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2017 Reformation statt Reförmchen von Eckert, Siegfried (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.08.2014
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
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2017

PROTESTantismus: Mit neuem Charme und altem Charisma ins Lutherjahr.
Wie feiert der Protestantismus das große Fest 2017? Siegfried Eckert stellt sich dieser Frage und tut das in seiner bekannten Art, indem er ordentlich Sand ins Getriebe wirft. Sein ebenso bissiges wie unterhaltsames Buch zeigt aber gekonnt, wie er "seinen" Luther gelesen - und verstanden - hat! Er formuliert ein Unbehagen über die Verdunkelung protestantischer Werte und wagt die These, dass die Evangelische Kirche in Deutschland vor dem Burnout steht.
Ein kluges Plädoyer für einen geistreichen Protestantismus
Die Schönheit des Glaubens - bissig, unterhaltsam und kirchenkritisch
Kirche auf dem Prüfstand - seziert von einem überzeugten Pfarrer, dem der Protestantismus am Herzen liegt

Siegfried Eckert, geboren 1963 in München, studierte in Neuendettelsau, Bonn und Tübingen evangelische Theologie und war anschließend Pfarrer in Essen. Seit 2000 ist er Synodalbeauftragter für den Kirchentag, Landessynodaler der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er arbeitet zurzeit als Gemeindepfarrer in Bonn, ist verheiratet und hat drei Kinder. Er ist Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Bonn, Autor verschiedener Predigtstudien, Aufsätze und Bücher, leitet seit 2009 diverse Pastoralkollegs und ist verantwortlich für zahlreiche Veranstaltungsreihen im Bereich Kirche und Kultur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 25.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641146290
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
    Größe: 960kBytes
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2017

1. Lagerfeuer statt Leuchttürme

Leuchttürme sind statisch, funktionieren nur, wenn sie über den Dingen stehen, sind mit dem Turmbau zu Babel zu verwechseln. Die im Perspektivpapier gewählte Schlüsselmetapher des "Leuchtfeuers" hinterlässt verbrannte Erde. Lagerfeuer erinnern an die nomadische Ursprungszeit des christlich-jüdischen Projekts. Sie laden zum Wärmen und Verweilen, zu Geselligkeit und Lagerromantik ein, halten Raubtiere fern und erhellen die Nacht. In einem brennenden Dornbusch, der nicht ausbrannte, offenbarte Gott sich dem Mose. "Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde" (2 Mose 3,2b). Mit Feuerszungen begeisterte Gott die pfingstliche Gemeinde und setzte ein Lauffeuer in Gang, das bis heute brennt. "Und es erschien ihnen Zungen, zerteilt wie vom Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in anderen Sprachen" (Apg 2,3f.). Ein Feuer, das alle begeisterte, ließ eine Gemeinde in fremden Sprachen predigen, wurde zur Hebamme der Kirche.

Insgesamt brennen die Feuer der Bibel zwiespältig, können Zeichen göttlicher Gegenwart sein oder teuflische Seiten entfalten, die auch als Fegefeuer Karriere machten.

These 27: "Menschenlehre verkündigen die, die sagen, dass die Seele (aus dem Fegefeuer) emporfliegt, sobald das Geld im Kasten klingt."

Am Feuer kannst du dir Finger verbrennen oder Hände wärmen. Mit einer zweischneidigen Metapher hat sich die EKD auf den Weg gemacht, um zündende Ideen zu präsentieren. Feuer verlischt, wenn kein Brennstoff nachgelegt wird. Ein Impulspapier, das Sparlösungen in der Zusammenlegung von Gemeinden, Kirchenkreisen und Landeskirchen sieht, geht das Risiko eines unkalkulierbaren Flächenbrandes ein. Bisherige Sparmaßnahmen sorgen jetzt schon für große Opfer in der Fläche. Wo werden in Landeskirchenämtern und der EKD-Zentrale vergleichbare Einschnitte vorgenommen? Die Lunte ist gelegt an eine Kirche, der das Brennmaterial ausgeht. Das im Hintergrund schwelende System gewünschter Optimierung ist neues Öl in alten Feuern. Es suggeriert: Alle müssten mehr machen, dann läuft der Laden wieder. Diese Motivation arbeitet mit einer " Hermeneutik des Verdachts". Sie unterstellt, kirchliche Mitarbeitende könnten besser sein, wenn sie nur wollten (vgl. Karle, Reformstress, 210). Lagerfeuer zeichnen sich durch stärkere Bodenhaftung und mehr Menschennähe aus. Sie sind mobiler als Leuchtfeuer auf Leuchttürmen.

"Beweglichkeit in den Formen statt Klammern an den Strukturen" (KdF, 8) , lautet eine von vier biblischen Grundannahmen des Papiers. Das klingt nach einem Haben, als hätte man nicht. "Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir" (Hebr 13,14). Für diese Suche empfiehlt es sich, mit genügend Holz unterwegs zu sein, anstatt sich an fest verankerte Leuchtfeuer zu klammern. Mit einer Feuersäule bei Nacht und schattenspendenden Wolken am Tag, mit leichtem Gepäck, geleitete Gott sein Volk ins Gelobte Land. Ob dort Milch und Honig flossen, sei dahingestellt. Von murrenden Reisenden, ihrer Sehnsucht nach Fleischtöpfen, ist öfters die Rede. Das Ziel des Impulspapieres "Wachsen gegen den Trend" klingt wie ein verzweifeltes Klammern an alte Zeiten, träumt von einer mitgliederstarken Kirche, die nach erloschener Machtfülle neu zu erstrahlen erhofft. Von solchen Fantasien wird Abschied zu nehmen sein, damit Aufbrüche mit Realitätssinn, protestantischer Nüchternheit und Angstfreiheit vor mul

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