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Mensch Marx Der Münchner Kardinal im Porträt von Lohmann, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.09.2014
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Mensch Marx

Reinhard Marx, der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, ist zur Zeit eine der interessantesten und vielschichtigsten Persönlichkeiten der katholischen Kirche. Der Autor, seit Jahrzehnten ein guter Bekannter des Kardinals, zeichnet in seinem umfassenden Porträt erstmals dessen kirchlichen Werdegang nach und stellt Biografie, Profil und theologische Positionen des bedeutenden Kirchenmannes vor. So wird vor allem auch der Mensch Marx mit seiner Lebenslust und seiner theologischen Prägung, mit seiner Fähigkeit, Menschen zu faszinieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, vom Autor in den Blick genommen. Jetzt mit den neuen Kapiteln: Römische Ambitionen - Marx und Weltkirche Brüsseler Bühne - Marx und Europa Wahrheit und Dialog - Marx und Menschen Leben in Bayern - Marx und München Skandale und Fehlbarkeit - Marx und Enttäuschungen Benedikt und Franziskus - Marx und Päpste Martin Lohmann, geb. 1957; Studium der Kath. Theologie und Geschichte in Bonn; Journalist und Publizist, TV-Moderator; lebt mit seiner Familie in Bonn.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 25.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451802119
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 4596 kBytes
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Mensch Marx

Westfälische Familie

Marx und Leben

D aheim sind sie fast alle mächtig stolz auf den größten Sohn der Stadt. Auch deshalb, weil Reinhard Marx als gebürtiger Geseker einer von ihnen geblieben ist. Seine steile Kirchenkarriere hat ihn niemals abheben lassen. Und so ist "unser Reinhard" auch als Erzbischof im fernen Bayern für die meisten, die ihn persönlich kennen, "unser Reinhard" geblieben. Auch als Kardinal und enger Papstvertrauter auf höchster kirchlicher Ebene. Nicht nur, weil er auch als Weihbischof, Bischof von Trier und jetzt als Metropolit in München seine heimatlichen Wurzeln niemals vergessen hat, sondern sie vielmehr ganz selbstverständlich durch unspektakuläre Besuche und ein ganz natürliches Bekenntnis zur westfälischen Heimat stets pflegte. Nicht nur, weil er im Vereinsleben der Schützenbrüderstadt Geseke einen festen Platz hat. Und auch nicht nur, weil er zu wichtigen Anlässen - kirchlichen wie weltlichen - ungezwungen auftaucht und einfach da ist. Nicht nur Benedikt Laame, der daheim in Geseke die Öffentlichkeitsarbeit für die Stiftskirchengemeinde St. Cyriakus ebenso stolz wie hilfsbereit leistet, erzählt davon.

Reinhard Marx ist auch "unser Reinhard" geblieben, weil er stolz ist auf seine kleine große Heimat und die Herzensprägung westfälischer Art, die er mit seinen Gesekern teilt. Schmunzelnd nimmt er zur Kenntnis, wenn diese - im Hinblick auf das in München möglicherweise schon bald anstehende Kardinalspurpur - zu Beginn des Jahres 2008 spaßvoll und mit einem Schuss ehrlicher Hochachtung meinen, angesichts des in Chemnitz frei gewordenen Namens könne man ja Geseke irgendwann in "Kardinal-Marx-Stadt" umbenennen. Dazu wird es freilich nicht kommen. Aber eine Straße oder einen Platz werden sie ihm sicher widmen, diesem Sohn der Stadt, der das kleine und bodenständige Geseke überall bekannt gemacht hat. Später.

Reinhard Marx wurde hier wesentlich geprägt. Wer sein Wesen, seinen Humor und sein nicht immer ironiefreies Selbstbewusstsein verstehen will, sollte sich einen Besuch in Geseke gönnen. Mächtige Mauern, stabile Kirchenräume, eine Schlossruine im zum Stadtteil beförderten Örtchen Störmede, das ebenfalls eingemeindete Barockschloss Eringerfeld, die Reste einer längst abgetragenen Stadtmauer sowie alte Fachwerkbauten zeugen von der langen Geschichte eines Ortes, in der der Name Marx häufig zu finden ist. Übrigens auch der Name Engels. "Beide, Marx und Engels, kommen von hier und wurden zu Priestern geweiht", erwähnt der heutige Pfarrer Gerald Haringhaus mit einem Lächeln. "Aber das waren nicht Friedrich und Karl", spielt er auf den zwischenzeitlich in der Marxstadt Trier wirkenden Marx aus Geseke an. Doch seit der Berufung des "Geseker Jungen", wie sich dieser gegenüber seiner Heimatzeitung selbst bezeichnet, ist die Stadt an der Mosel wieder Marx-frei. Auch wenn der erzbischöfliche Marx in Anlehnung an seinen Namensvetter viel vom Kapital hält - aber von dem, das aus dem Glauben den Christen zu eigen ist und das sie besser und mutiger einsetzen sollten. Marx und Kapital - das bleibt ein Thema. Auch in München. Auch von München aus.

Sein Lebenskapital zu sammeln begann der am 21. September 1953 in einem Krankenhaus in Geseke geborene Reinhard Marx hier am Hellweg. Rund 21.000 Einwohner hat diese Stadt inzwischen, einen Autobahnanschluss und drei Kirchen. Der Flughafen Paderborn/Lippstadt ist nur zehn Kilometer entfernt. Bis Paderborn mit seinem mächtigen Dom und seiner katholischen Prägekraft sind es nur rund 20 Kilometer. Von Geseke aus ist man schnell dort, wie auch in Soest oder Erwitte oder gar bei der Muttergottes von Werl. Irgendwie ist hier alles ziemlich katholisch geprägt. Die Kirche und der Jahreskreis der kirchlichen Feste gehören so selbstverständlich zum täglichen Leben wie die Brötchen vom Bäcker und die Geseker Zeitung.

Reinhard Marx im Alter von etwa fünf Jahren auf der Überfahrt nach Norderney.
Foto: privat

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