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Mit ohne Gott? Sieben Einsichten, woran man alles glauben kann von Miethge, Christiane (eBook)

  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
13,99 €
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Mit ohne Gott?

Woran glauben - Götter, Quanten, Wirtschaftswachstum? Eigentlich ist die Sache ziemlich klar: Die Kirchen sind leer, die Fußballstadien, Clubs oder Yogaklassen voll. Aber heißt das, der Mensch hat aufgehört zu glauben? Ein Jahr öffentliche Diskussion hat gezeigt: nein. Auch die Wissenschaft sagt: Zumindest ein kleines Eckchen unseres vernünftigen Kopfes glaubt an etwas - bewusst oder unbewusst. Fast jeder hat in seinem Leben etwas, das Halt gibt. Nur ist das nicht unbedingt Gott. Was aber dann? Der Erfolg des Blogs "Woran glauben?" ist immens: Tausende Kommentare, Fragen, Briefe, Geschichten und sogar Videos wurden geschickt. Der Kurztest"CRED-O-MAT" wurde in kurzer Zeit von über 10.000 Menschen gemacht. Ein Dokumentarfilm und dieses Buch fassen ein Projekt zusammen, dessen Ergebnisse für geistreiche Diskussionen sorgen werden. Erfahrungen einer Sinnsuche im 21. Jahrhundert Das Buch zum multimedialen Projekt des Bayerischen Rundfunks Der Dokumentarfilm über das Projekt läuft Anfang Oktober im BR Christiane Miethge, geb. 1983, Studium der Politischen Wissenschaften und Journalismus in München und Montréal (Kanada). Redakteurin für Webprojekte in der Redaktion Kinofilm und ARTE des Bayerischen Fernsehens (BFS) sowie Filmautorin. Seit 2013 Mitinitiatorin und -betreiberin des erfolgreichen Blog-Projektes 'Woran glauben', zu dem gerade eine Dokumentation für das BFS entsteht. Miethge lebt in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641149963
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
    Größe: 942 kBytes
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Mit ohne Gott?

Ein Shit- und ein Lovestorm

U-Bahn-Geruckel. Andere lesen Zeitung oder Push-Nachrichten – ich Kommentare. Es gibt zwei Fronten. Auf der einen Seite Menschen, die nicht an die Existenz Gottes glauben können wie zum Beispiel der Leser mit dem Nickname Gottmagnus . Er beginnt seine Argumentation mit einer persönlichen Erfahrung – seiner Diabeteserkrankung:

(...) besonders schön sind die Vergiftungssymptome, die einem das Überwesen, der Gott, antut, es (ist) so richtig schön, mehrere Wochen lang zu kotzen und halb tot auf einem Sofa zu liegen und darauf zu warten, dass man an einer Ketonvergiftung stirbt oder verhungert, weil der große Gott es gut findet, dass das Immunsystem lebenswichtige Zellen tötet.

Ein Klassiker. Wenn es einen Gott gäbe, warum lässt er dann so viel Leid zu? Ich blicke in griesgrämige Gesichter um mich herum. Tja, warum?

Gottmagnus hat scheinbar aus seinen Erfahrungen gelernt. Für ihn ist Gott entweder ein Monster oder es gibt ihn nicht. Mein Handy vibriert wieder. Ein neuer Kommentar, diesmal von Sabine . Wieder eine Leidensgeschichte, doch mit gegenteiliger Interpretation:

Seit 28 Jahren glaube ich an Jesus Christus und lebe bewusst mit ihm. Er hat mich von Essstörungen befreit, und ich habe immer mehr inneren Frieden bekommen. Das ist so entlastend. Ihn zu kennen ist der größte Reichtum meines Lebens.

Natürlich sind Essstörungen und Diabetes nicht das Gleiche, doch ist der Kern nicht ähnlich? Zwei Menschen haben Leid erlebt, und beide kommen zu einer vollkommen unterschiedlichen Interpretation ihres Schicksals. Hätte Gottmagnus mit einem anderen Blickwinkel die Tatsache, dass er heute trotzdem noch lebt, nicht auch einem Gott zuschreiben können? Hätte Sabine nicht ebenso fragen können: Warum lässt ein Gott so ein furchtbares Leiden wie Essstörungen zu? Hätte bei gleichen Lebensumständen Gottmagnus nicht ebenso zu einem glühenden Verfechter Gottes werden können und Sabine zu einer großen Kritikerin?

Der Blickwinkel entscheidet und offensichtlich haben Gottmagnus und Sabine eine ziemlich unterschiedliche Sicht auf die Welt. Woher kommt die Brille, die Gottmagnus in Gott – ein Monster der Christen – und Sabine – den größten Reichtum ihres Lebens – sehen lässt?

Gleich nach der Arbeit beginne ich, in Büchern nachzuschlagen und mit Wissenschaftlern zu sprechen. Man kann diese Frage sicherlich aus vielen Perspektiven beantworten, soziologische, psychologische, theologische Theorien dazu finden – und je nachdem vielleicht auch unterschiedliche Antworten. Wie gesagt: Eine für mich neue Perspektive bietet ein kurzer Ausflug in die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie und der Neurowissenschaften. Schließlich werden sie gerne als Totschlagargument in der Gottes-Diskussion verwendet. Allerdings auf beiden Seiten des Stammtisches.

Glauben ist menschlich: Religiosität steckt auch in den Genen

Ich treffe den Religionswissenschaftler Michael Blume. Zusammen mit Rüdiger Vaas hat er das Buch Gott, Gene und Gehirn 1 geschrieben, das fand ich interessant. Es gibt Abendessen bei ihm zu Hause. Hühnchen. Kein Schwein. Blumes Frau ist Muslima. Er Christ. Das passe wunderbar, meinen sie, beide sind religiös. Jeder auf seine Art. Unterschiedli

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