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Von wegen Heilige Nacht! Der große Faktencheck zur Weihnachtsgeschichte von Paganini, Simone (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2020
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Von wegen Heilige Nacht!

Weihnachten war ganz anders
Kaum ein Ereignis hat die Welt so stark beeinflusst wie die Geburt Jesu. Aber: Was geschah damals eigentlich? Die Bibel erzählt Widersprüchliches. Wann Jesus geboren ist und wo das war, ist nicht so ganz deutlich. Auch andere Details sind höchst unklar: Wieso wurde Jesus als Heiland wahrgenommen? War seine Mutter wirklich Jungfrau? Und ihr Ehemann ein alter Knacker? Und was hat es mit den Engeln, Hirten und den drei Königen auf sich? Woher kamen Ochs und Esel und hat es in jener Nacht wirklich geschneit?

Bibelwissenschaftler haben viel geforscht, um Licht in das Dunkel der Heiligen Nacht zu bringen. Dieses Buch präsentiert die Ergebnisse. Sie sind ernüchternd und befreiend zugleich: Weihnachten war ganz anders und darf doch bleiben, was es ist. Ein faszinierendes Fest, das Kinderaugen zum Glänzen bringt und die Großen in den Bann seiner Botschaft schlägt.
Die Heilige Nacht - jetzt endlich erleuchtet
Die ganze Wahrheit über die sonderbarste Geburt der Weltgeschichte
Furchtlos, verblüffend und unterhaltsam
Für alle, die die Geheimnisse von Weihnachten neu entdecken wollen


Dr. Simone Paganini, geb. 1972 , studierte katholische Theologie in Florenz, Rom und Innsbruck. Nach Stationen in Wien und München, ist er seit 2013 Professor für Biblische Theologie an der RWTH Aachen. Er hat auf Science Slams schon ein großes Publikum begeistert und erfolgreiche Sachbücher veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 28.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641263393
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
    Größe: 5609 kBytes
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Von wegen Heilige Nacht!

Ein unter Historiker*innen beliebter, aber weder ganz neuer noch besonders lustiger Witz handelt von einem Archäologen, der auf einer großen internationalen Tagung stolz einen kleinen runden Gegenstand aus Bernstein präsentiert und behauptet, die Münze stamme aus dem Juli des Jahre 857 v. Chr. und sei somit das älteste mit Sicherheit datierbare Geldstück der Menschheitsgeschichte. Während das Gros der anwesenden Kollegen begeistert klatscht und gratuliert, wagt eine Studentin aus der letzten Reihe die Frage aller Fragen zu stellen: »Woher wissen Sie, dass die Münze aus dem Jahre 857 v. Chr. stammt?« Der Archäologe mustert das Fräulein herablassend und antwortet gönnerhaft: »Na schauen Sie, das Datum ist doch eingraviert.«

Für Fachleute hat dieser Witz eine dreifache Pointe. Zunächst einmal kann eine Gravur »v. Chr.« selbstverständlich nur eine Fälschung sein, denn wer hätte schon im Vorhinein wissen können, dass ein gewisser Jesus von Nazareth einmal geboren werden und so wichtig werden sollte, dass man sogar die Zeitrechnung nach seinem Geburtsjahr ausrichten würde. Zu der Zeit, die wir heute als 9. Jahrhundert v. Chr. bezeichnen, war außerdem die Vorstellung, Zeit verlaufe linear, den Menschen außerdem noch ganz fremd. Man kannte nur den an der Natur orientierten zyklischen Zeitverlauf im Wechsel der Jahreszeiten oder Sternbilder. Und schließlich lässt auch die Erwähnung des »Juli« den Historiker schmunzeln. Julius Cäsar dem zu Ehren ein Monat den Namen »Juli« bekam, lebte nämlich im 1. Jahrhundert vor Christi Geburt. Es ist daher gar nicht möglich, dass es bereits 857 v. Chr. einen Monat namens »Juli« gegeben haben könnte.

Doch was hat es mit der christlichen Jahreszählung eigentlich auf sich? Historisch belegt ist, dass es in den Mythen der antiken Welt viele verschiedene Vorstellungen darüber gab, wie und vor allem wann die Zeit entstanden sei. Die Bibel und ihre Schöpfungserzählungen nehmen da zunächst keinen Sonderstatus ein. Stellt man komplizierte Berechnungen an und kombiniert die Genealogien aus dem Buch Genesis mit den Zeitangaben anderer alttestamentlicher Texte, findet man heraus, dass Gott am 6. Oktober 3761 vor Christi Geburt und zwar, genau genommen, um 23 Uhr 11 das Licht erschaffen haben »muss«. Freilich setzt eine solche Berechnung ein sehr naives Verständnis der biblischen Texte voraus. Man muss sie als Tatsachenberichte begreifen, und auch der Umstand, dass die Sonne, die ja irgendwie als eine entscheidende Voraussetzung für das Vorhandensein von Licht gelten kann, erst am vierten Schöpfungstag vom Schöpfer ans Firmament gehängt wurde, darf einen nicht stören. Unabhängig vom »exakten« Jahr des göttlichen Schöpfungshandelns hat sich in der christlichen Tradition aber bereits im frühen Mittelalter die Vorstellung durchgesetzt, die Zeit sei mit der Erschaffung der Welt (mit)entstanden.

Ansonsten orientierte man sich bei der Bestimmung von Zeit(perioden) in den Kulturen der Antike meist an den wechselnden Machthabern. Immer, wenn ein neuer Herrscher übernahm, begann man wieder von vorn zu zählen. Anhand der Beobachtung von regelmäßigen Mondphasen und/oder des Laufs der Sonne bestimmte man zudem eine (unterschiedlich lange) Einheit, für die sich allmählich die Bezeichnung »Jahr« etablierte. In Ägypten waren diese Herrscher die Pharaonen, bei den Assyrern und den Babyloniern waren es die jeweiligen Könige, die so die Zeit immer wieder neu beginnen ließen. Auf das letzte Jahr des Königs X folgte, meistens nach dessen mehr oder weniger natürlichem Tod, das erste Jahr des Königs Y. Die Römer hatten dagegen eine etwas andere Methode, zumindest theoretisch. Sie zählten die Zeit ab urbe condita, also von der legendären Gründung Roms durch Romulus und Remus an. Tatsächlich führten sie aber vor allem Listen von Konsuln, auf deren Basis sie ihre Zeitrechnung organisierten. Die Griechen schließlich berechneten die Zeit anhand der Anzahl der Perioden zwischen den Olympische

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