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Die orthodoxen Kirchen der byzantinischen Tradition

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2013
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Die orthodoxen Kirchen der byzantinischen Tradition

Das Buch gibt einen allgemein verständlichen, kompakten Überblick in Geschichte, Glauben und Liturgie der orthodoxen Kirchen der byzantinischen Tradition. Nach einer allgemeinen Einführung in ihre Geschichte werden die orthodoxen Kirchen verschiedener Prägung und Nationen, von Bulgarien bis Russland, von Albanien bis Rumänien einzeln besprochen. Die Autoren stellen heutige Strömungen orthodoxer Theologie vor und blicken auf das Verhältnis der orthodoxen Kirche zum Staat und zur Ökumene. Übersichtstabellen, Karten und Grafiken erleichtern den Gebrauch. Ihre klare Gliederung und die umfassenden Verzeichnisse machen diese Einführung zu einem unverzichtbaren Überblickswerk.

Thomas Bremer, geboren 1957, ist Professor für Ökumenik und Friedensforschung am Ökumenischen Institut der Fakultät Katholische Theologie an der Universität Münster. Hacik Rafi Gazer, geboren 1963, ist Professor für die Geschichte und Theologie des Christlichen Ostens am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Erlangen-Nürnberg. Christian Lange, geb. 1972, ist Privatdozent für Kirchengeschichte und Akademischer Oberrat für die Fachwissenschaft Katholische Theologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Er ist Herausgeber des WBG-Bandes "Die Taufe" (2008) und Mitautor des Bandes "Die altorientalischen Kirchen. Glaube und Geschichte" (2. Auflage 2011), sowie Autor der Werke "Einführung in die allgemeinen Konzilien" (2012) und "Eine kleine Geschichte des Christentums" (2012).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 215
    Erscheinungsdatum: 01.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534709809
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 3129 kBytes
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Die orthodoxen Kirchen der byzantinischen Tradition

Grundzüge der Theologie- und Kirchengeschichte der
orthodoxen Kirche im (ost-)römischen Reich

Christian Lange

Als im Zuge der Missionierung der slavischen Völker neue orthodoxe Kirchen entstanden, konnte das Christentum im (ost-)römischen Reich bereits auf Jahrhunderte Theologie- und Kirchengeschichte zurückblicken. Daher übernahmen die jungen Kirchen weitgehend die theologischen Klärungen, welche sich bis dahin in der Kirche des Imperiums, der "Reichskirche", ergeben hatten. Es ist deshalb das Anliegen dieses einleitenden Kapitels, Grundzüge der Theologie- und Kirchengeschichte aufzuzeigen, bevor die einzelnen orthodoxen Kirchen gesondert behandelt werden sollen.
1. Die Ökumenischen Konzilien der Reichskirche

Sobald Kaiser Konstantinos (306-337) dem Christentum im 4. Jh. den Status einer im Imperium Romanum geduldeten Religion einräumte, ergab sich für die Kirche ein neues Instrument, um theologische Streitfragen zu lösen: die reichsweite Synode. Zu ihr riefen die Kaiser die Bischöfe des Imperiums zusammen, damit diese mit dem Beistand des Hl. Geistes die aufgeworfenen Fragen ihrer Zeit beantworten konnten. Allerdings sind nicht alle diese Zusammenkünfte gleichermaßen angenommen worden. Daher haben sich nur sieben von ihnen als so genannte ökumenische Konzile durchgesetzt: Die Synoden von Nikaia (325), Konstantinopel (381), Ephesos (431), Chalkedon (451), Konstantinopel II (553), Konstantinopel III (680/81) sowie Nikaia II (787). Die orthodoxen Kirchen der byzantinischen Tradition erkennen sie als ebenso verbindlich an wie die katholische Kirche. Die altorientalischen Kirchen sowie die Kirche im Perserreich sind hingegen einen anderen Weg gegangen.
1.1 Die Frage nach der Einheit Gottes:
Die Konzilien von Nikaia (325) und Konstantinopel (381)

Die Frage, welche sich die Theologen im 4. Jh. vor allem stellten, war, wie der christliche Gott als ein einziges göttliches Wesen bekannt werden könne, wenn es neben dem göttlichen "Vater" auch einen göttlichen "Logos" oder "Sohn" gebe.

Ein alexandrinischer Priester namens Areios (ca. 260-336) versuchte eine Antwort auf diese Herausforderung dadurch zu finden, dass er alleine Gott, den Vater, als "ohne Anfang" und "ungeworden" bezeichnete. Demgegenüber betrachtete er den göttlichen Sohn, den Logos, das Wort des göttlichen Vaters, als dessen Geschöpf. Deshalb habe es, so argumentierte Areios, auch eine Zeit gegeben, in welcher der Gott-Logos noch nicht existiert habe - nämlich vor seiner Schaffung durch den göttlichen Vater (Opitz: Urkunden 6). Auf diese Weise meinte der Alexandriner offenbar, die Einheit des christlichen Gottes, den Monotheismus, wahren zu können.

Die Gegenposition zu den Vorstellungen des Areios vertraten der Erzbischof von Alexandreia, Alexandros, sowie sein theologischer Berater und Nachfolger, Athanasios (ca. 298-373). Beide betrachteten den christlichen Gott als ein einziges göttliches Wesen ( ousia ). Daher teilten für sie Vater wie Sohn das eine göttliche Wesen; und demzufolge waren für sie beide, "Vater" wie "Sohn", ohne Anfang und ungeschaffen. Sie erklärten daher, der göttliche Vater habe seinen Logos, sein Wort, aus sich selbst heraus geboren - und eben nicht, wie Areios meinte, geschaffen ( DH Nr. 125). Damit aber war für sie der göttliche Logos ebenso vollständig Gott wie der Vater.

Auch wenn sich diese Position auf dem ersten reichsweiten Konzil in Nikaia (325) durchsetzte, durchzogen die sich anschließenden Erörterungen noch fast das gesamte 4. Jh. Eine Lösung zeichnete sich erst ab, als die maßgeblich von den drei aus Kappadokien stammenden Theologen Basileios von Kaisareia (ca. 330-379), Gregorios von Nazianzos (ca. 329-390) und Gregorios von Nyssa (ca. 335-390) geprägte "neunizänische" Theologie die Begriffe Wesen ( ousia ) und konkrete Wirklichkeit ( hypostasis ) voneinander schied. In ihrer begrifflich

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