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Reformation und Islam Ein Diskurs

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2019
  • Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
eBook (ePUB)
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Reformation und Islam

Das Impulspapier »Reformation und Islam« der Konferenz für Islamfragen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat innerhalb und außerhalb der Kirche Zuspruch und Widerspruch erfahren und zur Diskussion eingeladen. Der Band 'Reformation und Islam. Ein Diskurs' zeigt Hintergründe der Entstehung des Textes auf, präsentiert aktuelle Diskussionen zum Thema sowie Perspektiven zum Weiterdenken in Theorie und Praxis. Namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem der Kirchengeschichte, der Fundamentaltheologie und der Praktischen Theologie sowie der Islamwissenschaft sind mit vertiefenden und weiterführenden Beiträgen in diesem Buch versammelt. Bereichernde Darlegungen aus evangelischer, katholischer und muslimischer Sicht um »Reformation und Islam« für alle, die aktuell im christlich-islamischen Dialog engagiert sind und für die am historischen und theologischen Erbe der Reformation Interessierten. Mit Beiträgen von Katajun Amirpur, Josef Freise, Detlef Görrig, Werner Höbsch, Mouhanad Khorchide, Karl-Josef Kuschel, Athina Lexutt, Andreas Mühling, Andreas Renz, André Ritter, Ertu?rul ?ahin und Klaus von Stosch. [Reformation and Islam. A Discourse] The Stimulus Paper 'Reformation and Islam' from the Conference for Islam Issues of the Evangelical Church in Germany (EKD) invites discussion and causes agreement as well as disagreement within and outside the church. The new publication »Reformation and Islam. A Discourse« illuminates some backgrounds of the stimulus paper and presents some new ideas of discussions and perspectives theoretically and practically. Prominent teachers and researchers e.g. of Church History, Fundamental or Practical Theology and Islamic Studies are collected in this book by deepening and continuing articles to give new insights concerning »Reformation and Islam« in the perspective of protestant, catholic and islamic tradition and to reach all those who are engaged within the Christian-Muslim Dialogue and who are interested in the historical and theological heritage.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 360
    Erscheinungsdatum: 31.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783374060061
    Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
    Größe: 2998 kBytes
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Reformation und Islam

Athina Lexutt

»und legten die Verhaltensregeln für einen respektvollen Umgang in der Diskussion fest«

Drei Beispiele der Auseinandersetzung mit dem Islam vor der Reformation

Die Herausforderung

Jeder weiß es, und es steht heute zu Recht auf jeder politischen und gesamtgesellschaftlichen Agenda: Spätestens in einer globalisierten Welt und in einer solchen, in der alles nicht mehr als ein paar Mausklicks entfernt ist, sind umfangreiche Kenntnisse unterschiedlichster Zusammenhänge, Geschichtsbewusstsein und ein ethisches Wertegerüst unverzichtbar, wenn diese Mausklicks nicht einen Clash bewirken sollen und das Aufeinandertreffen verschiedenster religiöser, politischer und kultureller Systeme konstruktiv genutzt werden und nicht zu einem Zusammenbruch unter Feindschaft und Gewalt führen soll. Erst recht gilt dies in den letzten Jahrzehnten im Blick auf die Begegnung von Gesellschaften, die aus und mit den Errungenschaften der europäischen Aufklärung wesentliche Momente ihrer Existenz definieren, und solchen, die demgegenüber an voraufklärerischen Strukturen festhalten und dies unter anderem, dann aber umso vehementer mit religiöser Überzeugung und einem religiösen Auftrag begründen. Welche Rolle in diesem Zusammenhang einem gegenseitigen Kennenlernen und einem Dialog auf Augenhöhe zukommt, ist unbestritten, und so ist es in erster Linie der Dialog, der auch mit denen gesucht wird, die wenig dialogbereit erscheinen. Der Dia log als probates Mittel, Toleranz nicht nur als Lippenbekenntnis zu leben, und als ebenso probates Mittel, im verbalen Austausch zu einer tragfähigen Verständigung zu kommen, die mindestens eine gewalttätige Auseinandersetzung verhindern, wenn nicht gar zu einem von Toleranz getragenen Miteinander gelangen, wird daher auf allen Ebenen gesucht. In den letzten Jahren spielt dabei der Dialog auf religiöser Ebene zwischen Christentum und Islam eine zunehmend bedeutende Rolle, da er gerade im Blick auf den politisch orientierten Islam als wichtiges Moment gesamtgesellschaftlicher und kultureller Verständigung gelten muss. Das Impulspapier der EKD »Reformation und Islam« formuliert entsprechend: »Gegenwärtig und zukünftig wird es darauf ankommen, mit dem Erbe der Vergangenheit so umzugehen, dass dadurch Begegnung mit anderen nicht verhindert, sondern ermöglicht und befördert wird. In einer Gesellschaft, die verschiedene Bekenntnisse und Weltanschauungen in sich birgt, ist die eigene theologische Sprach- und Verständigungsfähigkeit immer wieder herausgefordert.«1

Dialoge mit dem Islam - Drei Beispiele

Die Beispiele sind nicht zufällig aus dem 14. und 15. Jahrhundert gewählt. Die Zeit der Kreuzzüge ist vorbei, die Zeit des nicht immer einfachen, engen Zusammenwirkens von kirchlicher und kaiserlicher Gewalt ebenso. Im Gegenteil schwanken die beiden großen Säulen, die das Mittelalter wesentlich getragen haben, erheblich und haben mit je eigenen Krisen zu kämpfen. Es bahnt sich in diesen Jahrhunderten etwas an, was dann - genährt aus unterschiedlichen Quellen - zu der Explosion führen wird, die uns in der Reformationsepoche begegnen wird.

Raimundus Lullus

Mit Person und Werk des Ramon Lull = Raimundus Lullus3 (1232-1316) begeben wir uns an die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert. Raimundus wurde in Palma de Mallorca geboren, das zwar vier Jahre zuvor wieder unter christliche Herrschaft gestellt wurde, in dem aber nach wie vor viele Juden und Muslime lebten. Ein Bekehrungserlebnis - eine Vision des Gekreuzigten - brachte Raimundus dazu, ein asketisch-monastisches Leben zu führen, seine Ehe, aus der zwei Kinder hervorgegangen waren, aufzugeben und sich schließlich den Franziskaner-Tertiaren anzuschließen. Wahrscheinlich nicht unbeeinflusst durch sein eigenes Erleben wurde ihm die Bekehrung nunmehr auch Andersglä

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