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Leben mit und ohne Gott Beiträge zur inneren Sicherheit

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2017
  • Verlag: Herbig
eBook (ePUB)
4,99 €
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Leben mit und ohne Gott

Die Frage nach Gott oder Göttern ist der Ursprung von Philsophie und Theologie,bildet ein zentrales Thema von Kunst und Literatur und selbst die Naturwissenschaften wären nicht das, was sie heute sind, wenn sich über den 'Allmächtigen' nicht streiten ließe. Man denke nur an Einsteins Bonmot 'Gott würfelt nicht', mit dem er in der Auseinandersetzung mit Niels Bohr der Quantenmechanik die Zufälligkeit austreiben wollte. Wie sicher ist also Gottes Existenz? Lenkt er unser Leben? Oder klafft dort, wo von ihm die Rede ist, eine inhaltslose Lücke? Karsten Krampitz und Uwe von Seltmann schaffen mit diesem Buch ein Novum, das so naheliegend wie originell ist: Sie bieten ein Forum, in dem nicht nur eine 'Partei' zu Wort kommt, sondern in dem die schillernd bunte Meinungsvielfalt der Gläubigen, Zweifler und Ungläubigen ihren Ausdruck findet. Ob in Form eines spitzzüngigen Essays, eines berührenden Schicksalsberichts, einer sachlichen Analyse, einer witzigen Anekdote oder einer kunstvollen Erzählung, immer geht es darum: Was hat Gott mit mir, dem Menschen,zu tun? Eine Sinnsuche der besonderen Art.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 16.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783784480206
    Verlag: Herbig
    Größe: 415 kBytes
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Leben mit und ohne Gott

Axel Noack

Noch nicht zu Hause, aber schon geborgen

Was mein Glaube mir bedeutet

D ie Rede von Gott in unserer Zeit muss sich zwei besonderen Schwierigkeiten stellen. Am Abend des Tages wird deutlich werden: Jede Rede von oder über Gott wird irgendwann einen persönlichen Bezug haben müssen, wenn sie nicht leer und abstrakt bleiben will. Irgendwann gehören solche Sätze wie "Ich glaube ..." oder "Ich kann nicht glauben, dass ..." oder "Ich würde gerne glauben können ..." dazu. Das kleine Wörtchen "ich" lässt sich am Ende nicht vermeiden. Das wusste schon Altmeister Bert Brecht, wenn er von seinem Herrn Keuner erzählt: "Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe. Herr K. sagte: 'Ich rate dir, nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde. Würde es sich nicht ändern, dann können wir die Frage fallen lassen. Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so weit behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden: Du brauchst einen Gott.'"

Freilich, und das bezeichnet dann genau die zweite Schwierigkeit unseres Redens von Gott: In der gesellschaftlichen Öffentlichkeit gelten Sätze mit Bekenntnischarakter leicht anstößig. Glaubensfragen scheinen heute eher in den Intimbereich zu gehören, und so manchem Zeitgenossen fällt es leichter, über seine Sexualität zu sprechen als über seinen Glauben. Denn in der Tat kennen wir auch die aufdringliche, jedes Sachargument im Keim erstickende und für die Zuhörer oft genug peinliche Rede vom eignen Glauben.
Wer heute fromm redet, macht sich leicht lächerlich oder gerät unter Fundamentalismusverdacht.
In seinem berühmten Buch Manieren hält Dr. Asfra-Wossen Asserate daher fest: "Das Bekenntnis ,Ich bin ein Christ' werden die Manieren noch gestatten, wenn auch widerstrebend, denn Bekenntnisse sind nicht so recht nach ihrem Geschmack. Was die Manieren wahrscheinlich verbieten, ist das Werben für den Glauben, das Missionieren, das den Christen aber ganz ausdrücklich aufgegeben ist." Eingedenk dieser beiden grundsätzlichen Schwierigkeiten rede ich nun über meinen Glauben und hoffe es so zu tun, dass sich niemand bedrängt oder in seinem eignen Nicht-Glauben gekränkt fühlt.
Mein Verdienst ist es nicht, dass ich glaube. Glauben können ist ein Geschenk, zu dem Eltern, Großeltern, Lehrer, Pfarrer und Freunde zwar an gewichtiger Stelle, am Ende aber nur bedingt beitragen können. Freilich soll man solches Zutun nicht unterschätzen und jeder kann sich glücklich preisen, der schon in der Kindheit mit praktisch gelebtem Glauben in Berührung kommen konnte.
Wenn man überhaupt vom "Glauben lernen" reden kann, dann eignet sich am besten der Vergleich mit dem Erlernen einer Sprache: Am leichtesten und intensivsten lernen wir unsere Muttersprache und eigentlich passiert das so ganz nebenbei und ohne Lehrbücher und Computerkurse. Wenn die Eltern vorsprechen, sprechen die Kinder bald mit. Viel schwerer ist es, eine Fremdsprache zu erlernen. Vor allem gilt: Ein bestimmter Sprachkurs, der dem einen wunderbar geholfen hat, funktioniert bei einem anderen gar nicht. Es gibt also kein gültiges Rezept. Aber wahrscheinlich wird auch für das Erlernen einer Fremdsprache zweierlei gelten dürfen: Erstens, ich muss es wirklich wollen und ich muss mich anstrengen. Zweitens, besser als alle Lehrbuchtheorie ist die praktische Übung, am besten in einer Gegend, wo die Sprache im Alltag gesprochen wird. Beide "Regeln" gelten auch für das Erlernen der Sprache des Glaubens bei denen, die sie erst als Erwachsene, also als "Fremdsprache" erlernen. Eine Garantie gibt es freilich nicht. Und nebenbei: Für Pfarrerinnen und Pfarrer zählt die Frage von Menschen, die gerne glauben würden, es aber irgendwie - trotz redlicher Bemühung - nicht schaffen, warum nun gerade sie nicht das Geschenk des Glaubens erhalten, zu den größten seelsorglichen Herausforderungen. Mit flotten Sprüchen ist da nicht geholfen.

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