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König - Kaiser - Kardinal Auf den Spuren von Kardinal Franz König. von Nagy, Thomas J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.02.2015
  • Verlag: Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG
eBook (ePUB)
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König - Kaiser - Kardinal

Wie wurde aus einem Bauernbub ein Mitgestalter des Zweiten Vatikanums? Wie konnte sich Kardinal Franz König als Kirchendiplomat und Seelsorger bewähren? Und worin liegt noch heute die Faszination dieses großen Mannes des 20. Jahrhunderts?
Dieses Buch folgt den Spuren Kardinal Franz Königs. Aus über 50 Gesprächen und umfassenden Recherchen entsteht ein Zeitdokument, das Zusammenhänge aufzeigt und Auswirkungen nennt, die bis in die Gegenwart reichen. Kardinal König war seiner Zeit in vielen Belangen weit voraus und traf in seiner Arbeit doch immer wieder auf Ängste und Widerstände. Zeitzeugen und Wegbegleiter erinnern sich und sprechen offen über Hintergründe, brisante Themen und persönliche Begegnungen.

DIE Biografie zum 110. Geburtstag des Brückenbauers

THOMAS J. NAGY studierte Werbung, Systemischen Konstruktivismus und Gesundheitswissenschaften; arbeitet als Unternehmensberater, Coach und Autor in Wien. Tätigkeitsschwerpunkt: Kommunikation in Management, Gesundheit und Gesellschaft. Über den psycho-sozialen Zugang versucht er, systemische Zusammenhänge zu erkennen und ganzheitliche Projekte umzusetzen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 27.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990403587
    Verlag: Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG
    Größe: 2918kBytes
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König - Kaiser - Kardinal

I.

Prolog: Ars moriendi

E in dumpfer Fall, ein leises Stöhnen - dann lag der Kardinal am Boden des Mariazeller Hotels "Goldenes Kreuz". Die Medien schrieben danach, er sei über den Teppich im Hotelzimmer gestolpert, doch tatsächlich fiel er beim Durchqueren des Foyers plötzlich um. War er nur gestrauchelt oder hatte der alte Mann Kreislaufprobleme? Der 28. Juli 2003 war jedenfalls sehr heiß und der Sommer ging als "Jahrhundertsommer" in die Geschichte ein. Annemarie Fenzl, seine Sekretärin, ging damals zehn Meter hinter ihrem "Chef", als sie ihn stürzen sah. Gemeinsam mit einigen Helfern hob sie den fast 98-Jährigen wieder auf die Beine. Die Situation war dem alten Mann unangenehm, das Aufsehen war ihm peinlich, deshalb reagierte er auch ein wenig unwirsch. Er selbst ging noch gestützt zum Lift, fuhr in den dritten Stock und in seinem Hotelzimmer legte er sich auf sein Bett. Dort kamen dann die Schmerzen. Der Schock hatte ihn diese weite Strecke gehen lassen. Im Krankenhaus Mariazell, einem kleinen Provinzspital, wurde die Vermutung dann bestätigt. "Die haben sich über ihren prominenten Patienten gefreut, weil da endlich etwas los war", erinnert sich Annemarie Fenzl. Ein Arzt stürmte damals aufgeregt in die Ambulanz und rief wenig empathisch: "Oberschenkenhals, Oberschenkelhals!" Damals dachte sich der Kardinal, so erzählte er später seiner Sekretärin: "Das ist das Ende."

Franz König musste operiert und dafür nach Wien transportiert werden. Sein so geschätzter Sommerurlaub war somit zu Ende. Der ÖAMTC-Hubschrauber Christophorus brachte den verletzten Kardinal nach Wien - zunächst ins Allgemeine Krankenhaus, dann auf seinen eigenen Wunsch ins Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern. Das Bein musste operiert, ein neues Gelenk eingesetzt werden. An sich mittlerweile eine Routineoperation, doch bei einem alten Menschen besteht stets ein höheres Risiko. Außerdem hatte Kardinal König eine Bronchitis, wie so oft in seinen letzten Jahren. Eine Stunde dauerte die Operation, doch danach kam es zu einer Komplikation, denn er wachte eineinhalb Tage nicht aus der Narkose auf. Der Kardinal sei "guten Mutes", berichtete damals Erich Leitenberger, Sprecher der Erzdiözese Wien, den Medien. Hinter verschlossenen Türen sah die Situation allerdings dramatischer aus. Franz König lag in der Intensivstation und man rechnete mit dem Schlimmsten. Doch dann kam er wieder zu Bewusstsein, erkannte seine Umgebung, lächelte, konnte sich wieder an alles erinnern und war wieder zurück im Leben. Die Krise war überstanden.

Wie sehr Kardinal König Seelsorger war, zeigte sich in der darauffolgenden Nacht, als eine alte Frau ins Spital eingeliefert wurde. Am Morgen starb sie. Franz König, selbst gerade erst dem Tod entronnen, bekam die Aufregung mit und ersuchte, den Vorhang vor ihrem Bett zur Seite zu ziehen, damit er sie segnen konnte. Für die Tochter der Verstorbenen wurde dies zu einem unvergesslichen Erlebnis. "So war er eben", erinnert sich Annemarie Fenzl. "Auch in solchen Situationen hat er immer auch an die anderen Leute gedacht."

Am dritten Tag konnte der Kardinal die Intensivstation verlassen und eine erste Stellungnahme abgeben. "Ich bin voller Bewunderung, wie gut das alles organisiert ist", hieß es darin. Die Öffentlichkeit nahm damals großen Anteil, Bundespräsident Thomas Klestil schrieb: "Ich bin in Gedanken bei Ihnen und wünsche mir - mit Gottes Hilfe - Ihre baldige Wiederherstellung. Das bedeutet sicherlich auch viel Geduld, die Sie in den kommenden Tagen und Wochen brauchen werden." Nationalratspräsident Andreas Khol hoffte, dass die Heilung gut vorangehe. Diese machte schnellere Fortschritte als gedacht, denn am Tag nach dem Aufwachen hieß es schon aufstehen und ums Bett herumgehen.

Bis zu diesem Sturz hatte Franz König - abgesehen von seinem schweren Verkehrsunfall 1960 und einer Blinddarmoperation - nie eine ernste Erkr

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