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Dietrich Bonhoeffer von Martin, Karl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2015
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Dietrich Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war ein lutherischer Theologie, Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den deutschen Nationalsozialismus. Dieser Band zeigt eine Auswahl der wichtigsten Forschungsliteratur zu Bonhoeffers Leben und seiner Theologie. Ein besonderer Fokus wird auf Bonhoeffers Stellung zu den Juden, seine Verantwortungs- und Friedensethik gelegt. Vorbemerkungen in jedem Kapitel, die die Quellen historisch und systematisch einordnen, und ein ausführlicher Anhang mit weiterführender Literatur und einer Zeittafel erleichtern dem Leser den Einstieg in die vielbeachtete Theologie des Protestanten. So liegt ein einzigartiges Kompendium vor, das als Schlüssel zum vielbeachteten Werk des wichtigen protestantischen Theologen unverzichtbar ist.

Dr. phil. Karl Martin (1945-2014), war Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Mitbegründer und Vorsitzender des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins und Herausgeber der Zeitschrift 'Verantwortung' des dbv.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534739875
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 1163 kBytes
    Idee von: Bonhoeffer, Dietrich
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Dietrich Bonhoeffer

1. Einführung der Herausgeber

1.

Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 geboren; nicht einmal 39 Jahre alt fand er den Tod im Morgengrauen des 9. Aprils 1945 im Konzentrationslager von Flossenbürg, von einem SS-Standgericht hingerichtet am Galgen. Diese Lebensdaten sind immer wieder Anlass für ein Bonhoeffer-Gedenken. Der protestantische Theologe und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime hat heutzutage ein öffentliches, ein kirchliches und theologisches sowie ein gesellschaftliches und politisches Interesse erweckt, das Leben und Werk dieses außergewöhnlichen Menschen mit anregender Aufmerksamkeit wahrnimmt. Die Bedeutung Bonhoeffers geht weit über den Raum der Kirche hinaus, theologisch hat er eine weltweite, auch die katholische Lehre inspirierende Anerkennung, dem Frieden Christi zu leben, erfahren. Seine Wahrnehmung aber gibt Anstöße im weiten Sinne des Wortes: erweiternde Anregung vs. anstößige Ablehnung.

Anstößig war Dietrich Bonhoeffer, weil er seine theologische Existenz, die Bibelauslegung und seine christliche Botschaft auf seine Erfahrungswelt der Politik, Kirche und Geschichte richtete. Er wollte die "Relevanz" seiner Erkenntnisse an der Wirklichkeit messen, d.h. Stellung nehmen, verändern und reformieren. Bis zum Äußersten verlangte er Wahrhaftigkeit im Denken und Handeln. Das fasziniert an seinem Tun.

Historisch erklärt sich manches, warum Kirche und Christen mit Bonhoeffer nicht ins Reine kamen, war er doch ihr Mahner und Kritiker schon vor dem Beginn des NS-Regimes 1933. Dessen menschenverachtende Ideologie und menschenvernichtende Politik des hochmütigen und herrischen Rassismus erspürte er früh - berühmt sind seine Worte gegen Antisemitismus und den sog. 'Arierparagraphen', man müsse dem Rad in die Speichen fallen. Für die Kirche wurde Bonhoeffer anstößig, weil er in der Lage war, die Zeichen der Zeit zu deuten. Daher lehnte er die Kooperation der Deutschen Christen mit dem Nationalsozialismus ab. Der große Erfolg eines protestantischen Gegenentwurfs im Predigerseminar in Finkenwalde blieb Bonhoeffer letztlich versagt; dieser Ansatz lässt jedoch Geist und Format einer tiefen Christlichkeit erkennen.

Anstößig wurde Dietrich Bonhoeffer besonders durch seine Tätigkeit im aktiven Widerstand gegen das NS-Regime, als er den Kampf gegen ein Regime des Unrechts, das die von Gott gegebene Ordnung verletze, aufnahm und so am Ende als Märtyrer aus dem Leben schied. Seine Friedenstheologie auf dem Fundament der Bergpredigt ist grundlegend christlich, auch wenn die Berührungen zum aktiven Pazifismus eines Mahatma Gandhi spürbar sind. Doch für die Vertreter der Kirche war Widerstand gegen den Staat in den vierziger Jahren nicht zulässig - und diese Haltung währte lange Jahrzehnte fort. So versteht sich, wie schwer es nach dem Weltkrieg der Kirche fiel, Bonhoeffer als Christenmensch und als Theologen der Bekennenden Kirche anzuerkennen.

Bonhoeffers programmatische Worte aus der Haft am Ende seines Lebens: "Kirche ist nur dann Kirche, wenn sie Kirche für andere ist" können nicht nur als Vermächtnis und Auftrag für uns heute verstanden werden, sondern sind zugleich auch Mahnung für die verfasste Kirche, immer neu nach ihrem Grund in Jesus Christus zu fragen. Theologie und Leben Dietrich Bonhoeffers haben eine Strahlkraft für alle Menschen, die sich in christlicher Gläubigkeit "von guten Mächten" geborgen fühlen.

2.

Das Werk Dietrich Bonhoeffers umfasst in der gegenwärtig zugänglichen Gesamtausgabe 1 17 Bände mit ca. 12.000 Seiten. Hinzu kommen noch einige Zusatzbände. Die Sekundärliteratur ist schon im deutschsprachigen Raum kaum noch überschaubar, jedes Jahr werden neue Nachträge veröffentlicht.

Es versteht sich daher von selbst, dass in diesem Band in der Reihe "Neue Wege der Forschung" nur ein allerkleinster Ausschnitt des Werkes Bonhoeffers und seiner Interpretation von Theologen und Nicht-Theologen

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