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Kirchenrecht von Rhode, Ulrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2015
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Kirchenrecht

Dieses Studienbuch stellt alle Bereiche des Kirchenrechts dar, die im Vollstudium der katholischen Theologie behandelt werden. Es geht neben dem weltweit gültigen Kirchenrecht auch auf Besonderheiten der kirchenrechtlichen Situation in Deutschland und Österreich ein. Dementsprechend nehmen praxisrelevante Themen großen Raum ein: das Sakramentenrecht mit einem Schwerpunkt auf dem Eherecht, die Kirche und ihre hierarchische Verfasstheit, das Verkündigungsrecht. Daneben werden auch die übrigen Themen vorgestellt, etwa das kirchliche Vermögensrecht, Strafrecht und kirchliche Gerichte.

Prof. Dr. Ulrich Rhode SJ lehrt Kirchenrecht an der Pontificia Università Gregoriana, Rom.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 294
    Erscheinungsdatum: 14.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170262270
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 6037 kBytes
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Kirchenrecht

II. Einführung

1 Kirchenrecht oder kanonisches Recht

A. Terminologie

Auf das Recht der katholischen Kirche bezogen, sind die beiden Ausdrücke "Kirchenrecht" und "kanonisches Recht" gleichbedeutend. Zwar denkt man bei dem Ausdruck "kanonisches Recht" (ius canonicum) zunächst an den "Codex des kanonischen Rechts" (Codex iuris canonici, abgekürzt CIC ) , der erstmals 1917 und in der geltenden Fassung im Jahre 1983 erlassen wurde. Doch fallen auch alle anderen von der Kirche geschaffenen Rechtsnormen unter den Begriff "kanonisches Recht".

Indem die katholische Kirche - ebenso wie die meisten anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften - für ihre Normen den Ausdruck "Recht" verwendet, bringt sie die Überzeugung zum Ausdruck, dass es grundlegende Gemeinsamkeiten gibt zwischen den Normen, die sie sich selbst gibt, und den Normen, die die Staaten und anderen menschlichen Gemeinschaften für ihren jeweiligen Bereich erlassen. In allen diesen Gemeinschaften bezeichnet der Ausdruck "Recht" ein System von Normen, die mit dem Anspruch auf Befolgung erlassen werden und für deren Durchsetzung die jeweilige Gemeinschaft bestimmte Sanktionen vorsieht.

Die Bezeichnung "kanonisch" geht auf das griechische Wort ni ni (Richtschnur, Lineal, Regel, Norm) zurück, mit dem schon die Konzilien der Alten Kirche die von ihnen erlassenen Rechtsnormen benannt haben. Offenbar wollte man damals das griechische Wort ni mi (Gesetz) vermeiden, um die Verschiedenheit der kirchlichen Normen von denen des Staates zum Ausdruck zu bringen. Verglichen mit den staatlichen Rechtsnormen gelten die kirchlichen Normen in einem anderen Bereich (nämlich in der Kirche), sie sind von anderen (nämlich kirchlichen) Autoritäten geschaffen, sie sind auf andere - nicht rein innerweltliche - Ziele ausgerichtet, und ihre Einhaltung wird mit anderen Arten von Sanktionen geschützt, als sie das staatliche Recht vorsieht.

Die von den einzelnen Staaten erlassenen Rechtsnormen, die auf Religion, Kirchen und Religionsgemeinschaften Bezug nehmen, werden nach heutiger Terminologie meist nicht mehr als "Kirchenrecht", sondern als "Staatskirchenrecht", "Religionsrecht" oder "Religionsverfassungsrecht" bezeichnet. Dieses Rechtsgebiet bildet einen Teil des staatlichen (und ggf. internationalen) Rechts; es gehört also nicht zum Kirchenrecht im Sinne des eigenen Rechts der katholischen Kirche. Etwas anderes gilt für die zwischen der katholischen Kirche und den Staaten abgeschlossenen Verträge, d. h. für das "Staatskirchenvertragsrecht". Zwar verpflichten diese Verträge an erster Stelle die jeweiligen Vertragspartner. Was die katholische Kirche angeht, verpflichten solche Verträge vom Zeitpunkt ihres Inkrafttretens an jedoch auch im innerkirchlichen Bereich, ohne dazu irgendeiner Art von Transformation zu bedürfen. Angesichts dessen stellen diese Verträge - unbeschadet ihrer Zugehörigkeit zu anderen Rechtsgebieten - auch einen Teil des Kirchenrechts dar.
B. Unterteilung und Erkennbarkeit

Im Laufe ihrer Geschichte ist sich die Kirche zunehmend bewusst geworden, dass es innerhalb ihrer Rechtsnormen eine Stufung gibt: Einerseits gibt es Normen, die der Kirche unverfügbar vorgegeben und daher in ihrem Kern unwandelbar sind; andererseits gibt es Normen, die die Kirche entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen unterschiedlich gestalten kann. Diese beiden Stufen hat man unter den Begriffen "göttliches Recht" (ius divinum) und "menschliches" oder "rein kirchliches Recht" (ius mere ecclesiasticum) zusammengefasst. Daraus ergibt sich eine Hierarchie der Rechtsnormen: Das menschliche Recht hat seinen Existenzgrund im göttlichen Recht, darf ihm nicht widersprechen (andernfalls wäre es ohne Geltung) und muss sich in seinen Inhalten daran ausrichten.

Entsprechend den verschiedenen Weisen, wie sich die Normen des gö

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