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Benedikt XVI. Joseph Ratzinger: sein Leben - sein Glaube - seine Ziele von Mai, Klaus-Rüdiger (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.02.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Benedikt XVI.

Joseph Ratzinger: Die Biogafie dieses außergewöhnlichen Mannes - angefangen von seinen Kindheitstagen in Bayern, seine frühen Jahre als Priester, sein rasanter Aufstieg in Rom bis in die ersten Jahre seines Pontifikats als Papst. Wer ist dieser Mann, was hat ihn geprägt, wie denkt er, woran glaubt er, was sind seine Ziele? Viel mehr als eine Biografie. Wer dieses Buch liest, der versteht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 28.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838709185
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 5499 kBytes
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Benedikt XVI.

WEISSER RAUCH

Es ist Dienstag, der 19. April 2005. Der zweite Tag des Konklaves, der zweite Tag, an dem sich 115 Kardinäle aus der ganzen Welt in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan versammeln, um einen neuen Papst zu wählen. Nirgendwo auf der Welt sind zweitausend Jahre christliche Überlieferung und künstlerische Vision so den Menschen zutiefst berührendes Ereignis geworden wie in dieser Kapelle inmitten des Apostolischen Palastes. In beeindruckender Weise verbindet sich an diesem Ort kunstgeschichtliche und geradezu mythische Bedeutung in den Deckenbildern Michelangelos. Szenen aus der Schöpfungsgeschichte, aus dem Leben Christi wechseln sich ab mit den Bildnissen vergangener Päpste. An diesem Ort den 265. Papst in der Geschichte der katholischen Kirche zu wählen bedeutet für den einzelnen im Diesseits verhafteten Menschen, der jeder Kardinal unabhängig von seinem Amt ja auch ist, sich in eine Kontinuität von Gottes Schöpfung und der zweitausend Jahre alten Geschichte der Kirche zu stellen. Trotz dieses gewaltigen Druckes muss er die Freiheit in seiner Entscheidung bewahren, den Mann zu küren, der die aktuellen Aufgaben der Kirche, die sich seiner Meinung nach in einer Krise befindet, bewältigen kann. Fast alle sind Erstwähler, von Johannes Paul II. in seinem sechsundzwanzig Jahre währenden Pontifikat erst in das Kardinalskollegium berufen und dadurch erst wahlberechtigt geworden. Es ist, es muss für die Wahlmänner so sein, als schaue der Heilige Geist den Kardinälen bei der Wahl über die Schulter, anders wäre der Verantwortungsdruck für einen Sterblichen nicht zu ertragen. Aber außer dem Heiligen Geist wirkt natürlich auch der Geist der Politik. Es gibt Favoriten, die seit Tagen von der Presse diskutiert werden. Jeder Kardinal hat seine Vorstellung, wie die Kirche geleitet werden und wie sie Stellung beziehen soll in der Gegenwart. Hinter den Kulissen werden Chancen für einzelne Kandidaten sehr diskret ausgelotet. Unterhändler sprechen in Halbsätzen, in Andeutungen, aber für die Eingeweihten sind die Botschaften eindeutig herauszuhören. So entstehen Fraktionen. Der Leitung und der Hilfe des Heiligen Geistes haben sich die Kardinäle in der Messe vor dem Beginn des Konklaves versichert. Joseph Kardinal Ratzinger hält die Predigt, die sich wie eine Ermahnung liest. Die Wahl des Papstes wird von existentieller Bedeutung für die Kirche sein. Die Kardinäle können sich keine Fehlentscheidung leisten, denn die Welt befindet sich in einem Umbruch, dessen Ausmaß von der Öffentlichkeit und vor allem vom handelnden politischen Personal in der kurzen Perspektive ihres tagespolitischen Agierens noch gar nicht in der Dimension wahrgenommen wird, und für die Kirche äußert sich der Paradigmenwechsel als Krise. Mit wachsender Spannung erwarten nicht nur die über eine Milliarde Katholiken aus der ganzen Welt den Ausgang der Wahl, sondern auch viele Menschen, die anderen Religionen angehören oder an keinen Gott glauben. Bei all den sehr ernsten Zeichen der Krise ist der Katholizismus immer noch eine Weltmacht, die sich weder auf Staatsgewalt, sieht man einmal vom kleinen Vatikanstaat ab, noch auf Armeen und schon gar nicht auf den weltweit agierenden Terror, sondern lediglich auf das Wort stützen kann. Aber das Wort hat immense Bedeutung. Eindrucksvoller als in diesen Tagen kann man das nicht erleben. Um wie viel größer aber ist deshalb auch die Spannung in diesen Stunden und Tagen gerade in Rom bei den Tausenden, die sich an diesem Dienstag wieder auf dem Petersplatz versammelt haben und dort ausharren, bis endlich der erlösende weiße Rauch aus dem Kamin steigen wird.

Die Kardinäle haben sich ins Konklave zurückgezogen, und kein Wort, kein Zwischenstand, wie wir es von unseren Wahlprognosen und Hochrechnungen gewohnt sind, wird aus der Abgeschirmtheit des Konklaves dringen. Den Vorsitz im Kardinalskollegium führt der Dekan, der Mann, der dafür verantwortlich ist, das Kollegium einzuberuf

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