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Leben in der Nachfolge Texte von Dietrich Bonhoeffer von Bonhoeffer, Dietrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.02.2016
  • Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
eBook (ePUB)

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Leben in der Nachfolge

Dietrich Bonhoffer gilt als einer der bedeutendsten Theologen des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine gefühlvollen und tiefgründigen Texte berühren und inspirieren uns bis heute. Seine scharfsinnig formulierten Gedanken über die Grundlagen des Glaubens, seine mutigen Einsichten über Antisemitismus und Fremdenhass: In diesen Tagen gewinnen sie ganz neu an Aktualität. Bonhoeffer-Experte und Bestsellerautor Eric Metaxas hat eine Auswahl von Bonhoeffers zentralen Texten zusammengestellt. Erleben Sie Bonhoeffers Sprachkraft neu und erhalten Sie einen Einblick in sein umfangreiches Werk. Eric Metaxas studierte an der Yale University und schreibt Beiträge für verschiedene Medien (u.a. New York Times, CNN, Wallstreet Journal). In Deutschland wurde er vor allem durch seine Bonhoeffer-Biografie bekannt (6. Auflage 2014).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 22.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783775173179
    Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
    Größe: 4163 kBytes
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Leben in der Nachfolge

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]
2. Zur Bibel kommen

Brief an Rüdiger Schleicher (8. April 1936)

L ieber Rüdiger!
Eben kommt Dein Brief. Und weil ich mich so darüber gefreut habe, möchte ich gleich wieder schreiben. Daß ich es mit der Maschine tue, ist ein Akt der Nächstenliebe gegen Dich! - Ich habe es nicht gewußt, daß Du wieder hast liegen müssen. 3 Jetzt wo man wieder so viel und so leichtsinnig vom Krieg reden hört, trifft einen das ganz besonders. Nur gut, daß Du Ostern wieder für die Kinder da sein kannst! Ich wäre gern Ostern bei Euch. [...]

Ich will da zunächst ganz einfach bekennen: ich glaube, daß die Bibel allein die Antwort auf alle unsere Fragen ist, und daß wir nur anhaltend und etwas demütig zu fragen brauchen, um - die Antwort von ihr zu bekommen. Die Bibel kann man nicht einfach lesen wie andere Bücher. Man muß bereit sein, sie wirklich zu fragen. Nur so erschließt sie sich. Nur wenn wir letzte Antwort von ihr erwarten, gibt sie sie uns. Das liegt eben daran, daß in der Bibel Gott zu uns redet. Und über Gott kann man eben nicht so einfach von sich aus nachdenken, sondern man muß ihn fragen. Nur wenn wir ihn suchen, antwortet er. Natürlich kann man die Bibel auch lesen wie jedes andere Buch, also unter dem Gesichtspunkt der Textkritik etc. Dagegen ist garnichts zu sagen. Nur daß das nicht der Gebrauch ist, der das Wesen der Bibel erschließt, sondern nur ihre Oberfläche. Wie wir das Wort eines Menschen, den wir lieb haben, nicht erfassen, indem wir es zuerst zergliedern, sondern wie ein solches Wort einfach von uns hingenommen wird und wie es dann Tage lang in uns nachklingt, einfach als das Wort dieses Menschen, den wir lieben, und wie sich uns in diesem Wort dann immer mehr, je mehr wir es "im Herzen bewegen" wie Maria, derjenige erschließt, der es uns gesagt hat, so sollen wir mit dem Wort der Bibel umgehen. Nur wenn wir es einmal wagen, uns so auf die Bibel einzulassen, als redete hier wirklich der Gott zu uns, der uns liebt und uns mit unsern Fragen nicht allein lassen will, werden wir an der Bibel froh. [...]

Die ganze Bibel will also das Wort sein, in dem Gott sich von uns finden lassen will. Kein Ort, der uns angenehm oder a priori einsichtig wäre, sondern ein uns in jeder Weise fremder Ort, der uns ganz und gar zuwider ist. Aber eben der Ort, an dem Gott erwählt hat, uns zu begegnen.

So lese ich nun die Bibel. Ich frage jede Stelle: was sagt Gott hier zu uns? und ich bitte Gott, daß er uns zeigt, was er sagen will. Also, wir dürfen garnicht mehr nach allgemeinen, ewigen Wahrheiten suchen, die unserm eignen "ewigen" Wesen entsprächen und als solche evident zu machen wären. Sondern wir suchen den Willen Gottes, der uns ganz fremd und zuwider ist, dessen Wege nicht unsere Wege und dessen Gedanken nicht unsere Gedanken sind, der sich uns verbirgt unter dem Zeichen des Kreuzes, an dem alle unsere Wege und Gedanken ein Ende haben. Gott ist etwas ganz anderes als die sogenannte ewige Wahrheit. Das ist immer noch unsere selbsterdachte und gewünschte Ewigkeit. Gottes Wort aber fängt damit an, daß er uns am Kreuz Jesu zeigt, wohin alle unsere Wege und Gedanken - auch die sogenannten ewigen - führen, nämlich in den Tod und in das Gericht vor Gott.

Ist es Dir nun von dort aus irgendwie verständlich, wenn ich die Bibel als dieses fremde Wort Gottes an keinem Punkt preisgeben will, daß ich vielmehr mit allen Kräften danach frage, was Gott hier zu uns sagen will. Jeder andere Ort außer der Bibel ist mir zu ungewiß geworden. Ich fürchte dort nur auf einen göttlichen Doppelgänger von mir selbst zu stoßen. Ist es Dir dann auch irgendwie begreiflich, daß ich lieber bereit bin zu einem sacrificium intellectus 4 - eben in diesen Dingen und nur in diesen Dingen, das heißt im Blick auf den wahrhaftigen Gott! und wer br

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