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Meditieren hilft! Eine praktische Einführung für alle von Steiner, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.06.2013
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Meditieren hilft!

Ein Ratgeber, der mit leicht praktizierbaren Übungen Zugänge zur eigenen inneren Tiefe eröffnet. Es lebt aus der langjährigen Erfahrung der beiden Schweizer Autoren mit sich und den Menschen, denen Sie in Seelsorge und Therapie begegnen. Das Buch setzt keine bestimmte Glaubensrichtung voraus, sondern betrachtet Meditation vor allem aus therapeutischer Erfahrung. Es richtet sich an alle Menschen, die spirituelle Lebenshilfe suchen und eine persönliche Spiritualität entwickeln wollen.

Pascal Mösli, geb. 1966, Co-Leiter der Krankenhausseelsorge in der Universitätsklinik Insel in Bern, Schwerpunkt: Begleitung in Krankheit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 05.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451345951
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3794 kBytes
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Meditieren hilft!

II Bewegungen

Im vorherigen Kapitel haben wir Übungen beschrieben, die helfen, die eigene Tiefe zu entdecken. Nun macht es aber einen großen Unterschied, in welcher Haltung ich eine Übung mache. Wenn ich eine Meditation mit spielerischer Neugier mache "Ah, wie ist denn das? Was passiert denn da?", wird etwas anderes geschehen, als wenn ich verbissen daran herangehe: "Das muss doch gehen!" Im ersten Fall werde ich etwas entdecken, was auch immer, im zweiten Fall werde ich angespannter werden. Meditation ist nicht automatisch hilfreich im Leben eines Menschen. Es hängt ganz davon ab, wie sie praktiziert wird. Auf die Ausrichtung kommt es an. Mit welcher Bewegung gehe ich an die Meditation heran und welche Bewegungen in mir stärke ich durch Meditation und Achtsamkeit? Das Wie ist wichtiger als das Was. Wie mache ich das, was ich mache? Das eingangs erwähnte Beispiel mit der Verbissenheit ist nicht zufällig gewählt. Meditation wird häufig eingesetzt aus dem unbewussten Wunsch heraus, mehr Kontrolle über das Leben zu bekommen. Wenn es mir mit meinem Willen nicht gelungen ist, vollständige Kontrolle über mein Leben zu gewinnen, so soll die Spiritualität jetzt den Weg öffnen zu dem, was ich will.
1 Vom verbissenen Üben zum neugierigen Forschen

Es gilt Neuland zu entdecken, die Tiefe meines Daseins zu erkunden, Muster meines Verhaltens zu durchschauen und so an innerer Freiheit zu gewinnen. Das ist spannend, aufregend und bisweilen – wie bei Entdeckungen ganz normal – auch anstrengend und gefährlich. Will ich etwas entdecken, brauche ich Interesse. Irgendetwas habe ich "gerochen". Ich ahne, dass es da etwas gibt, was für mich wichtig ist. Diese Haltung des Forschens führt weiter. Es gibt dafür auch einen anderen Ausdruck: Anfängergeist. Eine neue Beziehung zu beginnen, den ersten Satz in ein neues Heft zu schreiben, eine neue Arbeit anzufangen: das hat etwas Aufregendes. Wir sind hellwach, mit ganzer Aufmerksamkeit dabei. Beim Meditieren erliegen wir schnell der Versuchung, ein bestimmtes Gefühl (wieder-)finden zu wollen. Der Anfängergeist bewahrt uns davor, unseren Vorstellungen zu folgen, wie wir meinen, dass es sein sollte. Auch die fünfte und die fünfzigste und die fünfhundertste Meditation werden mich mit Wesentlichem in Berührung bringen, wenn ich Sie im Anfängergeist angehe. So kommen wir im Meditieren weg von richtig oder falsch und werden zu Erfahrenden. Wir erfahren, was jetzt geschieht. Wir erforschen die Oberfläche und die Tiefe unseres Geistes.

Interesse, Neugier wird in mir von etwas geweckt, das mich anzieht, in mir etwas zum Klingen bringt. Wir können es nicht genau benennen, aber wir spüren es. Das Ziel zieht mich an. Vielleicht begegne ich einem Menschen, der eine Ruhe und Kraft ausstrahlt, die ich mir wünsche. Seine oder ihre Präsenz weckt in mir ein schlummerndes Potenzial. Ein Sog entsteht, es zieht mich hin. Das ist etwas ganz anderes als Druck: Das muss bis dann und dann gemacht sein; das oder das muss sich ändern; das muss ich haben etc. Der Sog folgt wie das Wasser dem Gefälle. Schwerkraft ist auch Sog. Ich folge dem, was mich anzieht. Das Finden ereignet sich; es ist ein Entdecken. Es war schon da, sonst hätte ich es ja nicht gespürt. Nun ziehe ich die Decke weg von dem, was mich anzieht. Beim Meditieren entdecken wir uns selber. Wir durchschauen unsere Vor-stellungen – das, was wir vor die Wirklichkeit stellen – und sehen, was ist. Wir erleben Ent-Täuschung um Ent-Täuschung. Konrad Lorenz, der als Mutter der Graugänse berühmt wurde, sagte, das Wichtigste für einen Forscher sei, dass er jeden Morgen eine seiner Lieblingshypothesen über Bord wirft. Er will der Wahrheit näherkomm

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