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Die Welt des konservativen Katholizismus - am Beispiel Joseph Ratzingers Sind Glaube und Vernunft wirklich vereinbar? von Galeski, Bernd (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.01.2015
  • Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
eBook (ePUB)
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Die Welt des konservativen Katholizismus - am Beispiel Joseph Ratzingers

Ein Leben ohne Gott führt zu nichts - jedenfalls zu nichts Gutem. Wenn Sie nicht glauben, sind Sie fast schon kriminell. Und ohne Gott verliert sich die Menschheit in Chaos, Anarchie und Gesetzlosigkeit. Solche und ähnlich verstörende Thesen werden heute immer noch von konservativ-katholischer Seite vertreten. Joseph Ratzinger, Papst im Ruhestand und bedeutender katholischer Theologe, ist ein Hauptexponent dieser weltfremden und selbst auf viele Katholiken antiquiert wirkenden Denkrichtung. Bernd Galeski folgt in seinem Buch den Spuren dieses stark ideologisch geprägten Denkens und legt die Wurzeln einer Weltsicht frei, die von Ratzinger und anderen ernsthaft als Heilmittel für eine bessere Welt verkauft wird. Dabei untersucht er die Frage, wieso Ratzinger und andere in ihrem Denken fehlgehen und warum deren Weltsicht in ihrem Kern unvernünftig ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 28.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783828861565
    Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
    Größe: 280 kBytes
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Die Welt des konservativen Katholizismus - am Beispiel Joseph Ratzingers

Atheistisch-marxistische Heilslehre und ihre unausweichlichen Schrecknisse

Gleich die einleitenden Sätze aus dem Vorwort zur Neuausgabe 2000 verraten Ratzingers auf den Glauben als Grundlage und Lösung der Weltprobleme ausgerichtetes Denken. Dazu malt er ein düsteres Bild der Welt der 68er Jahre des 20. Jahrhunderts, in denen enttäuschte junge Leute die Ketten der Altlast ihrer Eltern zu sprengen suchten. In ihrem Bemühen, es besser zu machen und Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit herzustellen, haben sie sich an den Schriften von Marx als Richtschnur für gesellschaftliches Miteinander orientiert. Als aber 1989 die sozialistischen Systeme in ihrem Anspruch, der Menschheit das Heil zu bringen, gescheitert waren, haben sie "ein trauriges Erbe zerstörter Erde und zerstörter Seelen" hinterlassen (S. 9). Wer nun die Stunde des Christentums als Alternative gekommen sah, habe sich getäuscht gesehen. Der Marxismus habe als die einzige ethisch motivierte und dem wissenschaftlichen Weltbild gemäße Wegweisung in die Zukunft dagestanden. Deshalb habe er nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Systeme auch nicht abgedankt, obwohl es dazu allen Grund gegeben hätte.

Schließlich müsse man die "Schrecknisse kommunistischer Gulags" oder Pol Pots mörderisches Regime mit erwähnen, aber das sei nicht geschehen, weil "eine Art Scham" es verbiete (S. 10). Die Generation der 68er habe sich von diesen Entwicklungen enttäuscht gezeigt, und daher traue man großen moralischen Verheißungen nicht mehr. Der Marxismus habe sich aber als eine solche Heilslehre verstanden, wollte Gerechtigkeit für alle, Frieden und die Abschaffung ungerechter Herrschaftsverhältnisse. Dazu habe man sich jedoch der ethischen Grundlagen wenigstens zeitweise entledigt und durch Terror die hehren Ziele durchsetzen wollen. Dies habe am Ende dieses 'Menschheitsversuchs' (meine Wortwahl) "Trümmerfelder der Menschlichkeit" hinterlassen (S. 10). Seither habe man sich aufs "Pragmatische" verlegt oder man bekenne sich ganz "unverhüllt zur Verachtung des Ethischen" (S. 10). Dazu zieht Ratzinger Kolumbien als Beispiel dafür heran, wie aus einer anfänglich marxistischen Befreiungsbewegung der Bauern und "von den großen Kapitalien Getretenen", am Ende "eine der staatlichen Macht entzogene Rebellenrepublik" geworden sei. Sie lebe ganz offen vom Drogenhandel und suche dafür auch "keine moralischen Rechtfertigungen mehr", denn schließlich befriedige sie damit die Nachfrage reicher Länder und gebe den Armen die Möglichkeit, ihr Brot zu verdienen, denn diese haben ja in der großen Weltwirtschaftsordnung keinen Platz (S. 10).

Es fällt auf, wie sehr Ratzinger auf die marxistische Ideologie Bezug nimmt und ihre Verirrungen und Verbrechen akribisch nachzeichnet. Wir werden uns eingehender damit beschäftigen, wenn er im Verlauf seiner Erörterungen erneut darauf zu sprechen kommt. Dann wird auch ein Wort über das besondere Verhältnis seiner Kirche zu dieser Konkurrentin in Sachen Menschheitsbeglückung zu verlieren sein.

Die düstere Zustandsbeschreibung einer gottlosen (= marxistischen) Welt scheint für Ratzinger der unausweichliche Verlauf einer Menschheit zu sein, die, weil ihr die Rückbesinnung auf eine übergeordnete Moralinstanz abhanden gekommen sei, am Ende nur einen zerstörerischen Weg ins Verderben und der Auslöschung von Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden gehen könne; so scheint es bereits hier zwischen den Zeilen hindurch.

"Muss in einer solchen Situation der Ratlosigkeit das Christentum nicht ... versuchen, seine Stimme wiederzufinden, um das neue Jahrtausend in seine Botschaft 'einzuführen', sie als eine gemeinsame Wegweisung in die Zukunft verständlich zu machen? Wo war die Stimme des christlichen Glaubens in dieser Zeit?", so fragt er und bemerkt ganz zutreffend, dass die Religion im 19. Jahrhundert in den Bereich des Subjektiven, Privaten verdrängt worden war. Dort sei ihr Ort und weil sie dem Bereich des Subjekti

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