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Erinnerungen 'Herr, mein Leben, es sei dein ...' von Fehr, Richard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.06.2014
  • Verlag: Verlag Friedrich Bischoff
eBook (ePUB)
14,99 €
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Erinnerungen

In diesem wertvollen Buch schreibt Stammapostel Richard Fehr über sein Leben und Wirken in der Neuapostolischen Kirche. In seiner offenen, herzlichen und humorvollen Art berichtet er über seine Kindheit und Jugendjahre und über seine Amtstätigkeit von der Ordination zum Unterdiakon bis zu seinem Wirken als Stammapostel. Dabei erfährt der Leser auch manche Begebenheiten und Ereignisse, die bislang nur Wenigen bekannt sein dürften. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Erinnerungen zwischen 1987, als er zum Stammapostelhelfer berufen wurde, und seiner Ruhesetzung als Stammapostel an Pfingsten 2005. Angereichert mit vielen, teilweise bislang nicht veröffentlichten Bildern ruft dieses Buch eine bewegte und bewegende Zeit in unser Gedächtnis zurück.

Richard Fehr, geboren 1939/gestorben 2013, war Stammapostel in der Neuapostolischen Kirche von 1988 bis 2005. Er öffnete die Kirche für den ökumenischen Dialog und initiierte eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit. Zahlreiche Stellungnahmen zu Gegenwartsfragen gehen ebenso auf ihn zurück wie die Erstellung eines Katechismus der Neuapostolischen Kirche. Die Mitgliederzahl der Neuapostolischen Kirche verdoppelte sich während seiner 17-jährigen Amtszeit als Stammapostel.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 02.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945410059
    Verlag: Verlag Friedrich Bischoff
    Größe: 76414 kBytes
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Erinnerungen

Kapitel 1

Vom "ersten Schrei" bis zur Heirat

Mein Buch "Erinnerungen aus meiner Amtszeit" war praktisch fertig erarbeitet, als ich vom Verlag gebeten wurde, doch noch einige Seiten über meine Kindheit und Jugendzeit zu schreiben. Also sozusagen vom "ersten Schrei" auf dieser Erde bis zu meiner Heirat. Nun, an den ersten Schrei vermag ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Es muss ein sehr warmer Tag gewesen sein, denn man schrieb den 15. Juli des Jahres 1939, also wenige Wochen bevor der Zweite Weltkrieg ausbrach.

An meine Heirat kann ich mich dagegen noch sehr gut erinnern, denn ich vermählte mich mit der "besten und schönsten Frau der Welt!". War das Fügung oder Gnade? Wohl beides! Und wenn ich nochmals von vorne beginnen könnte, würde ich genauso handeln – vorausgesetzt, dass meine Frau mitmachen würde, was ich doch leise hoffe.

Ich wuchs in Flaach, einem kleinen Dorf im Zürcher Weinland auf, und zwar in recht bescheidenen Verhältnissen. Mein Vater bewirtschaftete einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb. So wuchs ich auf im engen Kontakt mit Kühen, Hühnern, Hund und Katze und musste natürlich auch auf dem Feld und im Stall mitarbeiten. Um uns herum tobte der größte Krieg, von dem ich in den ersten Lebensjahren eigentlich wenig mitbekam. Ich erinnere mich nur noch, dass mein Vater und ich einmal auf dem Feld zuschauten, wie amerikanische Kampfflugzeuge in einem Staffelverband über uns hinwegflogen und Ziele im nahen Grenzraum zu Deutschland angriffen. Für mich als fünfjährigen Jungen war das ein interessantes Spektakel. Erst später erfuhr ich, dass dabei auch die Stadt Schaffhausen bombardiert worden war, weil diese "über dem Rhein" lag und die Piloten anscheinend meinten, dies sei schon Deutschland.

Hier bei unseren ersten Schritten war es uns nicht so klar, dass nach ca. tausend Wochen aus uns werden sollt ein Paar

Die Primar- und Sekundarschule absolvierte ich in Flaach. Darüber gibt es nicht viel zu berichten. Meine Lieblingsfächer waren nicht Rechnen und Grammatik, sondern vielmehr Geschichte und Geografie. Beim Erlernen von fremden Sprachen – Französisch und später Englisch – gaben meine Eltern mir auf den Weg: "Junge, das brauchst du in deinem Leben sowieso nicht. Wir waren in unserer Schulzeit darin auch keine Asse." Erst viel später erlebte ich die etwas bittere Konsequenz dieser Ansicht. Leider blieb auch vor lauter Mitarbeit in der Landwirtschaft wenig Zeit für die Hausaufgaben nach der Schule.

In meine Schulzeit – insgesamt neun Jahre – fiel ein Ereignis, das mein ganzes späteres Leben prägte: Mit 12 Jahren musste ich meine liebe Mutter an die Ewigkeit abgeben. Oft sah ich, wie sie ihre letzten Kräfte aufbot, um die Arbeit in Haus und Hof zu tun, obwohl sie von der Krankheit schon gezeichnet war. Tief im Innern litt ich mit. Der erste tote Mensch, dem ich ins Antlitz sah, war meine Mutter. Ich konnte es nicht fassen, dass sie nicht noch einmal die Augen öffnete und ein Wort zu mir sprach. Für meine Mutter war ihr Heimgang wohl eine Erlösung; für mich aber Ursache mancher durchweinter Stunden in vielen Nächten.

Damals waren wir neuapostolischen Christen im Dorf noch sehr verachtet und gemieden. So wurde denn auch die reformierte Kirche für diese "Sektierer" nicht geöffnet. Aus jedem Haus im Dorf nahm traditionsgemäß mindestens eine Person am Begräbnis teil. Es war also eine große Trauergemeinde. Unser Kirchlein in Flaach mit seinen gut 40 Plätzen wäre auch viel zu klein gewesen. Nach der Trauer

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