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Erhebet die Herzen Das Eucharistische Hochgebet verstehen von Lurz, Friedrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2015
  • Verlag: Butzon & Bercker
eBook (PDF)
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Erhebet die Herzen

In allgemeinverständlicher Sprache eröffnet das Buch den Lesern vertieften Zugang zum Eurcharistischen Hochgebet, das im Zentrum der Messe steht und seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil üblicherweise in der jeweiligen Landessprache gebetet wird. Die einzelnen Elemente des Eucharistiegebets werden ebenso beleuchtet wie die Kommunion, auf die das Gebet hinzielt. Vervollständigt werden die Erläuterungen durch einen Überblick über die Entwicklung und die Vielfalt des Eucharistischen Hochgebets, der auch Informationen über das eucharistische Beten in den evangelischen Kirchen bietet. Friedrich Lurz, Dr. theol., geboren 1961; Diplomstudium der Katholischen Theologie; theologische Forschungen und Publikationen mit den Schwerpunkten "Ökumenische Studien" und "Liturgie und Sozialgeschichte"; Schriftleiter der Zeitschrift "MAGNIFICAT. Das Stundenbuch"

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 163
    Erscheinungsdatum: 16.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783766642790
    Verlag: Butzon & Bercker
    Serie: Magnificat
    Größe: 183 kBytes
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Erhebet die Herzen

Die materiale und rituelle Seite des Eucharistiegebets

Bisher haben wir in unserem Durchgang zum Eucharistischen Hochgebet allein auf die Seite des Textes geachtet. Dennoch ist die eucharistische Handlung nicht allein eine Sprechhandlung. Sie ist ein Beten über den Gaben von Brot und Wein, die wir als konsekrierte Gaben in der Kommunion essen und trinken. Sie ist ein Beten an einem konkreten Ort, dem Altartisch. Und das Eucharistiegebet wird in einer bestimmten Körperhaltung vollzogen und von eigenen Gesten begleitet.

Diesen Komponenten des Eucharistiegebets wollen wir uns zunächst widmen, bevor wir uns im nächsten Kapitel der Kommunion als dem Zielpunkt des Eucharistiegebets sowie der ganzen Feier zuwenden.
Die eucharistischen Gaben

In der Antike und im frühen Mittelalter brachten die Gläubigen als Ausdruck ihrer Selbsthingabe an Gott und die Nächsten unterschiedliche Naturalgaben zur Eucharistiefeier mit. Aus diesen Gaben wurden Brot und Wein für die Feier ausgesondert, während der Rest für karitative Zwecke der Gemeinde verwendet wurde. Dieser Akt entwickelte sich mit dem Vordringen unserer Geldwirtschaft zur noch heute üblichen Geldkollekte.
Das Brot für die Eucharistiefeier

Beim eucharistischen Brot handelte es sich zunächst um gesäuertes Brot, wie die Gläubigen es auch im normalen Leben verwandten. Während sich in der Antike nur die Vornehmen Weizenbrot leisten konnten, aßen die meisten Menschen Brote, die aus Gerstenmehl hergestellt waren. Da man die Eucharistie zunächst nur sonntags, dann aber auch an einzelnen Wochentagen feierte, nahmen die Gläubigen konsekriertes Brot nach der Feier mit nach Hause, um an den eucharistiefreien Tagen morgens kommunizieren zu können.

Aus Ehrfurcht vor den eucharistischen Gaben kamen im Laufe der Zeit Stempel in Gebrauch, mit denen das Brot geprägt wurde, damit es sofort von anderem Brot unterscheidbar war. Schließlich verwandte man nur noch helles Brot, das gesondert angefertigt wurde - etwa durch den Klerus, speziell in Klöstern. Der Wechsel vom gesäuerten zum ungesäuerten Brot für die Eucharistie erfolgte im Westen mit dem Übergang von der Hand- zur Mundkommunion, d. h. etwa im 8./9. Jahrhundert. Geleitet war der Übergang vom Wunsch, möglichst "reines" Brot zu verwenden, während die Kirchen des Ostens beim gesäuerten Brot blieben. Außerdem bröckelte ungesäuertes Brot weniger bei der zunächst noch notwendigen Brotbrechung vor der Gläubigenkommunion.

Sorgen um einen ehrfürchtigen Umgang mit der Eucharistie führten um die Jahrtausendwende dazu, dass das Brot schon direkt in vorgefertigten Teilen hergestellt wurde. Etwa ab dem 12. Jahrhundert formte man die Hostie für den Priester, bald auch die Hostien für die Gläubigen in der noch heute üblichen, kleinen und runden Gestalt. Damit entfiel allerdings auch die sinnenfällige Teilung von Brotlaiben als Zeichen der "Communio", der "Gemeinschaft", die im Empfang der Eucharistie sakramental erneuert wird. Die Kommunion wurde so auch auf der Zeichenebene von einem gemeinschaftlichen zu einem mehr individuellen Geschehen. Beim "Agnus Dei", eigentlich der Gesang zur Brotbrechung, wurde nur noch die Hostie des Priesters geteilt, um einen kleinen Partikel, das "Fermentum", in den Kelch geben zu können.

Die heutigen Bestimmungen fordern die Verwendung von ungesäuertem Weizenbrot für die Eucharistie, das aber durch seine Gestalt als Brot erkennbar und teilbar sein muss (AEM Nr. 282 f.). Der Gebrauch von Hostien, der in der AEM nicht ausgeschlossen wird, ist in vielen Gemeinden weiterhin in Übung. Wenn allerdings regelmäßig ein Großteil der Kommunion mit vorkonsekrierten Hostien aus dem Tabernakel durchgeführt wird, wird der Wunsch des Messbuchs ignoriert, dass die Gläubigen das in der jeweiligen Messe konsekrierte Brot empfangen sollen (AEM Nr. 56 h).
Der Wein für die Eucharistiefeier

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