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Das Christentum von Nowak, Kurt (eBook)

  • Erschienen: 22.03.2016
  • Verlag: Beck
eBook (ePUB)
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Das Christentum

Dieses klar und lebendig geschriebene Buch schildert die Entwicklung des Christentums von den Anfangen bis zur Gegenwart. Gleichzeitig vermittelt es die wesentlichen Kenntnisse uber Grundlagen, Inhalte und Formen des christlichen Glaubens und geht auf die Grundfragen der christlichen Ethik ein. Die sorgfaltig ausgewahlten Quellenzitate vergegenwartigen den Reichtum und die historische Tiefendimension dieser Weltreligion.

[Prof. Dr.] Kurt Nowak, 1942 - 2001. Professor für Kirchengeschichte an der Universität Leipzig. Mitherausgeber der 'Theologischen Realenzyklopädie'. Studium der Evangelischen Theologie und germanistischen Literaturwissenschaft in Leipzig und Jena; Seit 1987 Professor für Kirchengeschichte an der Universität Leipzig. Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und Projektleiter der Edition 'Gottsched-Briefe'; Directeur d'études associé an der Maison des sciences de l'homme in Paris. Arbeitsschwerpunkte: Kirchengeschichte des 18.-20. Jahrhunderts.

Produktinformationen

    Größe: 2616kBytes
    Herausgeber: Beck
    Untertitel: Geschichte, Glaube, Ethik
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 128
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783406679148
    Ausgabe: 6. Aufl.
    Erschienen: 22.03.2016
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Das Christentum

II. Christlicher Glaube: Grundlagen, Inhalte, Formen

1. Das Neue Testament

Die Glaubensurkunde der Christen ist das Neue Testament. In der christlichen Bibel ist es mit dem Alten Testament zu einem Buch zusammengeschlossen. Über die Art des theologischen Zusammenhangs zwischen Altem und Neuem Testament gehen die Meinungen auseinander. Bieten die religiösen Urkunden Israels lediglich die religionsgeschichtliche Folie für das Christentum? Sind sie Schatzkammern einer Frömmigkeit, aus der auch die Christen leben, auf die sie notfalls jedoch verzichten könnten? Oder sind Altes und Neues Testament in einer "biblischen Theologie" untrennbar aufeinander bezogen?

Die christliche Auslegung des Alten Testaments - heute mitunter auch "Erstes Testament" genannt - unterscheidet sich von der jüdischen Bibelauslegung durch ihre messianischen Deutungsinteressen. So benutzt die christliche Auslegungstradition zum Beispiel Jesaja 7, 14 (Geburt des Sohnes Immanuel durch eine junge Frau) als Vorausblick auf die Geburt Jesu. Das Opfer Isaaks (1. Mose 22) wurde häufig als Präfiguration von Jesu Kreuzigung verstanden. Über lange Zeiträume der Christentumsgeschichte hinweg war der Kontakt zur jüdischen Schriftauslegung abgebrochen oder empfindlich gestört. Andererseits kennt die Tradition ermutigende Beispiele gemeinsamer Bemühungen um das Verständnis des Alten Testaments, an welche Theologie und Exegese der Gegenwart anzuknüpfen vermögen. Im jüdisch-christlichen Dialog ist die Bestimmung des Verhältnisses der christlichen Tochterreligion zum Judentum ein herausragendes Thema.

Das Neue Testament, die Glaubensurkunde der Christen im engeren Sinn, besteht aus einer Sammlung von siebenundzwanzig Schriften: den vier Evangelien, der Apostelgeschichte, einundzwanzig Briefen und der Offenbarung des Johannes. Die Verfasserangaben suggerieren die Herkunft von Jüngern Jesu, Aposteln und Apostelschülern. Eine Ausnahme bildet der Brief an die Hebräer, der indes in der Alten Kirche (wenn auch nicht unangefochten) als Brief des Apostels Paulus galt. Tatsächlich ist die Verfasserschaft einiger Schriften, und dies von alters her, umstritten. Auch gestattet ihre Anordnung nach literarischen Gattungen keinen Rückschluß auf ihre Entstehungszeit, ebensowenig wie der Eindruck der ereignisgeschichtlichen Ordnung, der sich bei ihrer Lektüre herstellt. Die ereignisgeschichtliche Regie setzte die Evangelien als Beschreibung von Jesu Wirken an den Anfang und ließ die Apostelgeschichte als Darstellung der frühen Geschichte der Ekklesia folgen. An sie schlossen sich die Briefe von Paulus, Jakobus, Petrus, Johannes und Judas an. Die Offenbarung des Johannes, letzte Schrift des Neuen Testaments, stand für die Zukunft.

So sinnvoll die (Heils-)Chronologie gedacht und durchgeführt ist, sie überdeckt die unterschiedlichen Entstehungszeiten der Schriften. Auch die Spannungen zwischen ihren Aussagen und die diffizilen Verfasserprobleme treten in den Hintergrund. Ordnete man die siebenundzwanzig Schriften nach ihrer realen Entstehungszeit, würde am Anfang des Neuen Testaments der 1. Thessalonicherbrief stehen, geschrieben um 50, gefolgt von weiteren Briefen des Apostels Paulus, sodann vom Markusevangelium, das kurz vor dem Jahr 70 entstand. Alle weiteren Schriften sind in die Jahre von 80/90 bis in die Zeit um 130/140 (2. Petrusbrief) zu datieren.

Was veranlaßte die Christen der antiken Welt zur Sammlung jener Schriften, und welche Auswahlkriterien legten sie zugrunde? Die Schriften sind Dokumente der Verkündigungsgeschichte. Sie dienten der religiösen Vergewisserung des neuen Glaubens und dem Aufbau von Autorität im konkurrierenden Feld der Religionen. In den allerersten Anfängen genügten den Christen die "hagiai graphai", die heiligen Schriften Israels, die sie im Licht der Jesusbotschaft deuteten. Jedoch besaß die mündlich weitergegebene, ab 50/60 dann auch schriftlich niedergelegte Jesustradition von Anbeginn ihr eigenes

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