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Martin Luther

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2015
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Martin Luther

Der Band präsentiert grundlegende Forschungsbeiträge zur Theologie Martin Luthers. Eine angemessene Erschließung des Denkens des Reformators erfordert eine Verschränkung von werkgeschichtlichen und theologischen Zugängen. Dem trägt das vorliegende Buch durch seinen Aufbau sowie die Auswahl der neun Beiträge Rechnung, indem er kirchenhistorische und systematische Darstellungen der Theologie des Wittenberger Reformators in einen Zusammenhang bringt. Thematisch erörtert werden zunächst die in der Forschung umstrittene Frage nach dem sogenannten reformatorischen Durchbruch Luthers sowie den Werdegang des Reformators vom Kloster bis zur Wittenberger Professur. Sodann werden grundlegende methodische Zusammenhänge des Denkens Luthers erschlossen und zentrale Themen der Theologie des Reformators aus der Sicht der gegenwärtigen Forschung vorgestellt. Ein kompakter Überblick über die gegenwärtige Forschungslage, der sich auch hervorragend zur Prüfungsvorbereitung eignet! Christian Danz, geb. 1962, ist Professor für Systematische Theologie A.B. an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und Vorsitzender der Deutschen Paul-Tillich-Gesellschaft; zahlreiche Publikationen zur Theologie und Philosophie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534739851
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 1278 kBytes
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Martin Luther

Martin Luther im Spiegel der neueren Forschung. Eine Einführung

Christian Danz

I.

Der ehemalige Mönch Martin Luther gehört ohne Zweifel zu den wirkungsmächtigsten Gestalten der europäischen Geschichte. Seine Kritik am mittelalterlichen Ablaßwesen, die sich daran entzündende Reformation sowie Kirchenspaltung führten zu einer Koexistenz von widerstreitenden Auffassungen des wesentlich Christlichen mit folgenreichen Wirkungen auf die europäische Kultur. 1 Letztere gehen weit über die religiösen Auffassungen des Christlichen im engeren Sinne hinaus und betreffen sowohl soziale als auch politische, rechtliche und kulturelle Dimensionen. Die durch die Reformation bedingte konfessionelle Differenzierung stellte vor die Herausforderung, sowohl die überkommenen religionspolitischen als auch die religionsrechtlichen Rahmenbedingungen neu zu bestimmen. Dies wiederum beförderte im Zusammenspiel mit anderen Faktoren eine Transformationsdynamik, welche die moderne Welt mit hervorbrachte. 2 Die Folgen des Werkes des Wittenberger Theologen sind vielschichtig. Nicht minder unterschiedlich fallen die Deutungen seiner Gestalt und seines Denkens aus. Für die einen erneuerte er den wahren Sinn des Christentums, für die anderen zerstörte er die Einheit der Kirche. Wieder andere sehen in der Lutherischen Reformation die Morgenröte der Neuzeit anbrechen, welche das dunkle Mittelalter weit hinter sich läßt. Gegenläufig hierzu kann der Wittenberger Reformator auch ganz in den Horizont des Mittelalters eingerückt werden oder gleich über allen Zeiten zu stehen kommen. Ihren Grund haben die unzähligen Luther-Bilder nicht nur in den theologischen Überzeugungen ihrer Schöpfer, sondern auch darin, daß die Haltung, die man gegenüber der Reformation einnimmt, deren Wertung mitbestimmt.

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren, wo er auch am 18. Februar 1546 starb. 3 1501 begann er mit dem Studium der Jurisprudenz und ab 1507 mit dem der Theologie an der Universität Erfurt. Dem Wechsel der Studienrichtung waren das Gewitter bei Stotternheim im Juli 1505 sowie der Eintritt in das Kloster der Augustiner Eremiten vorangegangen. An der Erfurter Universität von dem spätmittelalterlichen Nominalismus geprägt, setzte er 1509 seine Studien an der kurz zuvor gegründeten Universität Wittenberg fort, wo er mit dem Baccalaureus biblicus den untersten akademischen Grad erlangte. Nach einem weiteren Studienaufenthalt in Erfurt und einer im Auftrag seines Ordens erfolgten Romreise wurde Luther am 18./19. Oktober 1512 in Wittenberg zum Doktor der Theologie promoviert und übernahm noch im selben Jahr die Professur seines Beichtvaters und Ordensoberen Johannes von Staupitz. Der junge Doktor der Theologie hielt seine erste Vorlesung über den Psalter. Nach den Dictata super psalterium (1513-15) las er über den Römerbrief (1515-16), den Galaterbrief (1516-17), den Hebräerbrief (1517-18) sowie ein zweites Mal über die alttestamentlichen Psalmen (1518-21). In diesen Jahren formierte er im Kontext von Kloster und Universität seine theologischen Grundanschauungen um. Den Ausgangspunkt hierzu bildete seine Kritik an dem mittelalterlichen Bußsakrament. 4 Sie begegnet bereits in der ersten Psalmenvorlesung. Gegenüber dem Bußsakrament der mittelalterlichen Kirche und seinen drei Bestandteilen - Reue (contritio cordis) , Beichte (confessio oris) und Genugtuung (satisfactio) - nimmt der junge Theologieprofessor eine Innenverlagerung vor: In dem inneren Geschehen der Buße erfaßt sich der Einzelne allererst als Sünder vor Gott. Sie ist also kein sakramentaler Akt, sondern, wie es prägnant in den Ablaßthesen von 1517 heißt, Lebensbuße. 5 Verbunden ist die Herausbildung des neuen Bußverständnisses mit einer Umformung des überlieferten Sündenverständnisse

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