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Barmherzigkeit heute Mit offenen Augen leben

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2019
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Barmherzigkeit heute

Barmherzigkeit ist eines der zentralen Themen von Papst Franziskus. Aber warum? Junge Autoren nähern sich diesem Begriff und stellen sich der zentralen Frage: Wozu heute noch barmherzig sein? Sie zeigen, dass Barmherzigkeit kein ausschließlich christlicher Gedanke ist, sondern allgemein wichtig ist für die moderne Welt. Holger Zaborowski, Dr. Dr. phil., geb. 1974, Rektor der Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar, Professor für Geschichte der Philosophie und philosophische Ethik. ist Referent für Glaubensbildung in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz. Er ist dort zuständig für die Internationalen Weltjugendtage, die XV. Weltbischofssynode und die Jugendpastoral neuer geistlicher Gemeinschaften. Er promoviert zudem an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar in Religionsphilosophie. Martin W. Ramb, geb. 1969, studierte Philosophie, Andragogik und Theologie in Vallendar und Bonn. Als Schulamtsdirektor i. K. leitet er die Abteilung Religionspädagogik im Bischöflichen Ordinariat Limburg und ist Chefredakteur des Bildungsmagazins 'Eulenfisch'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 28.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451812736
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 4782 kBytes
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Barmherzigkeit heute

II. Dokumentation der "Jungen Akademie Barmherzigkeit" (2016)

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gehören ganz eng zusammen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Gespräch mit Martin W. Ramb und Holger Zaborowski

Frau Ministerpräsidentin, Barmherzigkeit ist ein Begriff, der etwas aus der Mode gekommen ist, der auch etwas altmodisch klingt, der im Lexikon der bedrohten Wörter sicherlich vorkommen würde. Gleichzeitig hat der Begriff Barmherzigkeit aber eine Faszination und einen wunderbaren Klang bei uns Menschen, wenn wir davon sprechen. Wie würden Sie den Begriff "Barmherzigkeit" für sich ganz persönlich übersetzen?

Der Begriff ist in der Tat in den letzten Jahrzehnten ein wenig aus der Mode gekommen, was ich schade finde, weil er aus meiner Sicht eine Bedeutung auch für die Politik hat. Seit Papst Franziskus das Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen hat, wird weltweit wieder über das Thema Barmherzigkeit gesprochen. Das finde ich sehr gut. Für mich spielt Barmherzigkeit schon immer eine Rolle, weil ich mich der Bergpredigt sehr verbunden fühle - einem wahrlich herausfordernden Text. Darin heißt es: "Selig die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen." Übrigens direkt nach der Aussage "Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden." Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gehören offensichtlich ganz eng zusammen. Barmherziges Handeln in diesem Sinne bedeutet für mich, dass Menschen einander ihre Schwächen verzeihen, sich gegenseitig so annehmen, wie sie sind, dem anderen vergeben. Das ist für mich eine wichtige Grundlage menschlichen Miteinanders, egal ob im privaten oder im beruflichen Bereich. In den politischen Alltag übersetzt, bedeutet Barmherzigkeit Solidarität und soziale Gerechtigkeit, was immer mehr meint als das, was einem gesetzlich zusteht. Bei genauer Betrachtung enthält das Wort "Barmherzigkeit" ja auch das Wort "Herz", und das deutet auf die starke emotionale Komponente dieses Begriffs hin. Er ist für mich verbunden mit einem ganz starken Gefühl, auf diejenigen Menschen zu achten, die unsere Hilfe brauchen.

Gibt es Bereiche, in denen Sie sagen, dass dort Barmherzigkeit heute besonders wichtig ist? Also wichtiger als früher? Oder wo sehen Sie besondere Aufgaben für uns als Gesellschaft, für Sie als Politikerin auch Barmherzigkeit zu üben?

Ein sehr aktuelles Thema ist sicher die Situation der Flüchtlinge. Dieses Thema bewegt auch Papst Franziskus sehr, und es hat ihn vielleicht mit motiviert, ein außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit auszurufen. Die Aufnahme und Integration so vieler Menschen stellt uns in der Politik vor riesige Herausforderungen. Viele Menschen hierzulande fühlen sich verunsichert, vielleicht sogar in ihrem alltäglichen Leben und in ihrer wirtschaftlichen Lage bedroht. Aber ich bin fest davon überzeugt: Der notleidende Mensch darf uns nicht egal sein und unser christlicher Glaube und die Werteordnung unseres Grundgesetzes fordern uns auf, an dieser Not nicht vorbeizugehen - um des Menschen willen Barmherzigkeit zu üben. Das kann man gar nicht genug betonen, auch gerade weil wir zurzeit in der Gesellschaft so laute, kalte, fast unmenschliche Töne hören.

Meinen Sie denn, dass in der heutigen Zeit Menschen unbarmherziger miteinander umgehen als noch vor einigen Jahren? Das ist ja doch erstaunlich, dass wir viel über Barmherzigkeit reden. Wenn wir das Fernsehen anschauen und die Zeitung aufschlagen, dann kommen ganz unterschiedliche Situationen uns dort entgegen, die uns ja in der Barmherzigkeit möglicherweise auch treffen. Glauben Sie, dass sich da was getan hat in letzter Zeit? Gre

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