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Sterne fliegen höher Chronik eines ungewöhnlichen Unternehmerlebens von Lohbeck, Rolf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2014
  • Verlag: Karin Fischer Verlag
eBook (ePUB)
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Sterne fliegen höher

Wilhelm Raabes Dichterwort "Blick auf zu den Sternen, hab acht auf die Gassen!" ist zu einem Leitsatz Rolf Lohbecks geworden. Seine ungewöhnliche Biographie liest sich als fesselnder Zeitbericht einer Persönlichkeitsfindung vom Kriegskind bis zum erfolgreichen Unternehmer, deren Wurzeln sich gleichermaßen im geistigen wie im materiellen Bereich entwickelt haben. Lohbeck ist u.a. Gründer und Inhaber der Hotelgruppe "Privathotels Dr. Lohbeck" und Verfasser mehrerer Bücher. Als Protagonist seiner Zeit zieht er den Leser mit großer Sachkenntnis und lebendiger Erzählkunst in seinen Bann. Anders als Wilhelm Raabe in seiner "Chronik der Sperlingsgasse" hat Rolf Lohbeck die vergangenen siebzig Jahre durch eigenes Erleben und Erfahren einer Retrospektive unterzogen und auf werthaltige allgemeingültige Lebensregeln abgeklopft. Dr. phil. Rolf Lohbeck wurde 1940 in Essen geboren. Nach kriegsbedingter Evakuierung ins Sudetenland und späterer Flucht in den Westen gelangte die Familie 1945 nach Schwelm in Westfalen, wo der Autor noch heute mit Ehefrau, vier Kindern und elf Enkelkindern lebt und arbeitet. Nach abgeschlossenem Lehrerstudium wirkte er sieben Jahre als Volks- und Hauptschullehrer. An der Ruhr-Universität Bochum begann er 1966 ein Promotionsstudium in Philosophie, Pädagogik und Soziologie. Zwischen 1966 und 1991 veröffentlichte er vier Bücher. Nach Beendigung seiner Lehrertätigkeit ist er seit 1973 als freier Unternehmer tätig und hat neben Seniorenresidenzen, Brauereien und einem Zeitungsverlag eine bekannte Hotelgruppe aufgebaut. Mit der vorliegenden fünften Buchveröffentlichung hat Rolf Lohbeck seine Arbeit als Schriftsteller wieder aufgenommen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 456
    Erscheinungsdatum: 04.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842283404
    Verlag: Karin Fischer Verlag
    Größe: 4232 kBytes
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Sterne fliegen höher

Du kleiner Ort, wo ich das erste Licht gesogen,
den ersten Schmerz, die erste Lust empfand,
sei immerhin unscheinbar, unbekannt,
mein Herz bleibt doch vor allen dir gewogen,
fühlt überall zu dir sich hingezogen,
fühlt selbst im Paradies sich noch aus dir verbannt.

WIELAND
I. IM SUDETENLAND

Grellweiße Blitze durchzuckten die Dunkelheit, und das dumpfe Grollen von heftigem Geschützfeuer machte die Nacht zu einer gefährlichen Furie. Die Explosionen der einschlagenden Sprengbomben ließen die Menschen in der Stadt vor Grauen erstarren. Die feindlichen Terrorbomber verrichteten wieder ihr scheußliches Handwerk.

In dieser Nacht im Mai 1943 luden sie ihre tödliche Fracht über Bochum, der grünen Stadt im Ruhrgebiet, ab.

Der schwarze Peter, eine kleine Stoffpuppe in meinem Arm, hatte mir tief im Schlaf wieder wunderbare Geschichten erzählt. Soeben reichte er mir eine aus meiner Nase gebohrte Traumkugel. Genüßlich schob ich sie in den Mund, als die Riesenfaust einer Explosion das Haus, mein Bett und mich selbst emporhob und die Schwärze der Nacht in ein feurig loderndes Inferno verwandelte.

Mein schöner Traum war jäh geplatzt. Ich selber fand mich einige Meter neben dem Bett auf dem Fußboden wieder und starrte verständnislos auf mein lichterloh brennendes Holzschaukelpferd. Dicht daneben lag mein jüngerer Bruder Rainer, den die Gewalt der detonierten Bombe ebenfalls aus dem Bett geschleudert hatte. Er schrie erbärmlich - wohl auch, weil die Flammen des Schaukelpferdes bereits zu ihm herüberleckten.

Erst das Heranstürmen meiner Eltern, das Hochreißen vom Boden und die Geborgenheit des In-den-Arm-Nehmen beendeten den unfaßbaren und unverstandenen Wachtraum. Mein erstes erinnerliches Kindheitserlebnis begann im Chaos und endete in der tröstenden Liebe fürsorglicher Eltern.

Das Sudetenland war schön. Der Weg dorthin liegt weitgehend im Dunkel meiner Erinnerung. Lediglich ein Zwischenaufenthalt auf einem Bauernhof in Bayern mit vielen Kühen und Schweinen ist mir erhalten geblieben.

Autor Rolf Lohbeck (1943)

Vater Karl Lohbeck mit Söhnen Rainer (l.) und Rolf (r.) in Langenau (1943)

In Langenau, Sudetenland (1944) v. l.: Bruder Rainer Lohbeck, Mami, Autor Rolf Lohbeck

Vor dem Haus in Langenau (1944); v. l.: Bruder Rainer, Autor

Dafür stehen das Dörfchen Langenau und seine Umgebung bis heute im Mittelpunkt meiner Kindheitserinnerungen. Die staubige Dorfstraße mit ihren einfachen ein- bis zweieinhalbgeschossigen Steinhäusern hatte nur wenige Seitenstraßen, in denen die wohlhabenderen Einwohner kleine aber schmucke Einfamilienhäuser errichtet hatten.

Eine kleine Dachgeschoßwohnung in einem Vierfamilienhaus wurde unser neues Zuhause. Ein großer Garten hinter dem Haus - durchflossen von einem schmalen Flüßchen - versprach aufregende Abenteuer, die mich später fast das Leben gekostet hätten.

Zunächst lernten wir jedoch den auch im Hause wohnenden Blockwart Günther Sachs kennen. Er trug eine NS-Uniform mit Reithosen und machte uns mit den übrigen Hausbewohnern bekannt. Meine Mutter, Bruder Rainer und ich waren die einzigen Evakuierten, denen im Herbst 1943 unter den durchaus freundlichen Einheimischen die neue vorübergehende Bleibe zugewiesen wurde.

Wir erfuhren, daß auch die drei übrigen Mietparteien des Hauses nicht zu den Eigentümern gehörten. Das Mietshaus gehörte einem westdeutschen Eigentümer, den wir bis zur Flucht aus Langenau im Mai 1945 nicht kennenlernen sollten.

Bei unserer Ankunft herrschte im Sudetenland Frieden, und das Kriegsgeschehen im Osten war noch nicht wahrnehmbar. Eine Aufnahme in den örtlichen Kindergarten war problemlos, und schnell hatten wir Kinder un

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