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Die johanneischen Abschiedsreden Jesu Eine Auslegung von Joh 13-17 unter besonderer Berücksichtigung der Textstruktur von Burkhalter, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.11.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Die johanneischen Abschiedsreden Jesu

Abschied ist ein selbstverständliches Element und Thema menschlicher Existenz. Ist der vom Evangelisten Johannes beschriebene Abschied ebenfalls ein ganz und gar menschlicher Abschied? Wer ist dieser Sich-Verabschiedende überhaupt, von dem es heißt, er habe die Seinen bis ans Ende geliebt (13,1), und was bedeutet dies alles für die Zurückbleibenden? Die vorliegende Arbeit versucht diese und ähnliche Fragen auf der Basis einer synchronen Lektüre bzw. literarisch-rhetorischen Analyse des Textes von Joh 13-17 zu beantworten. Die eruierte chiastische und konzentrische Struktur von Joh 13-17 (mit dem Zentrum 15,1-17) wird sodann inhaltlich wie auch hinsichtlich der narrativen Leserlenkung des Evangeliums interpretiert und kommentiert. Das 'Annehmen' und 'Bleiben' der Jünger in Jesus, was missionarischen Ertrag ermöglicht, wird so zur zentralen Aussage der Abschiedsreden. Dr. Stefan Burkhalter ist Pfarrer in Basel.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 07.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170253544
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 8115 kBytes
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Die johanneischen Abschiedsreden Jesu

Teil I: Hinführung

I. Thematik, Methodik und Aufbau der Arbeit

Der hier in Betracht kommende Textabschnitt aus der Bibel handelt im Wesentlichen von einem Abschied. Dies verrät nicht nur der Titel, mit dem Joh 13-17 in der Bibelübersetzung nach Luther (1984) überschrieben ist ("Jesu Abschiedsreden"), sondern auch schon der erste und damit programmatische Vers von Kapitel 13. 1 Abschied ist ein selbstverständliches Element und Thema menschlicher Existenz. Kein Wunder also, dass auch Johann Wolfgang Goethe in einem seiner Sesenheimer Lieder darüber gedichtet hat: In "Willkommen und Abschied" 2 (erstmals 1775) beschreibt er die aufgewühlte Stimmung und den Wechsel von Freude und Schmerz der Liebenden, der für die Situation des Abschieds bezeichnend ist. Das Gedicht endet mit den Worten:

Ich ging, du standst und sahst zur Erden

Und sahst mir nach mit nassem Blick:

Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!

Und lieben, Götter, welch ein Glück!

Der hier nahezu poetisch vollkommen ausgedrückte Wechsel sowie die Spannung von Freude und Schmerz klingt auch in der in Joh 13-17 beschriebenen Abschiedssituation an, sodass sich insbesondere zwei Fragen aufdrängen: ist dieser vom Evangelisten Johannes beschriebene Abschied ebenfalls ein ganz und gar menschlicher Abschied? Und: wer ist dieser Sich-Verabschiedende überhaupt, von dem es heisst, er habe die Seinen bis ans Ende geliebt (13,1)? Für einen grossen Teil des Volkes scheint - nach dem Bericht des Evangelisten - festgestanden zu haben: wäre Jesus tatsächlich von Gott, wäre Jesus tatsächlich der Christus bzw. der Messias, dann würde er sich nicht verabschieden, sondern für ewig bei ihnen bleiben ( vgl. 12,34). Mit dieser Argumentation drückt das Volk zweifelsohne vor allem Unmut und Unverständnis gegenüber dem Zeugnis Jesu vom Vater und dessen Liebe aus. Denn: wie kann dieser liebende Vater und sein Gesandter es nun in seiner erlösungsbedürftigen Existenz allein lassen?

Auch eine heutige Lesergemeinde steht in dieser Spannung des leiblich absenten Jesus und der Sehnsucht nach der Verwirklichung der schon vor Zeiten verheissenen ewigen Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch ( vgl. Ps 89,37; Ez 37,25) und fragt sich: inwiefern kann Gott der Liebende sein, wenn er doch immer wieder so fern erscheint? Und: was bedeutet es, wenn Jesus sagt, er wolle den Seinen ganz nah, ja in ihnen sein ( vgl. 14,20 u.a.)?

Im Blick auf das Selbstverständnis der Kirche stellen sich mit dem Abschied Jesu existentielle Fragen, deren Antwortmöglichkeiten im Textabschnitt angebahnt werden.

Während einzelne Sätze und Verse aus dem Abschnitt Joh 13-17 einen sehr hohen Bekanntheitsgrad im Herzen und in der Sprache christlicher Frömmigkeit gefunden haben (14,2; 15,5.13; 17,21 u.a.), gehört Joh 13-17 als gedankliches Ganzes wohl "zu den unbekanntesten und besonders schwer zugänglichen Teilen des Neuen Testaments und des Johannesevangeliums" 3 . Manche Ausleger reden sogar von einer offensichtlichen "Wirkungslosigkeit" 4 dieses Textabschnittes - dies vor allem in Anbetracht und im Vergleich zu der immensen Wirkungsgeschichte anderer biblischer Texte (etwa der Bergpredigt). Bedenkt man die durch die Abschiedssituation in Joh 13-17 evozierte Bedeutsamkeit und Aktualität der behandelten Themen, ist solch ein Urteil allemal erstaunlich.

Wer nach einer Erklärung für diese "Fremdheit" und "Bedeutungslosigkeit" sucht, sieht sich alsbald mit der Klage über die komplizierten und sprachlich verschlungenen Argumentationsgänge, d.h. die meditativ-kreisende, sich oft wiederholende und "tänzelnde" Denkweise konfrontiert und vielleicht auch mit der über die im Gegensatz zu den Synoptikern schwerer zugängliche logische Stringenz des Johannes-Evangeliums. 5 Dieser in gewissen Punkten sicherlich nachvollziehbaren Einschätzung korrespondiert alsb

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