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PSYCHOLOGIE - Der Mensch auf der Suche nach seiner Identität. Bd. 2 Architektur der Psyche - Geist und Wissen von Kaemmerling, Horst (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.01.2015
  • Verlag: Horst Kaemmerling
eBook (PDF)
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PSYCHOLOGIE - Der Mensch auf der Suche nach seiner Identität.

Wird ein Mensch sich seiner selbst bewusst, erlebt er sich auch in seiner Widersprüchlichkeit. Als ein geschichtetes Wesen, als eine Art psychische Architektur. Mit vitalen Kernen, emotionalen Widerständen und vielfältigen Willensimpulsen. Dabei leiten ihn unterschiedliche kognitive Makrosysteme, die jeweils ganz verschiedene Fenster in die Wirklichkeit eröffnen. Der zweite Band dieser Psychologie führt weiter in die psychische Architektur hinein. Dabei werden verschiedene Theorien genutzt. Über Edelmann lernen wir das Gehirn als Verschachtelung von Karten und rückkoppelnden Schleifen kennen. Über die PSITheorie von Kuhl begreifen wir es als ein sich progressiv entfaltendes System kognitiver Makroeinheiten. Wir werfen einen kurzen kritischen Blick auf die Transaktionsanalyse, die so beeindruckende Brückenfähigkeiten innerhalb klassischer psychologischer Schulen besitzt und Parallelen zur PSITheorie aufweist. Und danach machen wir uns daran, den Menschen als ein werdendes und sich entwickelndes Wesen zu begreifen. Der Band schließt mit einer Bilderfolge unterschiedlicher Persönlichkeitsentfaltungen und Gefährdungen. Horst Kaemmerling, Jahrgang 1943, studierte Psychologie in Münster. Er war viele Jahre leitender Psychologe in einer psychiatrischen Klinik und ist heute psychologischer Psychotherapeut und Dozent an der LWLAkademie Dortmund. Beheimatet sowohl in der Verhaltenstherapie als auch in der humanistischen Psychologie gilt sein Interesse einer Psychologie, die dem Menschen hilft, sich den Existenzfragen unserer Zeit zu stellen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 425
    Erscheinungsdatum: 23.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956904615
    Verlag: Horst Kaemmerling
    Größe: 1423kBytes
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PSYCHOLOGIE - Der Mensch auf der Suche nach seiner Identität.

2. Das rechtskortikale System des Fühlens: Das Handeln aus dem Bauch

Wie verändern nun diese großen Datenbanken das Wesen des Menschen? Beginnen wir mit der rechten Hemisphäre. Dieses System des Fühlens ist lange unterschätzt worden - neben dem strahlend transparenten Verstand. Doch hier finden jene komplexen Intelligenzleistungen statt, über die wir z.B. unsere motivationalen Leitlinien entwickeln und Systeme verstehen können. Jeder Mensch lebt seinen eigenen Lebensweg und schafft sich dabei seine persönliche Identität. Das ist mehr als das bewusste Wissen über sich selbst. Wir ahnen und fühlen oft mehr, wer wir sind, als dass wir es wissen. Gleichzeitig bewegen wir uns erfolgreich in hochkomplexen Welten, die eigentlich nicht durchschaubar sind. Die Sprache unterscheidet gerne zwischen dem engeren Verstand und der komplexeren Vernunft. Kant hat diesen Unterschied dann systematisch genutzt und präzisiert. Der Verstand unterscheidet und wendet Regeln an. Die Vernunft versteht die Regeln und sieht ihre Zusammenhänge. Wenden wir uns nun der Vernunft zu .

2.1 Das biografische, implizite oder Extensionsgedächtnis

Die normalste Form, Informationen aufzunehmen, ist, zu leben und Erfahrungen zu machen. Vermutlich hat der Mensch zunächst einfach dadurch gelernt, dass er gelebt hat. Da war keine Absicht da, ich muss mir dies hier einprägen. Die Tage sind vergangen und mit den Tagen kamen Ereignisse, die unterschiedlich intensiv im Gedächtnis haften blieben. Dies Lernen nennt man implizites (beiläufiges) Lernen , bzw. es ist das implizite oder biografische Gedächtnis , das hier aufgebaut wird. (Hier entfernen wir uns etwas vom Sprachgebrauch, wie ihn Roth und Prinz benutzt haben. Implizit wird dortnur auf den Bereich des automatisierten Wahrnehmens, Erkennens und Handelns angewandt. Das heißt auf automatisierte Bewegungen, auf unsere Gefühle, auf Wahrnehmungsdetektoren usw. Zunächst ist das wohl auch sinnvoll, da hier kaum Transparenz vorhanden ist. Das rechstkortikale System des Fühlens wird entsprechend als episodisches Wissen zum deklarativen Wissen hinzugerechnet. Dabei geht dann allerdings der Unterschied zwischen diesem und den linkskortikalen Systemen verloren. Ich will auf diese Unterschiede nur aufmerksam machen. Sie werden später verständlich werden.)

Dieses Einprägen von Erlebnissen setzt umfangreichere Prozesse voraus als das Konditionieren, wie wir es früher kennen gelernt haben. Beim Konditionieren werden einzelne Reizkonstellationen und Verhaltens- oder Reaktionsmuster nach mehrmaliger Paarung aneinander gekoppelt. Jetzt geht es darum, Situationen, selbst wenn sie nur einmal aufgetreten sind, in ihrer Bedeutung zu erkennen und unserem biografischen Gedächtnis einzuverleiben. Jeder Tag enthält viele Erlebnisse, die aufzunehmen und zu verarbeiten sind. Sie können aber nicht, wie bei der Konditionierung, so oft erlebt werden, bis man sie sich eingeprägt hat. Zudem enthält jedes Erlebnis nicht nur einen Schlüsselreiz wie den Pawlow'schen Glockenton, sondern einen Raum mit seinen Personen und Dingen und einen Zeitabschnitt mit einem emotionalen und motivationalen Erleben, dem dazugehörigen Körperempfinden sowie den begleitenden Gedanken und Deutungen. Wie kann soviel nach nur einmaliger oder wenigen Wiederholungen dauerhaft eingespeichert werden? Der Schlüssel ist das limbische System. Im Thalamus wird diese Integration von Sinnes- und Körperdaten zu einem zusammenhängenden Eindruck geleistet. Im Hippocampus wird dieser Eindruck dann motivational aufgenommen. Von hier aus kann er dann in die großen Assoziationsfelder unseres biografischen Gedächtnisses eingespeist werden. Hierfür werden vor allem rechtskortikale Felder benutzt. Der Hippocampus ist eine Art Zwischenspeicher. Er speichert Erinnerungen und wartet auf Ruhephasen, in denen vom Hippocampus Erlebnisse immer wieder an das Großhirn geschickt werden, bis sie dort ve

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