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Väter in der Bibel 20 Porträts für unsere Zeit von Birnstein, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2015
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Väter in der Bibel

Wann ist ein Mann ein Mann? Was heißt es, Vater zu sein? Streng oder vergebend, weich oder autoritär, gnädig oder fordernd. Das Verhalten des Vaters prägt Menschen ihr Leben lang. Die biblischen Vatergeschichten sind erstaunlich aktuell: keine 'Heile Welt'-Familien, sondern Erzählungen von gelingenden und scheiternden Vater-Rollen. Wichtige Impulse für Väter (und Kinder) heute, wenn es darum geht, die eigene Rolle und Identität zu finden.

Uwe Birnstein, geb. 1962, ev. Dipl.-Theologe, seit 1989 Schriftsteller und Journalist für Print, Hörfunk und Fernsehen. Kolumnist beim Bayrischen Rundfunk und beim "Sonntagsblatt" der ev.-luth. Kirche Bayern. Mehrere Buchveröffentlichungen, zuletzt im Verlad Herder: "Väter in der Bibel. 20 Porträts für unsere Zeit" (2013).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 01.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451345999
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 197 kBytes
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Väter in der Bibel

Adam

Vaterschaft jenseits von Eden

Vaterfreuden und Kindergeschrei im Paradies? Irgendwie passt das nicht zusammen. Die Stille des Gartens Eden wurde höchstens durch die Stimmen der Tiere durchbrochen: ein Klangteppich aus Grillengezirpe, hier und da Schlangenzischeln und Löwengähnen. Aber kein Kind. Nirgends. Denn Adam und Eva waren kinderlos. Geschaffen zwar "als Mann und Frau". Aber dem Auftrag, der mit ihrer Erschaffung verbunden war - "seid fruchtbar und mehret euch!" -, dem kamen sie nicht nach. Obwohl Gott genau das im Sinn hatte: Wie die Tiere sollten auch die Menschen sich vermehren. Gott dachte nicht zeitlos, sondern in Generationen. Die Weitergabe des Lebens werde quasi automatisch geschehen, kündigte Gott an: "Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch" (1. Mose 2,24).

Adam und Eva allerdings haben sich genau damit viel Zeit gelassen. Nackt lebten sie im Garten Eden "und schämten sich nicht". Doch reizten die beiden zunächst eher die von Gott verbotenen Früchte als das andere Geschlecht. Weder Zeugung noch Geburt geschahen im Garten Eden.

Der Fortgang der Geschichte ist allseits bekannt und hat sich in das Weltkulturgedächtnis eingeprägt (1. Mose 3). Von der Schlange in Versuchung geführt, kostete Eva eine verbotene Frucht und reichte sie Adam. Auch er griff zu und probierte. Sofort wurden die beiden "gewahr, dass sie nackt waren", und sie "flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze". Gottes Strafe folgte auf den Fuß: Um weiteres eigenmächtiges Handeln der beiden zu verhindern, warf er sie aus dem Garten Eden hinaus. Rückkehr ausgeschlossen. Streng bewachen Engel das Tor.

Die Strafe für den sogenannten "Sündenfall" ist ein Leben jenseits des Paradieses. Es eröffnet neue und für Adam wie Eva ungeahnte Perspektiven, Chancen und Erfahrungen. Eltern zu sein war bis dahin nur eine theoretische Möglichkeit. Nun wird sie Realität. Das Verlangen der Frau nach dem Mann werde wachsen, hatte Gott angekündigt. Das ist schwerlich anders zu interpretieren denn als deutliche Aufforderung, nun doch endlich mal den Fruchtbarkeitsauftrag ernst zu nehmen. Und für Adam war es ein Hinweis darauf, dass er demnächst Vater wird. Was mag er gedacht haben angesichts der mühevollen Geburt, die Gott Eva angekündigt hatte? Konnte er sich überhaupt vorstellen, was diese neue Lebensrolle für ihn bedeuten wird: Kindern ein Vater zu sein und "mit Mühsal" arbeiten zu müssen, um die Familie zu ernähren?

Es kommt, wie Gott es vorhergesagt hat. Kaum ist das Paar aus dem Paradies vertrieben, kaum haben die beiden die erste Erfahrung der Scham gemacht - da erwacht die Lust. "Adam erkannte seine Frau Eva, und sie ward schwanger" (1. Mose 4,1). Adam wird Vater. Kain ("Schmied") ist der erstgeborene Mensch der Welt, gleichzeitig der erste Sohn. Das schamvolle junge Elternpaar "erkennt" sich abermals, Adam wird zum zweiten Mal Vater. Wieder ein Sohn, Abel ("Hauch") ist sein Name.

"Vater werden ist nicht schwer - Vater sein dagegen sehr." Der Volksmund ist hier lebensklüger als die erste Vatergeschichte der Bibel. Nichts berichtet die biblische Urgeschichte darüber, wie Adam seine Vaterschaft wahrnahm. Als erstem Vater der Welt fehlte ihm jedes Vorbild. Was aber macht ein Vater mit seiner gebärenden Frau und dem Neugeborenen in Zeiten ohne Hebammen und Geburtsvorbereitungskurse? Wie geht er später mit dem Kind um? Wie verhielt sich Adam gegenüber Eva, der Mutter, seiner Frau? Wie gewichtete er seine Arbeit auf dem Acker und seine Berufung als Vater?

Stopp. Die Paradiesgeschichte sei doch keine historische Erzählung, sagen viele. Die Geschichte der Entstehung der Welt und der Erschaffung der Menschen sei doch nicht mehr - und nicht weniger! - als ein Versuch, das Leben zu erklären. Die Menschen in frühen Zeiten haben das Leben als mühsam empfunden. Sie mussten sich mit Ungerechtigkeit und

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