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Auf dem Weg der Stille Das Heilige im Alltag leben von Steindl-Rast, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.09.2016
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
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Auf dem Weg der Stille

Stille ist ein Geschenk Gottes, sagt der Benediktiner und Weisheitslehrer David Steindl-Rast. In diesem Buch beschreibt er einen Weg der Stille, der uns lehrt, mit unserem Leben und mit uns selbst achtsamer umzugehen. So lernen wir wieder die leisen Schönheiten des Alltags zu entdecken und zu schätzen. Ein im besten Sinne des Wortes leises Buch, das uns im Lärm und der Hektik des Lebens Ruheoasen schenkt und uns die reiche Spiritualität von David Steindl-Rast näherbringt. 'Die Stille der Ordnung ist eine dynamische Stille, die Stille einer Flamme, die in vollkommener Ruhe brennt, oder eines Rads, das sich so schnell dreht, dass es stillzustehen scheint. Schweigen in diesem Sinn ist nicht nur eine Eigenschaft der Umgebung, sondern in erster Linie eine Einstellung, eine Haltung des Hörens. Lasst uns also einander Schweigen schenken. Lasst uns damit auf der Stelle anfangen.' (David Steindl-Rast) Stille ist ein Geschenk Gottes, sagt der Benediktiner und Weisheitslehrer David Steindl-Rast. In diesem Buch beschreibt er einen Weg der Stille, der uns lehrt, mit unserem Leben und mit uns selbst achtsamer umzugehen. So lernen wir wieder die leisen Schönheiten des Alltags zu entdecken und zu schätzen. Ein im besten Sinne des Wortes leises Buch, das uns im Lärm und der Hektik des Lebens Ruheoasen schenkt und uns die reiche Spiritualität von David Steindl-Rast näherbringt. 'Die Stille der Ordnung ist eine dynamische Stille, die Stille einer Flamme, die in vollkommener Ruhe brennt, oder eines Rads, das sich so schnell dreht, dass es stillzustehen scheint. Schweigen in diesem Sinn ist nicht nur eine Eigenschaft der Umgebung, sondern in erster Linie eine Einstellung, eine Haltung des Hörens. Lasst uns also einander Schweigen schenken. Lasst uns damit auf der Stelle anfangen.' (David Steindl-Rast) David Steindl-Rast OSB, geb.1926 in Wien, studierte Kunst, Anthropologie und Psychologie an der Universität Wien. Lebt seit 1952 in den USA. Teilnahme am buddhistisch-christlichen Dialog und intensives Zen-Studium. Vortragsreisen in alle fünf Kontinente.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 13.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451810091
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3940 kBytes
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Auf dem Weg der Stille

Kapitel 2

Das Vermögen des menschlichen Herzens, heimzufinden

Das Schlüsselwort für meinen Zugang zum geistlichen Leben heißt Horchen. Damit ist eine besondere Art des Horchens gemeint, ein Hinhorchen des Herzens ... Um mit dem Herzen zu horchen, müssen wir immer wieder zu unserem Herzen zurückkehren, indem wir uns die Dinge zu Herzen nehmen. Wenn wir mit dem Herzen horchen, werden wir Sinn finden.

Aus: Achtsamkeit des Herzens, 13f.

Meiner Überzeugung nach steckt im Kern jeder religiösen Tradition eine uns allen zugängliche Erfahrung, sofern wir unser Herz für sie öffnen. Das Herz jeder Religion ist die Religion des Herzens.

Herz steht hier für den Kern unseres Wesens, in dem wir mit uns selbst eins sind, eins mit allen, eins sogar mit dem göttlichen Grund unseres Wesens. Deswegen ist ein Schlüsselwort für das Verständnis des Herzens der Begriff Dazugehören - das Einssein im grenzenlosen Dazugehören. Ein zweites Schlüsselwort ist Sinn , denn das Herz ist das Organ für den Sinn. Wie das Auge Licht wahrnimmt und das Ohr Klang, so nimmt das Herz Sinn wahr. Gemeint ist hier nicht Sinn mit der Bedeutung, wie wir im Wörterbuch den Sinn eines Begriffs nachschlagen, sondern Sinn als das, was wir meinen, wenn wir eine Erfahrung als zutiefst sinnvoll bezeichnen. Sinn mit dieser Bedeutung ist das, worin wir Ruhe finden.

Der großer Lehrmeister bezüglich des Herzens ist in der christlichen Tradition der heilige Augustinus. Dass er Afrikaner war, mag ein Grund dafür sein, dass er besonders achtsam mit Seele und Herz umging. Er lebte zur Zeit des Zusammenbruchs des Römerreichs an der Wende vom 4. zum 5. Jahrhundert - was den Zusammenbruch der damals bekannten Welt bedeutete -, wandte sich nach innen und entdeckte das Herz. In der christlichen Kunst wird er so dargestellt, dass er mit der Hand ein Herz hochhält.

Der heilige Augustinus schrieb: "In meinem innersten Herzen ist Gott mir näher als ich mir selbst nahe bin." Paradoxerweise schrieb er auch: "Ruhelos ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir, o Gott." Das erste dieser beiden Zitate bringt unsere tiefste Sehnsucht zum Ausdruck, das zweite unsere rastlose Sehnsucht nach endgültigem Sinn. Am Ende unserer Suche entdecken wir den Sinn unseres Dazugehörens. Und die Antriebskraft der spirituellen Suche ist unsere Sehnsucht nach dem Dazugehören.

Wer das anhand seiner eigenen Erfahrung konkreter überprüfen möchte, könnte einfach versuchen, sich jetzt einmal aus seiner Erinnerung einen seiner lebendigsten, wachsten Augenblicke zu vergegenwärtigen. Die Psychologen bezeichnen solche Augenblicke als "Gipfelerfahrungen"; im religiösen Sprachgebrauch nennt man solche Erfahrungen "mystische Augenblicke". Die mystische Erfahrung ist ein (oft plötzliches) Gewahrwerden, dass man mit dem Unendlichen eins ist, oder wenn man so will, sie ist ein Empfinden grenzenlosen Gehörens zu Gott. Man fühlt sich da plötzlich einen kurzen Moment lang nicht mehr "draußen", wie wir das so oft tun, wenn wir uns im Universum wie Waisen fühlen. Es fühlt sich an wie ein Heimkommen an den Ort, wohin man gehört.

Wir alle haben schon solche Augenblicke erlebt, auch wenn wir uns scheuen mögen, sie als "mystisch" zu bezeichnen. Richtig verstanden, ist der Mystiker keine besondere Art von Mensch, sondern jeder Mensch ist eine besondere Art von Mystiker. Das ist letztlich unsere Berufung. In Gipfelerfahrungen erhaschen wir einen Blick darauf, wie das Leben aussehen könnte, wenn die Menschen in echter Beziehung zueinander und zu allem Seienden wären, und das nicht in einem Klima der Entfremdung, sondern mit dem tiefen Gefühl, zusammenzugehören. Wir alle werden von dem kurzen Aufblitzen, das wir in unseren besten Augenblicken erleben, herausgefordert. Diejenigen, die sich auf diese Herausforderun

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