allgemeine Wahrheit bei Behandlungen in der Medizin, bei Verhandlungen in der Wirtschaft und generell in allen Situationen des täglichen Lebens. Sollte man denken.

Denkers Pech! Es kann nämlich auch anders sein!

Sie meinen jetzt wahrscheinlich, Sie hätten sich verhört oder ich hätte mich geirrt. Aber das ist nicht so. Sie haben sich nicht verhört, und ich habe mich nicht geirrt. Und ich sage Ihnen, was ich meine.

Überraschenderweise gibt es tatsächlich Szenarien, die nicht in dieses Muster von "Je mehr, desto besser" passen. Und dabei handelt es sich keineswegs um theoretisch-mathematisch-philosophische Hirngespinste, sondern um ganz reale, natürliche, alltagsrelevante Umstände. Die obige Aussage trifft zwar fast immer zu, das sei zugegeben. Aber vereinzelt kann sie auch falsch sein. In der obigen Weise mit Allgemeingültigkeitsanspruch formuliert, handelt es sich jedenfalls um einen Irrtum. "Je mehr Möglichkeiten, desto besser ist es für den, der sie hat" gehört in die Kategorie der manchmal falschen Vorstellungen.

Es ist nun an der Zeit, Ross und Reiter zu benennen:

Unterlaufen wird die Ausnahmslosigkeit obiger Aussage vom Braess-Paradoxon.

Das Braess-Paradoxon veranschaulicht die Tatsache, dass eine zusätzliche Handlungsalternative, die jedem Akteur eingeräumt wird, die Situation für alle Beteiligten verschlechtern kann. Und zwar für jeden Einzelnen und für die Gemeinschaft. Bei den Braess-Szenarien sind die guten und die schlechten Nachrichten nicht mehr fest an ihren Plätzen. Es sind Stücke ganz neuer, wilder Wirklichkeit.

Der Vater des Paradoxons, der deutsche Mathematiker Dietrich Braess, stieß i

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