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Paulus - Prophet des Gottesreiches von Adloff, Kristlieb (eBook)

  • Erschienen: 05.09.2013
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Paulus - Prophet des Gottesreiches

In der vorliegenden Darstellung soll deutlich werden, wie Paulus - der Verfasser des 1. Thessalonicher-, 1./2. Korinther-, Galater-, Philipper-, Römer- und des Philemonbriefes - als Mann der Schrift sich selbst versteht: als jüdischer Prophet, dazu bestimmt, die Völker der Welt im Namen Jesu jetzt an der Seite des ersterwählten Volkes zu Lob des Gottes Israels zu versammeln. Es soll aber auch gezeigt werden, wie im Laufe der Geschichte innerhalb und außerhalb der Kirche die Stimme des biblischen Propheten Paulus Gehör fand, so z. B. bei Martin Luther, Gotthold Ephraim Lessing, Heinrich Heine, Paul de Lagarde, Friedrich Wilhelm Marquardt. Gefragt wird schließlich, inwieweit das Werk des Paulus einer nach der Shoa tief verunsicherten abendländischen Kirche, aber auch dem Geistesstreit der Gegenwart positive Impulse geben kann.

Dr. Kristlieb Adloff, Pfarrer, war Dozent für Biblische und Praktische Theologie am Missionsseminar in Hermannsburg.

Produktinformationen

    Größe: 7489kBytes
    Herausgeber: Kohlhammer
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 126
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783170272088
    Erschienen: 05.09.2013
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Paulus - Prophet des Gottesreiches

Zur Einstimmung

Die Briefe des Apostels Paulus werden als Teil der von den christlichen Kirchen für kanonisch erklärten Heiligen Schriften im Gottesdienst öffentlich gelesen, gepredigt und von der Gemeinde weitergesungen ( z.B. Paul Gerhardt zu Römer 8: EG 351). Sie wurden und werden aus diesem Grunde und zu diesem Zweck immer neu kommentiert.

Anders verhält es sich mit dem Aufkommen der historisch-kritischen Bibelforschung. Hier werden die Briefe, losgelöst aus ihrem gottesdienstlichen Sitz im Leben, Objekt kritischer Untersuchung mit dem Ziel, die Gedanken des Paulus, seine Theologie - falls sich aus den einzelnen Gedanken etwas Kohärentes herstellen lässt - im Kontext seiner Zeit zu rekonstruieren. Dabei ergibt sich von Anfang an eine Spannung, wenn nicht ein Widerspruch dieses Gedankenkonstrukts zu dem, was man hinter den Evangelienschriften über das Leben und die Verkündigung Jesu, den Paulus ja nicht persönlich gekannt hat, historisch erheben zu können meint. Natürlich kann man dann doch versuchen, mit verschiedenen Mitteln u. U. eine geistige Brücke zwischen Paulus und Jesus zu schlagen. In einer Zeit indes, in der die dogmatische Christologie verstärkt als problematisch empfunden wird und eine 'Jesulogie' an ihre Stelle tritt, gilt Paulus in der kirchlichen Praxis gegenüber der vermeintlich einfachen Verkündigung Jesu als schwer verständlich, sein Denken oft als unzeitgemäß.

Für die um Vorurteilsfreiheit bemühte, gleichwohl immer interessengeleitete wissenschaftliche Beschäftigung mit Paulus bleibt, unbeschadet theologischer Grundsatzprobleme, genug Arbeit zur Aufklärung textlicher Detailprobleme und zur Einordnung der Briefe in einen als sinnvoll erscheinenden geistes- und religionsgeschichtlichen Zusammenhang.

Sollte ein Forscher des 'trocknen Tons' bisweilen satt sein, so mag er sich an einem Paulus-Roman versuchen ( David Trobisch ), um seinem Gegenstand eine gewisse öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen, was einem gelehrten Buch sonst kaum gelingt. Dabei dürfen sich Theologen, was Publizität angeht, hin und wieder auch philosophischer Konkurrenz erfreuen, falls sie, sei's auch verärgert, erstaunt oder beschämt, wahrnehmen, welch leidenschaftliches Interesse Paulus als Denker außerhalb des routinierten kirchlichen und theologisch-akademischen Betriebs finden kann ( z.B. Jacob Taubes, Giorgio Agamben ). Auch der Recherche-geübte Journalist und Schriftsteller ( Dieter Hildebrandt ) erlaubt womöglich einen frischen Blick auf Paulus und sein Werk, worüber der Fachmann nicht gleich die Nase rümpfen sollte. Kurz: Wer sich mit Paulus beschäftigt, dem bietet sich eine Fülle von Möglichkeiten.

Eine Tatsache scheint mir bei der Paulus-Interpretation leicht unterschätzt zu werden. Die Briefe wollen laut gelesen, weil gehört werden, hat Paulus sie doch diktiert und zur öffentlichen Verlesung bestimmt. Solche Art des Lesens ergibt freilich noch keine schlüssige Methode. Dabei gebe ich zwei Aphorismen des theologisch beschlagenen Philosophen Hans Kudszus zu bedenken: "Bekommt das Denken 'Angst vor der eigenen Courage', so flüchtet es in die Methode." Und: "Große Denker wissen mehr als sie sagen. Sie verraten sich durch die von ihnen verschwiegenen Gedanken, die der Interpret zur Sprache bringen muss."

Den verschwiegenen Gedanken des Apostels, seinem das Sagen übersteigenden Wissen, dürfte streng methodisch kaum beizukommen sein. Es empfiehlt sich darum, Paulus nicht auf theologische Aussagen zu reduzieren, sondern ihn zuerst und zuletzt als biblischen Propheten ('Prophet des Gottesreiches': Karl Barth ) wahrzunehmen. Nicht das Gedachte, das schwarz auf weiß Geschriebene schon, das man getrost nach Hause tragen kann, kennzeichnet den Propheten, sondern ein die ganze Existenz beanspruchendes Denken, das den Bewegungen Gottes in der Zeit zu folgen vers

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