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Die großen Themen des christlichen Glaubens von Scholl, Norbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2015
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Die großen Themen des christlichen Glaubens

In allgemein verständlicher Weise und didaktisch aufbereitet behandelt Norbert Scholl für ein breites Publikum die zentralen Fragen des christlichen Glaubens: Schöpfung, ewiges Leben, Existenz Gottes, Glaubwürdigkeit der Bibel, die Person Jesu. Der Autor präsentiert ein aufgeklärtes Glaubensverständnis, das die wesentlichen Inhalte des Christentums auch für ein kritisches Publikum nachvollziehbar macht - dabei bleibt er selbst nicht unkritisch. Den Lesern wird das geboten, was ihnen in vielen Fällen in Predigt, Gottesdienst u. ä. vorenthalten wird: Wie sieht die moderne Theologie heute bestimmte Fragen? Was gehört zum Wesen des Christentums und was zu zeitgebundener Formulierung? Dieses Buch liegt nun in einer stark überarbeiteten und aktualisierten Ausgabe vor. Hinweise zur vertieften Beschäftigung nach jedem Kapitel, Erläuterungen zentraler Begriffe sowie Textbausteine, die sich auch für die Arbeit in Gruppen eignen, gehören zu den didaktischen Elementen. Norbert Scholl, Prof. Dr., war von 1969 bis 1996 Professor für kath. Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg; zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.: Ein Bestseller entsteht - Das Matthäusevangelium (Regensburg 1999); Wenn der Kinderglaube nicht mehr trägt (Freiburg 2002).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 360
    Erscheinungsdatum: 01.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534737925
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 1724 kBytes
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Die großen Themen des christlichen Glaubens

II. Die Welt als Schöpfung Gottes?

1. Ein konfliktreiches Feld: Kirche und Naturwissenschaften

a) Kopernikus und die Folgen

Seit alters hat den Menschen die Frage bewegt, wie und warum die Welt entstanden sein könnte. Warum ist eigentlich etwas und nicht nichts? Ist der Kosmos das Produkt von "Zufall und Notwendigkeit" (Jaques Monod) oder stellt er die geniale Inszenierung eines göttlichen Schöpfers dar?

Die Wurzeln von Kosmologie und Schöpfungstheologie führen interessanterweise etwa in die gleiche Zeit zurück - ins 6. vorchristliche Jahrhundert.

Damals betrachteten in Süditalien Pythagoras (ca. 580-500 v. Chr.) und seine ordensähnliche Schülergemeinschaft den Sternenhimmel als Beweis für die Existenz eines harmonischen Weltganzen und entwarfen ein geometrisches Kosmosmodell.
Während der Zeit des jüdischen Exils (597-538 v. Chr.) wurde im Zweistromland Babylonien in einer Priesterschule der Text des biblischen Schöpfungshymnus (Gen 1-2,4a) verfasst, der zur Grundlage jüdisch-christlicher Schöpfungstheologie wurde.
Die Pythagoreer begründeten mit ihrer Auffassung von den sich um die Erde drehenden himmlischen Sphären die Kosmologie. Zur Artikulation ihrer Vorstellung von einer mathematisch strengen Weltordnung benötigten sie eine sprachliche Chiffre, die sie in dem griechischen Wort "Kosmos" fanden, das ursprünglich Ordnung, Schönheit und Zierde bedeutete. In einer ähnlichen Situation befanden sich die jüdischen Priester. Sie mussten für die Schöpfer-Tätigkeit Gottes eine angemessene Sprachregelung finden. Auch ihre Darstellung vom Entstehen der Welt zeichnet sich durch eine Hervorhebung der darin anzutreffenden Ordnung und Harmonie aus.

Im 2. Jh. n. Chr. fand die antike Kosmologie in Alexandria unter Claudius Ptolemäus ihre strengste mathematische Form: Das Himmelsgewölbe hat Kugelgestalt und dreht sich wie eine Kugel; ihrer Gestalt nach ist die Erde für die sinnliche Wahrnehmung, als Ganzes betrachtet, gleichfalls kugelförmig; ihrer Lage nach nimmt sie, einem Zentrum vergleichbar, die Mitte des ganzen Himmelsgewölbes ein; sie bewegt sich nicht und hat keinerlei Ortsveränderung.

Diese Vorstellung übernahm weitgehend auch die christliche Theologie. Sie begnügte sich bis ins Hochmittelalter hinein mit einer Vorstellung vom Kosmos, die aus der wörtlichen Interpretation der ersten biblischen Schöpfungserzählung (Gen 1-2,4a) hervorging.

Das änderte sich mit der Gründung der ersten Universitäten im 12. Jahrhundert, an denen sich eine der vier Fakultäten, die Artistenfakultät, besonders dem Studium antiker Mathematik, Astronomie und Naturphilosophie widmete. Der griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v. Chr.) wurde "wiederentdeckt" und intensiv diskutiert. Sein Postulat der unerschaffbaren und unzerstörbaren Welt, die einzig und ewig ist (so in seinem Buch "Über den Himmel") und die gängige theologische Interpretation der Schöpfung führten im 13. Jh. zum Konflikt, der seinen Höhepunkt an der führenden Pariser Universität, der Sorbonne, erreichte. Auf kirchlich-theologischer Seite kam nämlich die Furcht auf, dass die säkulare Naturphilosophie den Glauben gefährden könnte. Andererseits gab es auf beiden Seiten Bestrebungen, Theologie und Naturphilosophie miteinander in Einklang zu bringen.

Die Auseinandersetzungen endeten mit einer Art von Kompromiss. Dabei kam ein ganzheitliches, antike Kosmologie und christliches Welt- und Gottesverständnis umfassendes Weltbild zustande, das rund drei Jahrhunderte in seinen Grundlagen unangefochten blieb. Der endliche Kosmos zu Füßen des göttlichen Thrones war sphärischsymmetrisch um die Erde angeordnet. Außerhalb der Fixsternsphäre, welche die natürliche Welt begrenzte, war ausreichend Raum für Gott und seine Engelwelt vorhanden. Die göttliche Allmacht war der Garant einer Weltordnung, in der alles für alle Zeiten seinen festen Platz hat

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