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Sacharja 9-14 Deutschsprachige Übersetzungsausgabe von Redditt, Paul L. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.02.2014
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Sacharja 9-14

Der Kommentar legt dar, dass Sacharja 9-14 aus vier Sammlungen eschatologischer Hoffnungstexte (9,1-17; 10,3b-12; 12,1-4a.5.8-9; und 14:1-13.14b-21) besteht. Die ersten drei Sammlungen gehen auf die erste Hälfte der persischen Epoche zurück, die vierte (Kap. 14) scheint jüngeren Ursprungs und ist insgesamt wesentlich stärker pessimistisch geprägt. Hinzu traten dann eine pro-judäische, Jerusalem-kritische Schicht (12,6-7; 12,10-13,6) und die Hirtentexte (11), die im Widerspruch zu den Hoffnungstexten der ersten beiden Sammlungen stehen. Diese letzte Schicht ist vermutlich nach Nehemia zu datieren, d. h. in eine Zeit, in der Jerusalem wieder so weit erstarkt war, dass es den Zorn von außen stehenden Judäern hervorrufen konnte. Es ist anzunehmen, dass eine Endredaktion von Sacharja 9-14 die vier Sammlungen zusammengestellt und sie mit 12,6-7; 12,10-13,6 und den Hirtentexten ergänzt hat.

Prof. em. Dr. Paul L. Redditt, Georgetown College, Kentucky/USA.

Produktinformationen

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Sacharja 9-14

Einleitung

Im Sacharjabuch sind Visionen und andere Worte versammelt, die Sacharja ben Berechja ben Iddo zugeschrieben werden. Der Name Sacharja bedeutet " Jhwh hat sich erinnert". In der Hebräischen Bibel ist das ein häufiger Name, der vielleicht erklärt, warum die Namen des Vaters und des Großvaters bei der Bezeichnung dieses Sacharja angefügt sind. Der Name kommt in 1,1; 1,7 sowie 7,1 vor, gefolgt jeweils von einer Datierung auf die Jahre 520 oder 518 v. Chr. Der Höhepunkt von Sacharjas Wirken lag deshalb in der frühnachexilischen Zeit bzw. der Perserzeit. In der heutigen Forschung sind allerdings seit Langem die Unterschiede zwischen den mehrheitlich visionären Erzählungen der Kapitel 1-8 und den eher rätselhaften Botschaften von Sacharja 9-14 bekannt. Häufig wird daraus geschlossen, dass die letzten sechs Kapitel von anderer Hand stammen als die ersten acht. Dieser Sachverhalt bildet den Ausgangspunkt für diese Einleitung in Sacharja 9-14. Ebenso wird im Folgenden ein Überblick über synchrone wie diachrone Auslegungsweisen dieser Kapitel gegeben. Nicht nur in dieser Einleitung, sondern im gesamten Buch wird sich die Bezeichnung "synchrone Analyse" auf den uns vorliegenden Text beziehen; demgegenüber befasst sich die "diachrone Analyse" damit, wie der Text seine jetzige Form erlangt hat. Schließlich wird sich diese Einleitung den Fragen nach der Datierung und dem historischen Hintergrund von Sacharja 9-14 widmen, der Identität der rätselhaften "Hirten" und "Händler", die in Kapitel 11 eine große Rolle spielen, der Struktur von Sacharja 9-14 sowie der Beziehung von Sacharja 9-14 zum übrigen Zwölfprophetenbuch.
Die Beziehung zwischen Sacharja 9-14 und Sacharja 1-8

Forschungsüberblick

Im Zwölfprophetenbuch steht das Sacharjabuch an elfter Stelle. Benannt ist das gesamte Buch nach dem Propheten Sacharja. Dass diese Zuschreibung den Tatsachen entspricht, wird in der älteren Forschung unter anderem von Edward J. Young oder Roland K. Harrison vertreten. 1 Joyce G. Baldwin stimmt mit Peter R. Ackroyd und auch Anthony R. Petterson darin überein, dass die Verknüpfung der vierzehn Kapitel zeigt, dass Sach 1-8 mit 9-14 "einige Ideen oder Interessen gemeinsam hat". 2 Auch wenn diese Äußerung zutreffend ist, schließt sie doch die Möglichkeit nicht aus, dass ein späterer Verfasser einiges von dem, was Sacharja geschrieben hat, korrigiert oder auf den neuesten Stand gebracht hat.

In jüngerer Zeit haben mehrere historisch-kritische Forscher ähnliche Positionen vertreten wie Baldwin. So hat beispielsweise Byran G. Curtis ausgehend von einer "Untersuchung der gesellschaftlichen Verortung" dafür plädiert, dass das gesamte Sacharjabuch während einer Generation verfasst wurde und womöglich nur einen Verfasser hat, nämlich Sacharja selbst. 3 Ronald W. Pierce erkennt die stilistischen und anderen Unterschiede, die es zwischen Sach 9-14 und 1-8 gibt, doch er bezweifelt, dass beide Teile Sacharjas aus unterschiedlicher Hand stammen. Seiner Ansicht nach stellt das "anschauliche Bild einer Herde, die zum Schlachten bestimmt ist (Sach 11)", das er zwischen 520 und 480 datiert, den Dreh- und Angelpunkt des gesamten Corpus von Haggai, Sacharja und Maleachi dar. 4 Edgar W. Conrad erinnert die Leser daran, dass ihnen lediglich ein literarisches Werk vorliegt, dessen angeblicher Autor Sacharja ist. Darum lautet sein Vorschlag, Sacharja als eine Sammlung zu verstehen, ohne die Unterschiede zwischen den beiden Teilen zu ignorieren. 5

Eine Interpretation, die sich an Conrad und an Forscher mit ähnlichen Positionen anlehnt, könnte etwa so aussehen: Der wichtigste Hinweis, den das Buch bezüglich der Verfasserschaft gibt, besteht in der dreifachen Verwendung der Datierungsformel in Sach 1,1, 1,7 und 7,1. Dadurch wird das Buch in drei Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt, Sach 1,1-6, erinnert die Leser an die "Vorderen Propheten". Der zweite

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