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Sozialpsychologie des Körpers Wie wir unseren Körper erleben von Steins, Gisela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.08.2007
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
23,99 €
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Sozialpsychologie des Körpers

Wie wir unseren Körper erleben, bestimmt, wie wir uns in unserer sozialen Welt bewegen. So muss es alarmieren, dass viele Frauen und Männer mit ihrem Körper unzufrieden sind. Wie kommt es dazu? Diese Frage wird in diesem Band umfassend beantwortet, indem die Einflüsse unseres Alltags und unserer Kultur auf das Körpererleben aufgedeckt und diskutiert werden. Die Autorin beschreibt auch, wie gegen pathologische Formen von Körperunzufriedenheit und -modifikationen präventiv vorgegangen werden kann. Dabei wird der Bereich 'Körper und Schule' vertieft behandelt.

Prof. Dr. Gisela Steins lehrt Allgemeine und Sozialpsychologie am Fachbereich Bildungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 196
    Erscheinungsdatum: 02.08.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170280809
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 8180 kBytes
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Sozialpsychologie des Körpers

Teil I: Phänomene rund um das Körperbild

Die psychologische Forschung zum Körper ist in den letzten Jahren intensiviert worden. Man hat erkannt, dass eine Fülle psychologischer Phänomene mit dem Körpererleben zusammenhängen und dass zahlreiche Theorien über die Psyche des Menschen unvollkommen bleiben, wenn die körperliche Dimension ausgespart bleibt. Psyche und Soma sind - obwohl zwei vollkommen unterschiedliche Sichtweisen auf den Menschen - nicht einfach zu trennen und stehen in einer komplexen Wechselwirkung miteinander (Nerowski & Steins, 2003; Cash & Pruzinsky, 2002).

Auffallend ist, dass die Forschung zum Körperbild und Körpererleben überwiegend negativ orientiert ist (Blood, 2005). Es sind beispielsweise wesentlich mehr Forschungsarbeiten zur Körperunzufriedenheit zu finden, als zu der ebenfalls interessanten Frage, was uns zufrieden macht mit unserem Körper. Diese Forschungslandschaft lässt keinesfalls den Rückschluss zu, dass unser Körper nicht eine große Quelle der Zufriedenheit sein könnte oder dass es nicht durchaus Bedingungen geben kann, die unser körperliches Wohlbefinden, die Bewertung unseres Körpers optimieren könnten.

Wenn wir die Forschungsbefunde aus westlich orientierten Ländern aufmerksam betrachten, dann stellt sich heraus, dass drei Phänomene auffallend sind:

Die Menschen werden immer unzufriedener mit ihrem Körper,

die Anzahl der Körpermodifikationen nimmt zu

die psychopathologischen Phänomene, die mit unserem Körperbild zusammenhängen, stagnieren auf hohem Niveau oder steigen sogar an bzw. zeigen sich in weiteren Formen, die relativ neu in der psychopathologischen Diagnostik sind.

Diese Phänomene weisen darauf hin, dass in westlich orientierten Gesellschaften etwas schief läuft. Hier verfügen die Menschen eigentlich über viele Möglichkeiten gute Sorge um sich und ihren Körper zu tragen. Und doch sind so viele Menschen trotz der strukturell optimalen Bedingungen unzufrieden mit ihrem Körper.

Um verstehen zu können, was schief läuft, sollen zunächst die zu beobachtenden Phänomene Körperunzufriedenheit, Körpermodifikationen und Psychopathologie betrachtet werden. Was können wir beobachten, wenn wir uns fragen, in welcher Beziehung Menschen zu ihrem Körper stehen und wie sie mit ihm umgehen? An verschiedenen Stellen dieses Buchteils werden die Phänomene bereits anhand von Theorien beleuchtet, die eine Vorbereitung auf die späteren Kapitel und eine Sozialpsychologie des Körpers darstellen.
6 Körperunzufriedenheit

6.1 Zur Messung von Körperunzufriedenheit

Wie kann man herausbekommen, ob jemand unzufrieden mit seinem Körper ist? Die weitaus am häufigsten eingesetzte Methode der Messung zur Körperunzufriedenheit sind Fragebogenverfahren. Probandinnen und Probanden werden schriftlich befragt, ob sie ihren Körper so mögen wie er ist, ob sie zufrieden mit ihm sind oder ob sie ihr Aussehen schätzen. Weiterhin werden sie speziell nach ihrer Zufriedenheit mit einzelnen Körperteilen befragt, ob sie die Form ihres Pos, die Breite ihrer Hüften oder aber den Umfang ihrer Oberschenkel akzeptabel finden. Wie Blood (2005) kritisch bemerkt, wird Körperunzufriedenheit häufig gleichbedeutend gemessen mit "unzufrieden mit dem eigenen Erscheinungsbild".

Eine andere Dimension der Messung stellt die Korrektheit von Einschätzungen bezüglich des Körpers dar. Können wir aus einer angebotenen Reihe von Körpersilhouetten diejenige ausmachen, die unserem Körper am ähnlichsten ist? Das scheint für viele Menschen, auch für psychisch unauffällige Personen, gar nicht so einfach zu sein.

Die Messverfahren zur Körperunzufriedenheit fördern differenzierte Befunde zu Tage. Es ist jedoch unklar, ab wann wir hier von einer wirklichen Zufriedenheit sprechen können. Ist eine Person, die alle Einzelt

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