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Leben Glauben Feiern Familiäre Feste der gelebten Religionen in Europa

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2015
  • Verlag: Czernin Verlag
eBook (ePUB)
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Leben Glauben Feiern

Europa wächst nach innen. Menschen unterschiedlichster Kulturen begegnen einander im täglichen Leben. 'Leben Glauben Feiern' eröffnet den Dialog der Kulturen und liefert Spielregeln für faszinierende Lebensstile. Anhand der Schlüsselerlebnisse Geburt, Heiraten und Bestatten sowie der damit zusammenhängenden privaten Feste werden Einblicke in die gelebten Religionen Europas gewährt. Die Begegnung mit der Beschneidung, der Myrasalbung, der Bar Mizwa, dem Salem-al-eikum, dem Begrüßungskuss unter Männern, der Firmung und der Konfirmation sowie unterschiedlichsten Hochzeitsritualen ist im Bekanntenkreis selbstverständlich geworden. Nach dem Motto 'Wer sich befreunden will, muss sich erst einmal befremden lassen' werden historische und kulturhistorische Hintergründe populär aufbereitet, Bräuche, Riten und Kleidungsvorschriften - von der Blume als Fauxpas über das unpassende 'Grüß Gott' bis hin zum Glas unter dem Schuh - erklärt. Ist Poltern gefragt? Tanzen erwünscht? Weinen gestattet? Vorgestellt werden knapp 20 Glaubensgemeinschaften und Kulturen, unter anderem Aleviten, Altkatholiken, Buddhisten, Hinduisten, Juden, Protestanten und Sunniten. Caroline Seidler, geboren 1959 in Wien. Studium der Kunstgeschichte und Publizistik in Wien und Dijon. Nach abgeschlossener Werbeakademie Arbeit unter anderem als Kundenberaterin in der Werbung, Produktionsleiterin bei Film und Fernsehen, Dozentin an der Werbeakademie, Kuratorin und Fotoredakteurin. Seit 2005 selbstständig als Bildredakteurin und Kommunikationsmanagerin für Fotografen und Illustratoren. Anna Mirfattahi, geboren 1959 in Wien. Studium der Judaistik und Arabistik an der Universität Wien. Seit 1984 Verlagstätigkeit. Lebt mit ihrer Familie in Baden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 01.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783707605631
    Verlag: Czernin Verlag
    Größe: 2489 kBytes
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Leben Glauben Feiern

Religiöse Vielfalt in Europa

von Rainer Münz

Vor 2000 Jahren gab es in Europa sowie rund ums Mittelmeer eine enorme Vielfalt an Riten, verehrten Gottheiten und religiösen Vorstellungen. Die meisten beschränkten sich auf ein Land, eine Region oder einen Tempelbezirk. Die Situation änderte sich erst mit der Ausbreitung des Christentums. Dieses hatte seine Wurzeln zwar in einer jüdisch-messianischen Bewegung. Doch bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. missionierten Christen mit Erfolg in etlichen Teilen des Römischen Reichs. Die neu entstandene christliche Religion setzte sich damit auch außerhalb ihres nahöstlichen Entstehungsgebiets durch. Zugleich bildete die Mission - trotz Berufung auf denselben Gott - die wichtigste Trennlinie gegenüber dem Judentum der Thora. Denn jenem liegt die Vorstellung eines auserwählten Volkes zugrunde. Eben das schließt eine aktive Missionierung "fremder" Völker eigentlich aus.

Nach einer Zeit der Verfolgung stieg das Christentum im 4. Jahrhundert n. Chr. innerhalb des römischen Imperiums zur offiziellen Staatsreligion auf. Diese Religion wurde auch von eindringenden germanischen Stämmen übernommen; zum Beispiel von Langobarden und Franken. Ihrem Beispiel folgten später andere wandernde und sesshafte Germanen, Slawen sowie schließlich die aus Zentralasien eingewanderten Bulgaren und Ungarn.

Nach ursprünglicher Herkunft und Sprache unterschieden sich die Völker Europas. Aber der christliche Glaube stiftete eine wesentliche religiös-kulturelle und rituelle Gemeinsamkeit. Das christliche Abendland bestand allerdings schon im Hochmittelalter nicht nur aus christlichen Europäern. Als größte nichtchristliche Minderheit verblieb die jüdische Diaspora, die es seit der Römerzeit in weiten Teilen Europas und Nordafrikas gab. Zur dritten prägenden Religion Europas wurde seit dem Mittelalter schließlich der Islam.

Wie Judentum und Christentum hatte auch der Islam seinen Ursprung im Nahen Osten. Aus Arabien breitete sich diese Religion im Gefolge der arabischen Expansion im südlichen Mittelmeer-raum und nach der Eroberung Spaniens auch auf dem europäischen Kontinent aus. Die Iberische Halbinsel mit ihren großen jüdisch-sephardischen und muslimischen Gemeinden war damals Europas Region mit der größten religiösen Vielfalt. Erst die christliche Reconquista beendete dieses Zusammenleben. Juden und Moslems wurden vertrieben. Später traf dieses Schicksal sogar die Moriscos, also die zum christlichen Glauben übergetretenen Bewohner Spaniens und Portugals. Schon vorher waren in anderen Teilen Westeuropas jüdische Gemeinden verfolgt und dezimiert worden.

Dauerhaft etablierte sich der Islam hingegen in der heutigen Türkei und auf dem Balkan. Dies hatte damit zu tun, dass die osmanischen Türken zu Muslimen wurden und sich später als europäische Großmacht etablierten. Innerhalb ihres Herrschaftsgebiets bekannten sich später auch Albaner, Bosniaken und andere Bewohner des Balkans zum Islam. Sie bilden heute nach den Türken die größte Gruppe der Moslems in Europa.

Auch das Christentum trug während der letzten Jahrhunderte zur religiösen Vielfalt bei. Schon in der Spätantike trennten sich die Wege der europäischen und der orientalischen Christen. Dadurch kam es zur Gründung eigener Nationalkirchen der Assyrer, Kopten, Syrer und Armenier. In Europa folgte im Hochmittelalter das sogenannte "Schisma", also die endgültige Trennung zwischen orthodoxer Ostkirche und römischer Westkirche, die sich allerdings schon lange vor dem 11. Jahrhundert abgezeichnet hatte. Innerhalb der Orthodoxie emanzipierte sich das Moskauer Patriarchat von Konstantinopel. Später setzte sich das Prinzip selbständiger Landeskirchen durch. Da in den letzten 200 Jahren durch den Zerfall des Osmanischen und des Russischen Reiches sowie zuletzt der Sowjetunion und Jugoslawiens immer mehr unabhängige Staaten mit orthodoxer Bevölkerung entstanden, ka

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