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Geheimnis des Ruhegebetes von Dyckhoff, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2016
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Geheimnis des Ruhegebetes

Das Ruhegebet ist eine einfache und sehr wirkungsvolle Gebetweise, um die inneren Kraftquellen zu erschließen. Es geht auf den Mönch und Wüstenvater Johannes Cassian (360-435) zurück. Peter Dyckhoff eröffnet Zugänge zum Ruhegebet, nähert sich Schritt für Schritt seinem Geheimnis und bestärkt Leserinnen und Leser, die das Ruhegebet beten, in ihrem eigenen Lebens- und Glaubensweg. 'Vor fast fünfzig Jahren erlernte ich das Ruhegebet, das eine Wandlung in mir vollzog, die zu einem tiefgreifenden, grundlegenden Glauben führte. Ganz allmählich darf ich mich seit dieser Zeit dem "Geheimnis des Glaubens" nähern - eine der wesentlichsten Erfahrungen in meinem Leben. Es freut mich, dass ich in diesem Buch die Erkenntnisse und das Wissen um das Ruhegebet weitergeben kann.' (Peter Dyckhoff)

Peter Dyckhoff, geb. 1937, studierte Psychologie und war viele Jahre als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens tätig. Mit vierzig Jahren wagte er den Neuanfang und studierte Theologie in Münster, Innsbruck und Brixen. 1981 zum Priester geweiht, war er als Gemeinde-, Wallfahrts- und Krankenhausseelsorger tätig. Im Bistum Hildesheim übernahm er den Aufbau und die Leitung der bischöflichen Bildungsstätte "Haus Cassian". Seit 1999 lebt der Autor in Münster und ist als Referent und Exerzitienleiter in zahlreichen Bildungseinrichtungen tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 01.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451808821
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 18075 kBytes
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Geheimnis des Ruhegebetes

3. Kapitel
Aller Anfang ist leicht

Das Ruhegebet schafft einen Zustand im Betenden, der von allen dunklen Schatten gereinigt ist und gleichzeitig die Seele vor neuen zerstörerischen Elementen bewahrt, die von außen herantreten. Für einen Menschen gibt es nichts Schlimmeres als eine zunehmende Verdunkelung der Seele ertragen zu müssen, ohne durch seine Religion ein Mittel in der Hand zu haben, die stärker werdende Dunkelheit zu bremsen und sie so lange zu erhellen, bis sie vergeht oder sich gar in Licht wandelt. Jesus Christus, die Gottesmutter und viele Heilige haben uns ein Gott gefälliges Leben vorgelebt und konkrete Wege in die Nachfolge Christi aufgezeigt. Eigentlich dürfte es daher keine Verdunkelung der Seele oder den "Tod" der Seele geben.

Wenn wir das Gebet regelmäßig pflegen und unser Leben so einrichten, dass wir uns bewusst nicht allzu vielen negativen Kräften aussetzen oder ihnen durch ein kleines Stoßgebet, das wir wiederholen, eine Absage erteilen, dürfen wir von geistlichem Fortschritt sprechen. Sind wir jedoch fahrlässig in unserem religiösen Leben, müssen wir damit rechnen, dass sich Böses in uns festsetzt und wir nicht voran kommen. Unserer Seele wohnt eine geheime Kraft inne, die sich darin äußert, dass sie sich auf den Himmel ausrichten und sich zu göttlicher Sehnsucht und Liebe bewegen möchte. Auf dem Weg dorthin gibt es viele Zwischenstationen mit verschiedenen Versuchungen, die besonders die Menschen überfallen, die allein leben. Lassen wir uns nicht aufhalten und zum Hochmut verführen, wenn wir zum Beispiel ein "übernatürliches Licht" sehen, einen besonderen Duft wahrnehmen oder eventuell Stimmen hören. Kein Wunder, denn auch der Satan tarnt sich als Engel des Lichts (2. Korintherbrief 11,14).

Wir müssen uns sehr davor hüten, uns ständig mit uns selbst zu beschäftigen und gar noch hohe Erwartungen an unser Gebetsleben zu stellen. Im Ruhegebet dürfen wir nicht krampfhaft unsere Gedanken zusammenhalten, müssen uns von den sinnlich wahrnehmbaren Dingen trennen und dürfen uns auch nicht bewusst geistig sammeln. Sich auf die Worte des Gebetes zu konzentrieren, entspricht ebenso wenig dem Ruhegebet. Dieses Gebet der Hingabe und des Lassens, das durch die Wiederholung des kurzen Gebetswortes uns immer neu auf Gott ausrichtet und gleichzeitig hell wach sein lässt, hört sofort auf, ein Hingabegebet zu sein, wenn wir bewusst in eine Gedankenaktivität einsteigen. Wie schnell sich böse und eitle Dinge einschleichen, bemerken wir kaum.

Dass sich viele Menschen dem Schöpfer so fern fühlen, liegt zum Teil daran, dass sie sich ausschließlich mit sich selbst beschäftigen. Damit geben sie dem Herrn weder Raum noch Zeit, sich ihnen zu nähern und sie mit der göttlichen Liebe zu beschenken. Oft beherrscht eitle Ehrsucht einen Menschen, ohne dass er es bemerkt. Er verachtet aus Hochmut die anderen, verurteilt sie und bildet sich sogar noch ein, Vorbild für andere zu sein. Lasst sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen (Matthäus 15,14).

Wir müssen uns davor hüten, mit dem Ruhegebet eigene Wege zu gehen, das heißt, es nach Gutdünken mal hier und mal dort zu beten oder es gar so zu verändern, wie wir es im Augenblick für besser erachten. Selbst wenn ich dem Lehrenden des Ruhegebetes, den ich mir ausgesucht habe, keine Lebensweisheiten abnehmen kann, so darf ich doch darauf vertrauen, dass er kompetent ist in den Weisungen, die er mir zum Gebet gibt. Ich sollte daher den Rat, den er mir gibt, auch bedenkenlos umsetzen. Wirf einfach alle Sorge, die du eventuell in Bezug auf das Ruhegebet hast, auf den Lehrenden, denn er wird für dich und dein Gebetsleben Sorge tragen. Genieße diese Sorglosigkeit, die dir zuteilwird, so kannst du umso vertrauensvoller und leichter dich dem Schöpfer im Gebet hingeben. Aber auch zwischen dir und dem Lehrenden sollte ein gutes Vertraue

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