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Die großen Metaphern des Zweiten Vatikanischen Konzils Ihre Bedeutung für Heute

  • Erscheinungsdatum: 05.12.2013
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
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Die großen Metaphern des Zweiten Vatikanischen Konzils

Das II. Vaticanum hat das Selbstverständnis der Katholischen Kirche und ihr Verhältnis zur 'Welt von heute' neu bestimmt. Dabei hat es unterschiedliche Metaphern und Bilder geprägt, die breit rezipiert wurden, u.a.: Volk Gottes, Zeichen der Zeit, Hierarchie der Wahrheiten, Kirche der Armen, Sakrament des Heils. Renommierte Fachleute stellen diese 'Konzilsmetaphern' vor und fragen nach deren Potential, auch in Gegenwart und Zukunft Orientierung zu geben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 456
    Erscheinungsdatum: 05.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451800351
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 4243 kBytes
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Die großen Metaphern des Zweiten Vatikanischen Konzils

Zur Rezeption und Interpretation des Konzils der Metaphern

Mariano Delgado / Michael Sievernich

Das Zweite Vatikanische Konzil gilt als das bedeutsamste religiöse Ereignis des 20. Jahrhunderts. Mit ihm hat die katholische Kirche eine enorme - in der Religionsgeschichte beispiellose - Anstrengung unternommen, ihre Identität und ihre Sendung unter den Bedingungen der Moderne zu definieren und zu erklären. Religionssoziologen wie Franz-Xaver Kaufmann betonen die Singularität des Konzils: "Keine andere Weltreligion hat eine vergleichbare kollektive Auseinandersetzung mit der Moderne auch nur versucht, geschweige denn ein vergleichbar eindrückliches Ergebnis erzielt". 1 Das will aber auch heissen: Keine andere Religionsgemeinschaft hat sich einem solchen fundamentalen Wandel ausgesetzt.
1. Phasen der Rezeption

Die Unterscheidung von drei Phasen in der bisherigen Rezeption dürfte in der Konzilsforschung konsensfähig sein. Die Phase des Überschwangs war geprägt durch eine kritische Absetzbewegung von der so genannten "pianischen" Epoche. Einigen erschien das Konzil als "ein absoluter Neubeginn; sie verloren aus dem Blick, dass das Konzil in einer Kontinuität steht und dieselbe auch wollte" 2 .

Es ist nicht leicht zu sagen, wann die Phase der Enttäuschung begann. Wahrscheinlich zwischen 1968 und 1971, als einige namhafte Theologen sich gegen die Absetzbewegung der ersten Phase und das Verständnis des Konzils als Neubeginn in der Kirchengeschichte positionierten. Die Gründung der Internationalen Katholischen Zeitschrift Communio 1971 gehört zu den markantesten Ereignissen dieser Zeit. Der Leitartikel von Hans Urs von Balthasar im ersten Heft derselben gibt Auskunft über die Kehre und die Bemühung um Kontinuität, die für diese Phase prägend ist. Diese Zeit ist auch markiert durch wiederholte Schreiben des Lehramtes gegen Tendenzen in der Konzilsrezeption, die Gefahr liefen, das Kind mit dem Bade auszuschütten: angefangen mit dem Apostolischen Schreiben Pauls VI. Über die Versöhnung in der Kirche (1974), das ein Mahnwort über die Notwendigkeit und Grenzen des Pluralismus in der Kirche ist, während das Apostolische Schreiben Evangelii nuntiandi (1975) sich gegen den missionarischen Defätismus wehrt und das Apostolische Schreiben Catechesi tradendae (1979), das auch eine Folge des Pontifikats Pauls VI. ist und auf die Krise der Glaubensweitergabe aufmerksam macht.

Es folgt eine dritte Phase, die mit der außerordentlichen Bischofssynode von 1985 eröffnet wurde. Die Synode stellte hermeneutische Regeln zu einer "vertieften Rezeption des Konzils" auf (s. u.) und lud ein, "das Zweite Vatikanische Konzil besser und vollständiger kennenzulernen, es eingehender und tiefer zu studieren, die Einheit aller Konstitutionen, Dekrete und Erklärungen weiter zu durchdringen und ihre Schätze zu heben". Sie erinnerte auch daran, dass das Konzil ja gerade deshalb einberufen wurde, "eine Erneuerung der Kirche besonders im Hinblick auf die Verkündigung in einer veränderten Welt zu ermöglichen". 3 Seitdem ist die Konzilsrezeption durch eine intensive Konzilsforschung und ein wissenschaftliches Ringen um die Interpretation des Konzils gekennzeichnet, aber auch durch ein eher defensiv eingestelltes römisches Lehramt, wie die Instruktionen über die Theologie der Befreiung (1984, 1986) und über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester (1997) oder die Erklärung Dominus Iesus über die Einzigkeit der Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche (2000) zeigen.

Man kann in dieser dritten Phase, in der wir uns befinden, auch von einer Gefahr der Rezeptionsverwei

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