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Das Ja zum Leben und zum Menschen, Band 3 Predigten 2005-2006. von Nein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.08.2016
  • Verlag: Books on Demand
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Das Ja zum Leben und zum Menschen, Band 3

Die Macht des Wortes wird oft unterschätzt. Dabei können Worte die Welt bewegen - im Guten wie im Bösen. Das 'Ja' der Massen im Berliner Sportpalast 1943 unterstützte mit Jubel den Weg in die Katastrophe. Das ganz persönliche Ja-Wort bekräftigt eine Lebensentscheidung. Predigten geben Worte weiter, in denen sich Menschheitserfahrungen und Glaubensüberzeugungen verdichtet haben. Wer sie mit offenem Herzen und wachem Verstand hört oder in diesem Buch liest, kann ihnen manches Wertvolle für das eigene Leben entnehmen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 30.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741269493
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 957kBytes
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Das Ja zum Leben und zum Menschen, Band 3

Die Liebe, ein Angebot an alle

9. Januar 2005

1. Sonntag nach Epiphanias

Johannes 1,15-18

Sie können hier auf dem Fußboden in der Kirche noch ein paar Reste von Stroh wahrnehmen, Stroh aus dem Stall von Bethlehem. Die mazedonisch-orthodoxen Christen haben hier am Donnerstag ihr Weihnachtsfest gefeiert und am Freitag den ersten Weihnachtstag und gestern den zweiten Weihnachtstag. Die orthodoxen Christen haben ihre eigene Tradition und ihre eigenen Rituale.

Sie feiern Weihnachten am 6. Januar, dem Dreikönigstag, dem Tag der Erscheinung des Herrn oder Epiphanias.

Ist es nicht ein sehr schönes Zeichen, dass Menschen aus einem anderen Land in unserer Kirche dem christlichen Glauben auf ihre besondere Art Ausdruck verleihen?! Das ist doch ein Zeichen dafür, dass uns der christliche Glaube weltweit über die nationalen und kulturellen Grenzen hinweg verbindet. In Israel, in Bethlehem, hat es angefangen. Von da aus hat sich der christliche Glaube über den ganzen Erdball verbreitet. Das kommt symbolisch auch in den sog. Heiligen Drei Königen zum Ausdruck. Die kommen auch von weither, von weit jenseits der Grenzen Israels, aus einer anderen Kultur, aus einer anderen Religion, und machen sich auf den Weg nach Bethlehem. Man hat in den drei Königen, den drei Weisen, Sterndeuter waren es eigentlich, Vertreter des afrikanischen, europäischen und asiatischen Kontinents gesehen.

Wir haben vorhin die Epistellesung gehört: Auch die Heiden, heißt es da - und damit sind die Nichtjuden gemeint, auch die Nichtjuden gehören zum Leib Christi. Auch ihnen gilt das Evangelium von Jesus Christus.

Wenn wir uns einmal fragen, was durch Jesus Christus anders geworden ist, was durch ihn Neues gekommen ist, dann ist die eine wichtige Aussage diese: dass der eine Gott der Gott aller Menschen ist - so, wie es im Alten Testament in der Schöpfungsgeschichte zum Ausdruck gebracht ist: "Gott schuf den Menschen." Entsprechend sind wir alle Geschöpfe des einen Schöpfers. So gilt auch nach dem zweiten Schöpfungsansatz, nach der Sintflut, der mit Noah geschlossene und mit dem Regenbogen besiegelte Bund Gottes allen Menschen.

Es hat dann aber in Israel eine Verengung gegeben. Die Abrahamsgeschichten - und dann die Mosegeschichten - schildern, wie sich Gott ein Volk besonders auserwählte und zu seinem Volk machte. Die anderen Völker waren demgegenüber Heiden.

Diese Engführung wird im Neuen Testament wieder aufgehoben. Durch Jesus Christus wird erneut deutlich, dass alle Menschen in gleicher Weise Gottes geliebte Kinder sind. Die Bildung der christlichen Kirche führte allerdings zu einer neuen Engführung. Heiden sind aus dieser Sicht die Nichtchristen. Dass dies eine unglückliche Kategorisierung ist, wird uns vielleicht dann besonders deutlich, wenn wir selbst z. B. aus der Sicht mancher Muslime als Ungläubige bezeichnet werden.

Juden, Christen, Muslime und auch die Menschen anderer Religionen haben zwar alle ihre eigene Art, ihre eigenen Traditionen, ihre eigenen Riten, ihr eigenes theologisches Verständnis, ihr eigenes Weltbild und Menschenbild und Gottesbild.

Für unseren christlichen Glauben ist aber etwas ganz besonders wichtig, was allen Menschen gemeinsam ist, nämlich: die Sehnsucht nach Liebe.

Das verbindende Element im Judentum ist die Tora - oder wie Luther auf Deutsch sagt: das Gesetz. Dieser Begriff "Gesetz" sagt sicherlich nicht alles aus, was Tora bedeutet. Aber er bezeichnet doch Wesentliches. Die unter uns vor allem bekannten zehn Gebote sind von ganz grundlegender Bedeutung für unser Leben und Zusammenleben. Das rechtliche Regelwerk im Alten Testament, das ja die heilige Schrift des Judentums ist, geht aber weit über die zehn Gebote hinaus. Es gibt eine Vielzahl von Vorschriften - 613 sollen es genau sein, darunter auch Reinlichkeitsvorschriften z. B., die zu beachten für einen Juden zentraler Bestandteil seines religiösen Verständnisse

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